Was eine Abteilungsfeuerwehr im Ernstfall leisten kann, präsentierten die Feuerwehrangehörigen der Abteilung Honstetten bei ihrer Jahresübung. Als Einsatzannahme hatten sie sich einen Verkehrsunfall ausgesucht: Durch die Nähe des Unfalls zur Bebauung hätte ein Feuer auch auf Häuser übergreifen können.

Zudem waren zwei Personen eingeklemmt und eine irrte schreiend umher. Alarmiert wurden über Melder und Sirene in Honstetten und Eckartsbrunn.

Nachwuchswerbung wird immer wichtiger

Der Abteilungskommandant Bernhard Bach nutzte die Übung auch, um neue Mitglieder zu werben: „Wir rufen alle interessierten Bürger auf: Schaut bei uns vorbei und wenn es Euch zusagt, kommt gerne auch als Quereinsteiger zur Feuerwehr. Ihr werdet mit offenen Armen empfangen. Es erwartet euch und eure Familien eine tolle Kameradschaft.“

Bei ihrer Jahresübung simuliert die Feuerwehr Honstetten ein Unfallszenario. Zuschauer waren ausdrücklich willkommen und konnten die Aktiven bei ihrer Arbeit beobachten.
Bei ihrer Jahresübung simuliert die Feuerwehr Honstetten ein Unfallszenario. Zuschauer waren ausdrücklich willkommen und konnten die Aktiven bei ihrer Arbeit beobachten.

Aus der Übung ließen sich viele Schlüsse ziehen. Zum einen über die viel diskutierte Tagesverfügbarkeit, zum anderen über die feuertechnischen Fachkenntnisse sowie die Ausstattung. Es muss demnach nicht immer neueste Ausstattung sein, oft reichen die traditionell vorhandenen Materialien schon aus. So wurden die Fahrzeuge mit Keilen und auch mit festgerollten Schläuchen gesichert.

Und doch erhoffen sich die Honstetter, mit der Neubeschaffung eines Löschfahrzeuges neue Kameradinnen und Kameraden zu gewinnen. „Derzeit haben wir eine Mannschaftsstärke von 32. Dies hört sich für eine Abteilung erst mal sehr viel an, doch sind derzeit neun Kameraden zwischen 58 und 63 Jahre alt“, erklärt Abteilungskommandant Bernhard Bach.

Diese könnten zwar nach dem Erreichen des 65. Lebensjahres die Abteilung noch tatkräftig unterstützen, schieden aber dann aus der aktiven Laufbahn aus und seien wie Jugendfeuerwehrangehörige nur bedingt einsatzfähig.

Bei der Jahresübung der Feuerwehrabteilung Honstetten zeigen die Feuerwehrangehörigen ihr Können.
Bei der Jahresübung der Feuerwehrabteilung Honstetten zeigen die Feuerwehrangehörigen ihr Können.

„Jede Abteilung braucht genügend Kameraden für die Tagesverfügbarkeit, die also im Dorf erreichbar sind“, erläuterte Bernhard Bach weiter. In diesem Zusammenhang habe die Gemeinde Meldeempfänger angeschafft. Aktuell stelle der Landkreis auf digitale Alarmierung um, somit muss für jeden Kameraden ein neuer Meldeempfänger angeschafft werden.

Einsatzfähigkeit rund um die Uhr

Auf der einen Seite seien zudem die unterschiedlichen Arbeitszeiten ein Fluch für den Probenbetrieb, auf der anderen ein Segen, da viele zu unterschiedlichen Zeiten verfügbar seien. Auch bei der Ausbildung neuer Kameraden sei es kaum noch machbar, einen Lehrgang wie früher üblich in kurzer Zeit auf Stützpunktebene durchzuziehen. Ausbildung, Studium, Arbeitgeber und andere verschiedenste Aktivitäten ließen sich in der heutigen Zeit nur schwer damit vereinbaren.

Darum werde es zur Aufgabe der Führung, frühzeitig um Nachwuchs zu werben, um dann nach jahrelanger Ausbildung und Erfahrung ruhige und bedachte Wehrangehörige in allen Einsätzen zu haben.