Von Hundert auf Null und fast genauso schnell zurück: So empfinden die Verantwortlichen in Kindergarten und Schule die geforderten Strukturen in der Corona-Krise. „Es ist den Eltern schwer zu vermitteln, dass wir zeitgleich oder später an Informationen kommen“, erklärte Schulleiter Michael Wernersbach im Gemeinderat.

Zudem glaubten die Eltern, dass die Öffnungen von konkreten Vorschlägen zur Umsetzung der Hygieneregeln begleitet seien. Doch dies ist nicht so, berichtete auch der stellvertretende Schulleiter Andreas Rossatti. Wie die Vorschriften umgesetzt werden können, müsse jede Schule selbst erarbeiten.

Ein Desinfektionsmittel-Spender an der Tafel: Der stellvertretende Schulleiter Andreas Rossatti zeigt, wie die Schule die Hygieneregeln umsetzt.
Ein Desinfektionsmittel-Spender an der Tafel: Der stellvertretende Schulleiter Andreas Rossatti zeigt, wie die Schule die Hygieneregeln umsetzt. | Bild: Susanne Schön

Großes Lob gab es von der Schulleitung für die Schulgemeinschaft, die explizit den Schulträger einschloss. „Der Bauhof half uns zum Beispiel mit dem Bau von Desinfektionsspendern und der Bürgermeister hatte Masken besorgt, als andere keine mehr bekamen“, blickte Andreas Rossatti zurück. Lob habe es aber auch für die Schulleitung gegeben, denn die Eltern hätten die Unterstützung in Zeiten digitalen Lernens zuhause zu schätzen gewusst.

Gut auf digitalen Unterricht vorbereitet

„Wir waren bereits vor der Krise am Pädagogischen Tag auf einem Lehrgang bezüglich digitalen Lernens und somit gut auf digitalen Unterricht vorbereitet“, erklärte Schulleiter Wernersbach. Man habe schon digitale, sichere Plattformen geschaffen, um sich ohne Präsenzunterricht austauschen zu können. Hier stellten Lehrer selbst hergestellte Lernvideos ein, die auf die Schüler zugeschnitten waren. „Wer digital nicht zu erreichen war, dem warfen die Lehrer die Lernstoffe in den Briefkasten“, fügte Andreas Rossatti an. Er betonte, dass Familien und Lehrer engen Kontakt hielten.

Erfreulich sei es, dass nun die digitale Leistung des Schulnetzes dem Bedarf entspreche, da man am kommunalen Glasfasernetz angeschlossen sei. Auch in der Ausstattung mit digitalen Endgeräten sei man bereits auf einem guten Weg, und man könne nun weitere gebrauchte Endgeräte einer Firma nutzen, so dass auch Schüler aus Familien, die keine gute mediale Ausstattung hätten, auf dem Niveau ihrer Team-Kameraden arbeiten könnten, erklärte Rossatti weiter.

Schwierige Situation im Kindergarten

Sowohl in der Schule als auch im Kindergarten gab es eine Notbetreuung: 27 Kinder nutzten sie in der Schule, vier Kräfte darunter Lehrkräfte, FSJler und pädagogische Fachkräfte, betreuten sie. Der Kindergarten sei nun sechsgruppig, berichtete der stellvertretende Hauptamtsleiter Thomas Kech. Zu den normalen vier Gruppen komme eine Kleingruppe im Bewegungsraum und die Naturkindergarten-Gruppe. Es sei schwer die Vorgaben umzusetzen, erklärte er. Denn bisher seien die Gruppen offen gewesen und die Kinder hätten sich gegenseitig besuchen können.

Auch die Masken der Erzieherinnen seien den Kindern nur schwer zu vermitteln. „Das alles widerspricht eigentlich unserem Konzept“, bedauerte Kech. Schwer zu vermitteln sei es auch, dass man auf dem großzügigen Außengelände nicht gemeinsam spielen könne, aber in der Freizeit Spielplätze ohne Beschränkungen genutzt würden.