Was lange währt, wird endlich gut? Generell gilt, das es die Möglichkeit geben soll, in jedem Eigeltinger Ortsteil bauen zu können. Doch die Rorgenwieser warten nun schon lange auf ihr Baugebiet. Von der Anfrage des Ortschaftsrats vor vielen Jahren bis heute war es ein steiniger Weg. Das Ziel ist in Sicht, aber es gibt noch keine Unterschrift unter der Bewilligung des Bebauungsplans.

Los ging es mit dem Flächennutzungsplan, der eine andere Fläche auswies, welche aber kaum zu bebauen gewesen wäre. Nach zähem Ringen gelang es, die Fläche zu tauschen. Die Verwaltung machte sich mit positiven Signalen mit einer Abrundungssatzung auf den Weg zum Baurechtsamt nach Stockach. Doch es gab eine Absage.

Dann versuchte man es mit dem vereinfachten Verfahren nach Paragraf 13b. Das zweite blaue Auge fing sich die Gemeinde ein, weil zwischen Ortsrand und geplanter Erweiterung Schöpfe und Wiesen lägen.

Also folgte ein ganz normales Bebauungsplanverfahren. Zeitgleich liefen Verhandlungen mit der katholischen Kirche um den Grunderwerb. Diese stellten sich deutlich schwieriger heraus, als es der Bürgermeister Alois Fritschi je für möglich gehalten hatte. "Hätte ich das gewusst, hätte ich es gelassen", sagt er rückblickend.

Schließlich gelang es, die Fläche mit Flächen Eigeltingen zu tauschen. Man habe rund sieben Jahre verloren, gab Fritschi zu und sah seinen damaligen Optimismus kritisch.

Entwässerung ist ein Problem

Aktuell ist die Entwässerung der 0,5 Hektar großen Fläche das größte Problem, da die Gemeinde nach Versuchen erkannte, dass der Boden kaum versickerfähig ist. Über die Kanalisation zu entwässern, sei schwierig, da man bereits jetzt oft an der Grenze des Erlaubten sei. Einfach über die Straße zu entwässern, sei weder erwünscht, noch diene es der Verkehrssicherheit.

So überlegte die Verwaltung, die Entwässerung über den Öhlebach zu leiten. Über ein Rohrsystem soll das Wasser dorthin gelangen. Damit es aber schnell genug abfließen kann, müsste der Bach tiefer gelegt werden. Die Entscheidung darüber ist noch beim Wasserrechtsamt anhängig.

Die Maßnahme könnte aber auch eine Entlastung der Hochwassersituation im Dorf bringen, denn dieses fließt offen durch den Ortskern. An diversen Anschüttungen an anliegenden Grundstücken lässt sich erkennen, dass es bei Starkregenereignissen immer wieder zu Überflutungen der Keller kommt. Durch eine streckenweise Tieferlegung könnte die Situation deutlich entspannt werden, da der Bach dann mehr Wasser aufnehmen könnte.

Es kommt durch diese Erschwerung bei der Erschließung zu sehr hohen Kosten. Planer Burkhard Raff ging von Kosten in Höhe von 127 Euro pro Quadratmeter aus. Damit kann die Gemeinde den üblichen Bauplatzpreis nicht halten und muss erhöhen, damit die Erschließungskosten einigermaßen abgegolten werden.

Eine Anpassung der Bauplatzpreise steht auch in anderen Baugebieten an. Der Grund ist, dass die Leistung der Gemeinde nicht mit der Erschließung endet, sondern sie auch die Infrastruktur vergrößern muss. Deren Ausbau und Erhalt verursacht langfristige Kosten.