Der Eigeltinger Wald leidet. So lautete kurz gefasst im Gemeinderat das Resümee von Reiner Strähle, der den Forst als Ressortleiter unter sich hat. Trockenheit und Klimawandel machen inzwischen vielen Baumarten zu schaffen und nicht nur der Fichte. Reiner Strähle berichtete den Gemeinderäten ebenso vom verstärkten Eschentriebsterben, von dünnen Baumkronen bei Douglasien und Buchen und weiterern negativen Entwicklungen im Forst. Die angeschlagenen Bäume seien für Unwetter und Schädlinge anfälliger. So überschwemme Schädlings- und Sturmholz den Markt.

Wichtig für den Wald: eine Verjüngung

Dies verringere die Einnahmen aus dem Forst deutlich und erhöhe die Kosten. „Wir müssen mehr Arbeit in die Kulturarbeit stecken“, erklärte Strähle dem Gemeinderat. Zwar würde in Eigeltingen auf Naturverjüngungen gesetzt, doch müssten nun auch aktiv andere Arten in den Wald eingebracht werden. „Wir brauchen den Wald als Gemischtwarenladen, es müssen unterschiedliche Arten wachsen, damit wir in der Nutzung ausweichen können und der Wald gesunden kann“, sagte Strähle.

Reiner Strähle, Förster: „Wir brauchen den Wald als Gemischtwarenladen.“
Reiner Strähle, Förster: „Wir brauchen den Wald als Gemischtwarenladen.“

Schließung des Premiumwanderwegs

Auch in Eigeltingen gibt es Käferholz. Zudem habe man beispielsweise den Premiumwanderweg Krebsbachputzer schließen müssen. Denn hier erkrankten Bäume so an Eschentriebsterben, dass die Gemeinde der Verkehrssicherungspflicht habe nachkommen müssen. Für dieses Holz gebe es keinen Markt mehr, denn dieser sei damit überschwemmt. Eigeltingen habe Glück, dass die örtlichen Hackschnitzelanlagen noch Material abnehme und so das befallene Holz noch aus dem Wald entnommen werden könne.

Preisverfall um 70 Prozent

Die Preise seien bei Fichte bei Stammholz um 70 Prozent, bei Palettenqualität um 60 Prozent gesunken – Insektenholz sei gar nicht mehr vermarktbar. Bei Kiefer, Lärche und Douglasie sei nur gute Qualität absetzbar. Allein Buchen-Stammholz sei auf stabilem, aber niedrigem Niveau.

Keine Kostendeckung

„Wir klären mit dem Kreisforstamt ab, welche Einschläge wir tätigen. Vor allem langjährige Kunden sollen weiter beliefert werden“, betonte der Förster. Doch es seien aktuell schwer kostendeckende Preise zu erhalten. Geplant sei ein Einschlag von 2000 Festmetern in preisstabilen Sortimenten wie Stamm- und Brennholz von Buchen sowie vertraglich abgesicherte Lieferungen. Mit 800 bis 1000 Festmetern werden rund 20 Prozent des Käferholzes eingeschlagen. Dazu kommt voraussichtlich ein maschineller Einschlag von zwei bis 3000 Festmeter Schwachholz je nach Marktlage.

Gutes Miteinander im Wald

Wichtig ist der Wald auch zum Erhalt der Artenvielfalt und als Naherholungsgebiet. Die gemeinsame Nutzung von Wirtschaftsstandort und Wohlfühlort funktioniere meist reibungslos. Denn viele Wege führten durch den Wald. Wichtig sei, sich an Absperrungen zu halten, erklärte Reiner Strähle. Denn mancher Baum habe kein stabiles Wurzelwerk mehr. Dem Forstteam müsse die Chance gegeben werden, seiner Verkehrssicherungspflicht nachzukommen.

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Schädlingsholz muss entfernt werden

Die Bestände im Wald müssten den veränderten klimatischen Bedingungen angepasst werden. „Das kommt einem Umbau der Kulturflächen gleich“, fasste Reiner Strähle zusammen. Das Schädlingsholz müsse eigentlich aus dem Wald geschafft werden, damit neue Schädlingsgenerationen nicht schlüpfen können. Auch sollen neue Baumarten in den Wald eingebracht werden, um das Ökosystem stabiler zu machen.