Der Kunstvermittler und Kunstliebhaber Christoph Graf Douglas war bürgernah und verliebt in die Landschaft des Hegaus. Dass er mit 68 Jahren so plötzlich gestorben ist, hat viele Menschen in der Region bestürzt. Obwohl er weltweit unterwegs war, zog es den promovierten Kunsthistoriker, der 15 Jahre beim renommierten Autionshaus Sotheby's gearbeitet hat, immer wieder zurück in seine Heimat. Christoph Graf Douglas hat auf seinem Hofgut Dauenberg zwischen Eigeltingen und Reute gelebt. Verheiratet war er mit der Innenarchitektin Bergit Douglas aus der Oetker-Dynastie, mit der er drei Kinder hatte. Zwei Kinder hatte sie in die Ehe mitgebracht. "Sein Tod ist ein großer Verlust für die Gemeinde Eigeltingen", sagt Bürgermeister Alois Fritschi. Er habe sich für seine Gemeinde interessiert und sei ein großer Unterstützer der Feuerwehr gewesen. Am Herzen lag ihm auch das 1840 erbaute Schulhaus in Eigeltingen, das er kaufte, zum neuen Dorfladen umbauen ließ und verpachtete. Bei der Eröffnung im vergangenen Jahr konnte er sich noch gut an seine Schulzeit vor 58 Jahren dort erinnern und wie er jeden Tag von Schloss Langenstein zur Schule gelaufen war.

Schloss Langenstein hatte er Anfang 2015 übernommen. Dort hatte er mit aufwändigen Sanierungsarbeiten begonnen. "Er wollte alles für die Nachwelt erhalten", sagt Carola Schäpke, Vorsitzende des Vereins Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein. Sie habe ihn als aktiven Menschen kennen gelernt, mit einem Gespür für schöne Dinge und einer großen Liebe zur Kunst. Oft habe sie mit dem Grafen zusammengesessen und die weiteren Pläne für das Museum besprochen. "Er war ein Visionär", so Schäpke. Die gräfliche Wohnung im Schloss habe er gemeinsam mit seiner Frau mit viel Hingabe und Liebe zum Detail sanieren lassen, schwärmt die Vereinsvorsitzende.

Bürgermeister Bernhard Volk von der Gemeinde Orsingen-Nenzingen hat die traurige Nachricht vom Tod des Grafen Douglas sehr betroffen gemacht. "Ich habe ihn als überaus angenehmen und zielstrebigen Menschen kennengelernt", so Volk. Auch der Dornsberg mit der Landesjagdschule gehörte zu seinen Besitztümern sowie der Mägdeberg bei Mühlhausen-Ehingen. Christoph Graf Douglas war ein leidenschaftlicher Jäger. Und er hatte ein Händchen für schöne Plätze mit Seesicht in der Natur. "Die wurden dann freigeschlagen und es wurden Bänke aufgestellt", berichtet Paul Lübbers, Betriebsleiter der Forstverwaltung Graf Douglas. Die Natur hat ihm viel bedeutet. Gemeinsam mit dem Förderverein Freunde des Mägdeberges hat er mehr als 900 neue Bäume pflanzen lassen.

Graf Douglas wird Anfang nächster Woche in Langenstein beigesetzt werden. Das Fasnachtsmuseum hat aus diesem Grund am Samstag und Sonntag, 17. und 18. September, geschlossen.