Manch einer weiß dank der Lochmühle, wo Eigeltingen liegt. Heute ist sie ein Erlebnispark mit Erlebnisgastronomie. Als die Familie Bihler die Lochmühle übernommen hatte, war sie ein rund 400 Jahre alter Bauernhof.

„Meine Mutter hat mit einem kleinen Ausflugslokal begonnen“, erinnert sich Anton Bihler. Er selbst hatte, als er vor 50 Jahren übernahm, größere Visionen und entwickelte den landwirtschaftlichen Hof zum Erlebnispark. Heute ist der ältere seiner beiden Söhne, Christofer Bihler, Geschäftsführer.

Kutschfahrten und frei laufende Tiere

Man merkt der Lochmühle den landwirtschaftlichen Ursprung noch an. So dürfen Esel, Kaninchen, Ziegen, Schweine, Hühner und andere Tiere frei herumlaufen.

Auf dem gesamten Gelände finden sich freilaufende Tiere. Das gefällt nicht nur den kleinen Besuchern.
Auf dem gesamten Gelände finden sich freilaufende Tiere. Das gefällt nicht nur den kleinen Besuchern. | Bild: Susanne Schön

Auch Pferde gibt es dort. Denn die Lochmühle lag einst auf der alten Poststrecke, wie man im Kutschmuseum erfahren kann. So ziehen die Tiere auch heute noch Kutschen und im Winter, wenn Schnee liegt, sogar Schlitten durch das Krebsbachtal oder über die alten Poststrecken. „Wir sind einer der letzten Kutschbetriebe“, freut sich Anton Bihler.

Der Hof lag einst direkt auf der Poststrecke. Schon damals fuhren die Pferdekutschen vorbei.
Der Hof lag einst direkt auf der Poststrecke. Schon damals fuhren die Pferdekutschen vorbei. | Bild: Lochmühle
Pferde zählen noch heute zu den Bewohnern der Lochmühle. Regelmäßig starten von der Lochmühle aus Kutschfahrten.
Pferde zählen noch heute zu den Bewohnern der Lochmühle. Regelmäßig starten von der Lochmühle aus Kutschfahrten. | Bild: Lochmühle

Nicht nur Tierliebhaber sondern auch Freunde historischer Technik kommen auf ihre Kosten. Der technikbegeisterte Anton Bihler hat sich so manchen Schatz gesichert und ihn restauriert. Dazu zählen historische Fahrzeuge und Kräne ebenso wie Mühlräder, Dampfmaschinen und mehr. Zum selbst fahren locken Traktoren und Quads.

Auf dem Gelände stehen auch alte Mühlräder wie dieses.
Auf dem Gelände stehen auch alte Mühlräder wie dieses. | Bild: Susanne Schön

Für Kinder fährt ein kleines Bähnchen und ganz Mutige können rasante Geschwindigkeiten auf der Flying Fox-Seilbahn erreichen. Das Gelände ist 500 000 Quadratmeter groß und eine Flutlichtanlage sorgt nach Einbruch der Dämmerung für eine besondere Atmosphäre.

In rund 50 Jahren wurde viel gebaut

In den vergangenen 50 Jahren hat sich das Gesicht der Lochmühle stark verändert. Das Freizeitangebot wurde ausgebaut, es wurden Spielplätze und Tiergehege gebaut, aber auch Gebäude für Feiern, Events und Übernachtungen errichtet.

Neben dem traditionellen Hotelbetrieb gibt es inzwischen auch einen stetig wachsenden Eventbereich mit Bauernhofolympiade und vielem mehr.

Zudem hat man sich Partner an Bord geholt. Mit den befreundeten „Hegau Archers“, einem Bogensportverein, kam beispielsweise ein 3D-Bogenparcours sowie die Bogen- und Messermachermesse hinzu. Darüber hinaus zählt die Lochmühle zu den Startpunkten des Premiumwanderwegs Krebsbachputzer.

Anpassung in Zeiten des Lockdowns

„In der Pandemie sind uns die Seminare und Workshops mit Unternehmern sowie die Messen weggebrochen“, erklärt Christofer Bihler. Dafür würden jetzt gerade wieder vermehrt Familien die Angebote der Lochmühle genießen.

Man habe sich ein Stück weit neu erfinden müssen, den Lockdown genutzt, um bestehende Konzepte in moderne Strukturen zu gießen. Dabei betonen sowohl Vater als auch Sohn die gute Zusammenarbeit aller Mitarbeiter: „Wir gehen zusammen durch dick und dünn.“

Auf dem Gelände der Lochmühle sind noch heute die Ursprünge von Landwirtschaft und Postkutschenstation zu erkennen.
Auf dem Gelände der Lochmühle sind noch heute die Ursprünge von Landwirtschaft und Postkutschenstation zu erkennen. | Bild: Lochmühle

Die Lochmühle ist für Eigeltingen nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein wichtiger Gewerbesteuerzahler und Gastgeber, von dem die ganze Gemeinde profitiert. Denn vielen Besuchern bleibt die Lochmühle in prägender Erinnerung und sie ist für viele ein Grund, mal wieder vorbeizuschauen.

Die Chronik der Lochmühle

  • Bau und Landwirtschaft: Die Lochmühle wurde um 1500 gebaut. Seitdem hatte sie viele Besitzer und manche mussten den Einsturz verhindern. 1941 schlossen Mühle, Säge und Ölmühle, da sie jahrzehntelang nicht gepflegt wurden. 1946 nach Kriegsende war die Lochmühle geplündert. Rupert Bihler kaufte 1954 die abbruchreife Lochmühle. Sie war ein rein landwirtschaftlicher Betrieb. 1967 wurde die Lochmühle als Vesperstube, Kutsch- und Reitbetrieb Ingeborg und Anton Rupert Bihler eröffnet.
  • Streichelzoo: 1970 übernahm Sohn Anton Bihler den Betrieb. Er baute den Streichelzoo, den Mühlenweiher und Wasserräder. Tiergehege, Quad- und Traktorbahn, Abenteuer Steinbruch und Seilbahnen folgten. Stetig wurden bestehende Gebäude restauriert und modernisiert sowie Gebäude für Mitarbeiter, den laufenden Betrieb und Gäste neu errichtet.
  • Umbau und Stromerzeugung: 2008 wurde die alte Ölmühle umgebaut und die Energiezentrale mit Hackschnitzelheizung, Solar- und Photovoltaikanlagen zur Versorgung der Lochmühle, der Krebsbachhalle, des Kindergartens Löwenzahn und der Schule neu gebaut. Die Wassermühle wurde mit einem Wasserrad von sechs Metern Durchmesser zur Stromerzeugung genutzt und das Dampfmaschinenhaus erstellt. 2015 übernahm Christofer Bihler die Lochmühle. Anton Bihler sanierte das Gasthaus Lamm im Eigeltinger Ortskern und sorgte für eine Hackschnitzelheizung zum Beheizen von größeren Objekten.

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