Thomas Kech ist im Eigeltinger Rathaus der Fachmann für die Kindergärten. Er führte die Gemeinderäte durch die umfangreichen und komplexen Berechnungen, die in seinen Kindergartenbedarfsplan münden. Mit „Exel-Massaker“ beschrieb er das Unbehagen ganz gut, welches manchen erfasst hatte, als er auf die unzähligen Tabellen und Diagramme blickte, die dem Vortrag gehörten. „Ein Kindergartenbedarfsplan ist nicht in Stein gemeißelt, er muss immer wieder angepasst werden“, sagte Kech.

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Er gab selbst zu, dass die Erstellung eines Kindergartenbedarfsplans keine korrekte Wissenschaft sein kann, denn zumindest bei längerfristigen Aussagen musste er auf Prognosen zurückgreifen, da die Kinder ja noch nicht geboren sind. „Die Prognosen wurden in Eigeltingen in der Vergangenheit regelmäßig überschritten. Es sind wieder einmal deutlich mehr Kinder als 2035 vorhergesagt“, erklärte er zudem. Neben den Geburtenzahlen und dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz trieb Thomas Kech zudem die Frage um, wie viele Kinder wann einen Platz benötigen. Denn manche sollen bald nach der Geburt betreut werden und andere frühestens mit drei Jahren.

Der Bedarf wird steigen

Die verlässlichen Fakten sind: Es gibt drei Kindergärten. Die zwei katholischen in Honstetten und Heudorf sowie den kommunalen in Eigeltingen. Sie werden auch weiterhin miteinander und der Schule zusammenarbeiten. Sicher ist auch, dass stetig in die Ausstattung und Bausubstanz investiert werden muss. Auch die Betreuung fordert ein gehöriges Maß an Arbeit von Verrechnungsstelle und Verwaltung. Doch während man in der Vergangenheit davon ausging, dass die Kinderzahlen und somit der Bedarf sinken, weiß man heute, dass der Bedarf steigt. Denn die Kindergartenplätze werden heute auch von Kindern unter drei Jahren belegt.

Erweiterung am Naturkindergarten kostet rund 100.000 Euro

Eigeltingen arbeitet dabei mit Tagesmüttern zusammen. Diese decken die Kleinstkindbetreuung und Randzeiten ab. In allen Kindergärten gibt es aber auch Plätze für Unterdreijährige, meist ab zwei Jahren. Der Bedarf wurde durch die Vergrößerung des Kindergartens Honstetten und die Schaffung einer Naturkindergartengruppe in Eigeltingen aufgefangen, doch schon bald drohen weitere Engpässe. „Der Naturkindergarten wird sehr gut angenommen“, freut sich Thomas Kech. Daher soll kurzfristig eine zweite solche Gruppe Entlastung bringen. Er rechnet mit Kosten von 80.000 bis 100.000 Euro dafür.

Löwenzahn soll langfristig wachsen

Langfristig komme man um eine Erweiterung des Kindergartens Löwenzahn nicht herum, spätestens, wenn das Baugebiet „Bollenberg Nord“ komme, meinte Kech. Aktuell sei ein Anbau für die Gemeinde als Träger finanziell nicht stemmbar. Doch ließe sich aus dem Kindergartenbedarfsplan eventuell ein Förderantrag formulieren. Falls man eine Zusage bekomme, werde man mittelfristig Baupläne mit einem Architekten ausarbeiten. Langfristig gehe man die Planungen sowieso an.

„Die Kindergärten sind bei Herrn Kech in guten Händen“, war sich Bürgermeister Alois Fritschi sicher. Auch wenn der Anbau als Multimillionenprojekt käme.

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