Eigeltingen Volker Kauder spricht beim Neujahrsempfang über Flucht, Frieden und Zusammenhalt

Einst lebte er selbst in Eigeltingen, nun kehrte er als Unionsfraktionschef zurück: Volker Kauder sprach beim Neujahrsempfang auch über seine besondere Beziehung zum Ort. Und darüber, dass Dörfer keine "Wohnzoos" werden dürfen.

Zwischen Sondierungsgesprächen mit den Partnern einer möglichen Bundesregierung und Interviews bei bundesweit aufgelegten Tageszeitungen fand Unionsfraktionschef Volker Kauder Zeit, beim Neujahrsempfang in Eigeltingen zu sprechen. "Ich spreche nur selten außerhalb meines Wahlkreises", doch zu Eigeltingen habe er eine besondere Beziehung. Denn hier lebte ein Jahr lang seine Familie, sein Bruder Siegfried ist hier geboren.

Und schon war der Bogen zur Flüchtlings- und Europapolitik geschlagen. Denn seine Eltern waren Flüchtlinge aus Jugoslawien. Und sein Vater habe die Lehrerstelle in Eigeltingen aufgeben müssen, weil er die falsche Konfession hatte. "Wenn das Pulverfass im Orient explodiert, dann werden Millionen Menschen kommen und wir können das nicht aufhalten!", sagte Kauder. Da sich Amerika auf den Konflikt in Asien konzentriere, müsse Europa die Verantwortung für die Konflikte in Afrika und Arabien übernehmen. Denn Krieg sei ein gerechtfertigter Grund zu flüchten. Man müsse dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen so verändern, dass es keinen Grund zur Flucht gebe.

Bürgermeister Alois Fritschi (links) und Bundestagsabgeordneter Andreas Jung hatten eingeladen und Volker Kauder kam gerne zum Eigeltinger Neujahrsempfang. Als Vertreterin des Landes war Dorothea Wehninger anwesend. .Bild: Susanne Schön
Bürgermeister Alois Fritschi (links) und Bundestagsabgeordneter Andreas Jung hatten eingeladen und Volker Kauder kam gerne zum Eigeltinger Neujahrsempfang. Als Vertreterin des Landes war Dorothea Wehninger anwesend. .Bild: Susanne Schön

Gleichzeitig mahnte der Unionsfraktionschef einen Zusammenhalt an. Die Religion habe dies früher geboten, doch sie werde immer mehr zur Privatsache. Auch Gesetze alleine reichten nicht für eine funktionierende Gesellschaft aus. "Wir müssen uns um gemeinsame Bindungen kümmern", appellierte Kauder. Dazu gehöre für ihn ein starker Staat, der auch für die innere Sicherheit sorge. Und wer hier lebe, der müsse Werte wie der gemeinsame Unterricht für Mädchen und Jungen auch beim Schwimmen akzeptieren. Oder gehen.

Bildung und Digitalisierung waren weitere wichtige Themen für ihn: "Dörfer dürfen nicht zu Wohnzoos werden", sagte Kauder. Dazu gehöre der Erhalt und Ausbau von Infrastruktur wie Nah- und Gesundheitsversorgung sowie Bildung. "Ein Land, das wenig im Boden hat, muss auf Bildung setzen." In Eigeltingen sei dies gelungen: Mit dem ersten Lichtblitz durch das hiesige Glasfasernetz sei ein wichtiger Schritt Richtung Digitalisierung getan.

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