Besonders seit Corona ist es in Eigeltingen still geworden um kommunale Flüchtlingspolitik und ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich. Martin Beitlich ist als Leiter des Standes- und des Ordnungsamts im Rathaus Eigeltingen auch für die Flüchtlinge zuständig. Aktuell sind 67 Geflüchtete in der Gemeinde in vier Gebäuden in drei Ortsteilen untergebracht.

Um die neue Quote des Landkreises zu erfüllen, müssen in diesem Jahr 13 weitere Menschen aufgenommen werden. „Die Gemeinde freut sich, wenn wir Flächen angeboten bekommen, die wir anmieten können“, erklärt Martin Beitlich.

Die Gemeinde sucht nach Wohnungen

Wolfgang Pfrommer ist der Sprecher des Helferkreises. Der Helferkreis war bei der ersten Flüchtlingswelle 2015 sehr aktiv. Es wurden drei Schulungen entwickelt, die den Flüchtlingen helfen sollen, sich mit Gesetzen und Vorgaben ebenso zurechtzufinden wie mit deutschen Eigenheiten wie der Kehrwoche und Mülltrennung. Andere Gemeinden interessierten sich dafür und sowohl das Landratsamt als auch die Baden-Württemberg-Stiftung unterstützen die Schulungen.

Positive Beispiele für Integration

Die Gemeinde ist hauptsächlich für die Schaffung von Wohnraum zuständig. Doch unterstützt sie die Flüchtlinge auch an anderer Stelle, um sich integrieren und im Alltag zurechtfinden zu können. So arbeitet sie eng mit Integrationsbeauftragten des Landratsamts in Stockach zusammen.

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Vor allem Familien blieben rund zwei bis drei Jahre in Eigeltingen, bevor sie weiterziehen, berichtet Martin Beitlich. Für manchen anderen ist der ländliche Raum eine Herausforderung, denn der Kontakt zu andern Flüchtlingen ist hier schwieriger.

Doch gibt es aus Eigeltingen einige gelungene Integrationsbeispiele. Hier wurde ein Friseur ausgebildet, ein Ingenieur fand schnell eine Stelle in Engen und in einem ortsansässigen Handwerksbetrieb fand ein Flüchtling einen Arbeitsplatz. „Der Arbeitgeber ist begeistert, denn sein neuer Arbeitnehmer kann Dinge, die in Deutschland so nicht mehr gelehrt werden“, sagt Beitlich.