Der Eigeltinger Gemeindehaushalt 2022 steht, der Gemeinderat hat ihm in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Der Handlungsspielraum ist in diesem Haushalt allerdings gering, denn das ordentliche Ergebnis des Ergebnishaushalts ist negativ. Die Aufwendungen überschreiten die Erträge um 1,486 Millionen Euro. Auch der Finanzhaushalt schließt mit einem Minus ab: mit einem negativen Saldo von 6.34 Millionen Euro.

Karin Lütte, stellvertretende Kämmerin, mahnt den Gemeinderat denn auch zur Sparsamkeit. Aber trotz der aktuell roten Zahlen blickt sich auch vorsichtig optimistisch in die Zukunft: „Wir haben das große Projekt Glasfasernetz beinahe abgeschlossen und konnten viele Zuschüsse bekommen“, sagt sie.

Freude über Zuschüsse fürs Glasfasernetz

Das interkommunale Glasfasernetz war ein langwieriges Projekt über Jahre. In die Zeit seines Abschlusses fällt auch die Umstellung des Haushalts von der Kameralistik auf die Doppik sowie die Erschwernisse durch Corona. Aktuell sei ein gewisser Investitionsstau vorhanden, sagt auch Eigeltingens Bürgermeister Alois Fritschi, doch damit habe man zu Beginn des Glasfaserprojekts schon gerechnet.

Eigeltungen muss nun also auf seine Rücklagen zurückgreifen. Gemeinderatsmitglied Ewald Halder (CDU) sagt: „Rücklagen werden angespart, um sie in Dürrejahren zu nutzen.“ Trotzdem regten die Gemeinderäte an, bei der nächsten Klausurtagung auch genau Steuern und Gebühren in den Blick zu nehmen und gegebenenfalls im nächsten Haushalt zu erhöhen. Der Handlungsspielraum im Ergebnishaushalt wird zudem durch gesunkene Schlüsselzuweisungen vom Land und gestiegene Kreisumlage um fast drei Millionen Euro verringert.

Bürgermeister spricht von Investitionsstau

Zu den großen Ausgaben im Ergebnishaushalt gehören beispielsweise die 227.000 Euro teure Befahrung der Abwasserkanäle in Eigeltingen laut Eigenkontrollverordnung, ein neues Steuerungssystem für die Wasserversorgung für 200.000 Euro und die Umrüstung auf LED in kommunalen Gebäuden wie Schule, Halle und Mensa für 169.000 Euro.

Auch in die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Heudorf und Rorgenwies wird die Gemeinde investieren. Dazu kommen noch Kosten für Friedhöfe in mehreren Ortsteilen. Dank eines neuen Bauhofmitarbeiters, der gelernter Friedhofsgärtner ist, wird nun vieles umgesetzt. Zudem schafft die Gemeinde eine Unkrautbekämpfungsmaschine an.

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Das Minus im neuen Finanzhaushalt habe mehrere Ursachen, erläutert Karin Lütte. Dazu gehörten unter anderem Investitionen in Höhe von insgesamt fast 5,3 Millionen Euro (siehe Infotext), Abschreibungen, Tilgungen und ein Defizit aus laufender Verwaltungstätigkeit.

Das Resümee der stellvertretenden Kämmerin lautet: „Wir stehen in diesem Jahr vor sehr großen Herausforderungen. Ein sparsamer Umgang mit finanziellen Mitteln ist wichtig“, mahnt sie den Gemeinderat zu einer zurückhaltenden Ausgabenpolitik in schwieriger Zeit. „Mir ist sehr wohl klar, dass auch im laufenden Jahr unvorhersehbare Ausgaben kommen werden, jedoch sind wir so knapp bemessen, dass wir bei neuen zusätzlichen Ausgaben an einer anderen Stelle Einsparungen vornehmen müssen.“

Eigeltingens größte Investitionen in diesem Jahr

  • Für das Baugebiet Bollenberg Nord rechnet die Kämmerei für 2022 mit rund 2,1 Millionen Euro Kosten und für 2023 mit weiteren rund 1,4 Millionen Euro. Weiterer großer Posten: der Bauhof. Sein Gebäude ist das älteste Bauhofgebäude des Landkreises, die Umgestaltung wurde schon viele Jahre verschoben. Nun plant Eigeltingen den Kauf eines Grundstücks und ein Gebäude mit 700.000 Euro, die Zufahrt mit 150.000 Euro, ein Fahrzeug mit 30.000 Euro und ein Unkrautbekämpfungsgerät mit 20.000 Euro ein.
  • Der Breitbandausbau FTTB in Guggenhausen, Glashütte und Eckartsbrunn steht abzüglich der Zuschüsse mit 490.000 Euro im Haushalt und die Sanierung der Dachsbühlquelle mit 400.000 Euro. Die Wasserversorgung in der Staigstraße in Heudorf ist mit 134.000 Euro geplant.
  • Der Naturkindergarten in Eigeltingen soll einen zweiten Wagen mit Regenschutz bekommen, für 104.000 Euro. Für die Planung der Erweiterung des Kindergartens Löwenzahn stehen 50.000 Euro zur Verfügung.
  • Die Sirenen stehen zwar im Haushalt, doch ob diese angeschafft beziehungsweise umgestellt werden können, ist unklar, da die Fördertöpfe aktuell überzeichnet sind. Für Funkgeräte und die digitale Alarmierung sind für die Feuerwehr 83.000 Euro eingeplant.
  • Die Sanierungsbedürftigkeit der Tudoburghalle in Honstetten stellt niemand in Zweifel. Doch gehört auch sie zu den Posten, die nur in Etappen angegangen werden können. Im neuen Etat sind 80.000 Euro eingeplant.