Viele Gründe sprachen dafür, die Straßen mittels eines neuen Verfahrens zu untersuchen. Bei den Abwasserkanälen wird dies mittels Eigenkontrollverordnung vorgeschrieben. In Eigeltingen wird dies in mehreren Etappen mittels TV-Untersuchung vorgenommen. Die Maßnahmen müssen auf mehrere Bauabschnitte verteilt werden. Bei den Straßen gibt es nur die Pflicht der Gemeinde, für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu sorgen. Hier melden Bürger Schäden, und die Verwaltung kontrolliert in unregelmäßigen Abständen. Eine genau Dokumentation gab es aber bisher nicht. Eigeltingen wird diese als erste Gemeinde des Landkreises nun in digitaler Form bekommen.

Bei Gemeinderatssitzungen könnte man den Eindruck gewinnen, dass Straßen nur eine Last für die Gemeinde sind. Denn wenn sie auf der Tagesordnung auftauchen, dann meist unter dem Punkt Sanierung. Teilweise können diese ausgeführt werden. Teilweise werden sie aber auch verschoben, weil der Gemeindehaushalt eine Sanierung nicht zulässt. Durch die Umstellung des Gemeindehaushalts auf Doppik werden die Straßen aber auch zu einem Vermögen. Dieses muss nun erfasst werden. Dank der Firma Vialytics geht dies quasi sofort und im Vorbeifahren.

Philip Bender (Vialytics), Walter Braun (Hauptamt), Bürgermeister Alois Fritschi, Dirk Rieger (Vialytics), Dietmar Vogler, Frank Martin, Alexander Sterk (alle Bauhof) und Thomas Kech (Hauptamt) (von links) sind gespannt auf die ersten Ergebnisse von der Erfassung der Straßenzustände mittels des neuen Systems. Bild: Susanne Schön
Philip Bender (Vialytics), Walter Braun (Hauptamt), Bürgermeister Alois Fritschi, Dirk Rieger (Vialytics), Dietmar Vogler, Frank Martin, Alexander Sterk (alle Bauhof) und Thomas Kech (Hauptamt) (von links) sind gespannt auf die ersten Ergebnisse von der Erfassung der Straßenzustände mittels des neuen Systems. Bild: Susanne Schön

Handy-App sendet Bilder an einen Cloudspeicher

Vialytics hat eine Handy-App entwickelt, die den Straßenzustand per Handykamera aufnimmt. Die von der App gesammelten Bilder werden an einen Cloudspeicher gesendet, sobald das Gerät in einem WLAN-Netz eingewählt ist. Die Bilder werden dann analysiert, und die Auswertung geht danach an die Gemeinde. Verwaltung und Gemeinderat haben dadurch objektive Informationen, um entscheiden zu können, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Die Hoffnung ist, dass man bereits bei geringen Schäden eingreifen kann. Dies würde die Kosten für die Gemeinde senken und die Lebensdauer der Straßen erhöhen.

Nachdem der Gemeinderat der Zusammenarbeit mit Vialytics zugestimmt hat, konnten Vertreter der Firma den Mitarbeitern der Verwaltung und des Bauhofs die Arbeitsweise vorstellen und die beste Nutzungsweise erläutern. Nach dem theoretischen Teil im Rathaus ging man direkt an das Bauhoffahrzeug. Dort montierte man die Halterung für das Handy an die Windschutzscheibe, aktivierte die App und stellte die Kamera so ein, dass sie die Straße fotografiert.

Datenschutz ist gewährleistet

Da aktuell sowieso Arbeiten im gesamten Gemeindegebiet anstehen, wird ein Großteil der nötigen Fahrten im Alltag bereits erledigt. Bauhofmitarbeiter und das Team von Vialytics stehen in engem Kontakt, damit die bestmögliche Auflösung erreicht wird und somit die Bilder aussagekräftig werden. Dabei spielen Wetter und Schattenwurf auch eine große Rolle.

Die Bürger müssen keine Angst haben, dass sie überwacht werden. Die Kamera fotografiert die Straßen, und die Daten werden von Vialytics anonymisiert, bevor sie der Gemeinde wieder zugesendet werden. Es geht lediglich um den Zustand der Straßen. Es werden auch die Größen der Fahrzeuge erfasst, aber keine Kennzeichen. Vialytics hofft bald auch Kanaldeckel und den Gehweg erfassen zu können. Noch braucht das System Anhaltspunkte, wo die zu erfassende Straße endet, also einen Bordstein oder eine Fahrbahnmarkierung.