Beim Neujahrsempfang der Gemeinde gab es wieder einen prominenten Redner: der ehemalige EU-Kommissar Günther Oettinger. Er gab sich volksnah und begrüßte viele der Bürger in der Krebsbachhalle mit Handschlag, bevor er seinen Platz einnahm. Bürgermeister Alois Fritschi habe ihn seit vier Jahren hartnäckig als Redner angefragt, verriet er. Nun hat er sich in Eigeltingen warm gesprochen, um auf Langenstein den Alefanzorden zu empfangen.

Oettinger spricht über viele Themen

Alefänzig war Oettinger in Eigeltingen nicht, doch fand er klare Worte. Er ordnete Baden-Württemberg und Deutschland in die Weltordnung ein. Dabei befand er, dass Europa nur gemeinsam überleben könne im Spannungsbogen zwischen Amerika und China. Dies gelänge vor allem mit einer starken Wirtschaft.

„Wir müssen unsere Behäbigkeit aufgeben und unser wichtigstes Gut, gut ausgebildete Menschen, einsetzen“, forderte er, damit Deutschland nicht weiter abgehängt würde, insbesondere im digitalen Bereich. Insbesondere im ländlichen Raum von Baden-Württemberg gäbe es da schnell keine Verbindung mehr: „Hier meldet das intelligente Fahrzeug ein paar Tage nach dem Unfall, dass ein Auto von rechts kommt, während sie schon im Krankenhaus liegen.“

Günther Oettinger (rechts) fühlt sich mit Rainer Stolz, Andreas Jung, Alois Fritschi und Landrat Zeno Danner sichtlich wohl. Bild. Susanne Schön
Günther Oettinger (rechts) fühlt sich mit Rainer Stolz, Andreas Jung, Alois Fritschi und Landrat Zeno Danner sichtlich wohl. Bild. Susanne Schön

Doch auch die gesellschaftlichen Aspekte verlor Oettinger nicht aus den Augen. „Für unsere Nachbarn können wir nichts“, erklärte er mit Blick auf Afrika. Doch sei es die Aufgabe von Europa Stabilität zu vermitteln. „Entweder wir exportieren Stabilität oder importieren Instabilität“, prophezeite er. Gerade Baden-Württemberg sei einmal die ärmste Region Europas gewesen und hätte Flüchtlinge in alle Welt gesandt, blickte er zurück in die Geschichte.

Am Klima kam er ebenfalls nicht vorbei. „Wir müssen das Klima mit Technologien schützen und nicht mit Verboten“, forderte er auf und bekannte, dass er von E-Mobilität nur eingeschränkt überzeugt sei.

Die Spielgemeinschaft der Musikvereine Heudorf und Rorgenwies umrahmt den gut besuchten Neujahrsempfang der Gemeinde musikalisch. Bild: Susanne Schön
Die Spielgemeinschaft der Musikvereine Heudorf und Rorgenwies umrahmt den gut besuchten Neujahrsempfang der Gemeinde musikalisch. Bild: Susanne Schön

Zweite Arztpraxis für Eigeltingen

Alois Fritschi dankte für die „ehrliche, zukunftsweisende Rede“. Danach gab er einen Überblick über die Geschehnisse der Gemeinde. Er lobte Schule, Feuerwehr, Vereine und Unternehmer. Die Gemeinde habe aktiv eine Zahnärztin gesucht und gefunden. Diese habe 250 000 Euro in die Praxis gesteckt. Auch bei der Apotheke war man in der Vergangenheit erfolgreich aktiv geworden. In diesem Jahr soll die zweite Arztpraxis von Jürgen Kaufmann eröffnet werden.

Zudem träumt der Bürgermeister von einer privaten Tagespflege. Ein Grundstück habe die Gemeinde schon und der Bedarf sei da. Als Sahnehäubchen stellte er den Bürgern noch eine Tankstelle mit Waschanlage in Aussicht.

