Gleich drei Feste konnten am Sonntag in Reute gefeiert werden: zum einen das Margaretenfest, zum anderen gab es eine Fahnenweihe und zusätzlich die Altarweihe. Los ging es mit dem Festgottesdienst mit Weihbischof Paul Wehrle. Da die St. Margareten-Kapelle wenig Platz bietet und noch Einschränkungen durch die Pandemie galten, konnten nicht alle bei der Zeremonie dabei sein.

Deshalb konnten sich die Reutemer den Festgottesdienst auf der Leinwand auf dem Dorfplatz oder live im Internet anschauen. Nach dem Gottesdienst folgte eine kleine Prozession zur Fahnenweihe, die am Dorfplatz endete. Dort folgte auch die weltliche Feier.

Weihe hat eine große Bedeutung

Die Sanierung der St. Margareten-Kapelle, die in die Altarweihe mündete, war ein langer Weg. Paul Wehrle sei oft gefragt worden: „Braucht es den ganzen Aufwand?“ Darauf habe der Weihbischof mit einem überzeugten Ja geantwortet. Bei der Altarweihe stünden nicht nur Nutzen und Zweck im Mittelpunkt, sondern auch die Bedeutung. „Wir sollten nicht nur auf die äußere Gestalt achten, sondern auf den inneren Wert“, sagt er.

Für die äußere Gestalt war übrigens der Eigeltinger Schreiner Armin Martin verantwortlich. Wehrle erklärte, dass nicht nur die Symbolkraft des Altars in der Kirche eine große Rolle spiele, sondern auch die Weihe. Die Altarweihe bestand aus mehreren Punkten.

Für ganz Reute war dieses Margaretenfest ein besonderes, denn Weihbischof Paul Wehrle weihte nach Sanierungsarbeiten den Altar in der neu sanierten St. Margareten-Kapelle ein.
Für ganz Reute war dieses Margaretenfest ein besonderes, denn Weihbischof Paul Wehrle weihte nach Sanierungsarbeiten den Altar in der neu sanierten St. Margareten-Kapelle ein. | Bild: Susanne Schön

Zuerst wurde der Altar befeuchtet, als Zeichen für die Taufe. Danach wurde er gesalbt, als Aufruf, für die Gläubigen sichtbar zu werden. Dann wurde an fünf Stellen Weihrauch entzündet. Dieser erinnere an die Hingabe Jesu. Zum Abschluss wurde der Altar eingedeckt: als Symbol dafür, dass der Tisch bereitet ist.

Bis Sanierung beginnen konnte, dauerte es lange

Architekt Alois Stemmer gab einen Überblick über den Verlauf der Sanierung. Bereits 2014 sei die elektrische Anlage in einem so schlechten Zustand gewesen, dass die Schließung der Kapelle bevorstand. Drei Jahre danach sei klar gewesen, dass die Gesamtsanierung ohne kirchliche Ausstattung 260.000 Euro kosten würde. Ein Förderantrag beim Denkmalamt sei ohne Erfolg geblieben.

Darum begann man erst 2019 mit der Sanierung von Glockenstuhl, Elektrik, Innenputz, Fenstern und Kirchenbänken. Stemmer sagte, dass er einen besonderen Bezug zur St. Margareten-Kapelle habe: „Meine Mutter kommt aus Reute und wurde hier getauft.“ Er hoffe, dass sie gerade in der heute schwierigen Zeit ein Ort der Sinnlichkeit bleibt. Dies sei auch dem früheren Pfarrer zu verdanken, der die Sanierung mit viel Herzblut vorangebracht habe.

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Dem schloss sich der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andi Herz an. Der Wermutstropfen des Festtages sei, dass man nicht mit Pfarrer Dominik Rimmele feiern könne: „Er hat viele Steine ins Rollen gebracht, die sonst liegen geblieben wären“, so Herz. Die Reutemer nennen die St. Margareten-Kapelle „unsere Kirche“ obwohl es eigentlich keine ist. Andi Herz beschrieb sie so: „Das Hellblau des Innenputzes symbolisiert Freundlichkeit und das Holz die Wärme. Sie ist unsere Heimat.“ Eine Heimat, die wieder eine Stimme hat, ein Geläut.