Marco Kamenzin, Bürgermeister Alois Fritschi, Rainer Keller (oben von links), Geisela Heckler, Harald Roth (Mitte), Jürgen Schädler, Gustav Alber, Markus Rauch, Ulrike Roth und Richard Auer (unten von links) sind treue Blutspender. Bild: Susanne Schön
Marco Kamenzin, Bürgermeister Alois Fritschi, Rainer Keller (oben von links), Geisela Heckler, Harald Roth (Mitte), Jürgen Schädler, Gustav Alber, Markus Rauch, Ulrike Roth und Richard Auer (unten von links) sind treue Blutspender. Bild: Susanne Schön

Zum Neujahrsempfang gehört auch die Ehrung von Blutspendern. Zudem wurden in diesem Rahmen langjährige Kommunalpolitiker der Gemeinde geehrt (siehe Text unten).

Manfred Schwanz, Alois Fritschi, Hans-Jürgen Boldt (oben von links), Thomas Hirt, Harald Roth (Mitte von links), Gerd Jäger, Reinhardt Brecht, Reinhardt Schwanz, Werner Hirt, Ewald Halder und Armin Martin (unten von links) freuen sich über die Ehrungen als verdiente Kommunalpolitiker. Bild: Susanne Schön
Manfred Schwanz, Alois Fritschi, Hans-Jürgen Boldt (oben von links), Thomas Hirt, Harald Roth (Mitte von links), Gerd Jäger, Reinhardt Brecht, Reinhardt Schwanz, Werner Hirt, Ewald Halder und Armin Martin (unten von links) freuen sich über die Ehrungen als verdiente Kommunalpolitiker. Bild: Susanne Schön

Die Spielgemeinschaft der Musikvereine Heudorf und Rorgenwies umrahmte den Abend und der Musikverein Eigeltingen sorgte für die Bewirtung. Beim Sektempfang und nach dem offiziellen Teil nutzten die Anwesenden die Zeit, um zu netzwerken und sich auszutauschen. Zu den Gästen gehörten auch der Bundestagsabgeordnetem Andreas Jung, Landrat Zeno Danner und Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz, die sich angeregt mit Günther Oettinger unterhielten.

Das könnte Sie auch interessieren

Gemeinde vergibt viele Ehrungen

  • Treue Blutspender: Marco Kamenzin, Stefanie Leber und Michael Pfanner-Bach haben zehn Mal Blut gespendet. 25 Mal haben Gisela Heckler, Rainer Keller und Markus Rauch bereits an einer Blutspende teilgenommen. Ulrike Roth ging 50 Mal, Harald Roth 75 Mal, Jürgen Schädler 100 Mal und Gustav Alber bereits 150 Mal zur Blutspende. Richard Auer, Ehrenbereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins, dankte allen: „Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen, Blutspende ist eine. Tragen Sie Ihre Ehrennadeln mit Stolz.“ Bei der jüngsten Blutspende habe es 166 Spendewillige gegeben, von denen 15 zurückgestellt wurden.
  • Kommunalpolitiker: Für 20 Jahre in der Kommunalpolitik wurden Ewald Halder und Armin Martin (beide Gemeinderäte aus Eigeltingen), die Orstvorsteher Reinhard Brecht (Homberg-Münchhöf) und Reinhard Schwanz (Reute) sowie Ortschaftsrat Thomas Hirt mit Ehrennadel und Ehrenstele des Gemeindetags Baden-Württemberg geehrt. Ortschaftsrat Gerd Jäger (Heudorf), Ortsvorsteher Harald Roth (Heudorf) und Ortsvorsteher Werner Hirt (Honstetten) wurden für 25 aktive Jahre geehrt. 30 Jahre waren Hans-Jürgen Müller (Heudorf), Gemeinderat Manfred Schwanz (Rorgenwies) und Ortsvorsteher Hans-Jürgen Boldt in der Kommunalpolitik aktiv. (sch)