Die Digitalisierung ist in aller Munde. Für die einen geht es nicht schnell genug – siehe Ausbau des Glasfasernetzes – und andere haben Bedenken beispielsweise beim Ausbau des G5-Mobilfunk. Kontrovers diskutiert wird die Digitalisierung auch in den Schulen.

Für die einen ist es in der heutigen Zeit unverzichtbar, bereits in der Grundschule mit der digitalen Welt vertraut zu werden, auf jeden Fall sollten aber die Schüler auf die digitale Berufswelt vorbereitet werden. Andere Studien haben ergeben, dass die alten Lehrmethoden und vor allem das soziale Miteinander durch nichts zu ersetzen sind.

Die Schulleitung informierte den Gemeinderat in öffentlicher Sitzung über den Sachstand zum Ausbau der Digitalisierung an der Gemeinschaftsschule Eigeltingen. "Die Schule Eigeltingen nutzt Tablets in 5 mobilen Koffern. Diese werden von allen 554 Schülerinnen und Schülern der Stufen 1 bis 10 und erfreulicherweise auch von allen Lehrkräften genutzt", führte Michael Wernersbach ein.

40 gebrauchte Notebooks konnte die Gemeinschaftsschule Eigeltingen zudem über Sponsoren generieren. Dazu kommen noch zahlreiche Desktop-PCs in den PC-Räumen und Klassenzimmern. Die neuen Medien würden effektiv und zielgerichtet im Unterricht eingesetzt.

Unterstützung durch Unternehmen

Als eine von zwei Schulen im Schulamtsbezirk Konstanz bietet die Schule Eigeltingen ab dem Schuljahr 2019/20 das Profilfach IMP (Informatik, Mathematik, Physik) ab der Klassenstufe 8 an (siehe Infokasten). Auch in Rielasingen-Worblingen läuft eine Bewerbung.

"Die Schule ist sowohl personell als auch von der technischen Ausstattung hervorragend für das neue Fach aufgestellt", freut sich der Schulleiter. Daran habe die ganze Schulgemeinschaft gearbeitet. So sei auch durch örtliche und überörtliche Unternehmer Unterstützung gekommen.

Die herkömmlichen Medien gehören in Eigeltingen weiterhin zum Standardrepertoire des Unterrichtens und Lernens. So setzt die Gemeinschaftsschule Eigeltingen neben den digitalen Medien auch auf klassische Medien wie Schulbücher, Duden und handschriftliches Arbeiten. Vorbei ist aber die Zeit der Overhead-Projektoren.

Jedes Klassenzimmer und jeder Fachraum ist inzwischen mit einem Beamer ausgestattet. Dies sei ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. "Nachhaltigkeit wird an der Gemeinschaftsschule Eigeltingen groß geschrieben", erklärte der Schulleiter. So seien mit kostenintensiven Overhead-Projektoren beispielsweise auch die Plastikfolien komplett verschwunden.

Schule erstellt ein Medienentwicklungskonzept

Über alle Fachbereiche hinweg kämmen die neuen Medien in verschiedensten Projekten erfolgreich zum Einsatz, versicherte der Schulleiter den Gemeinderäten. Er zählte einige dieser Projekte auf.

Bereits in der Grundschule nutzen die ersten beiden Klassen die neuen Medien für Kopfrechenübungen in Mathematik. Physikalische Versuche und Messungen werden in der Sekundarstufe digital bearbeitet. Und in Stufe 10 nutzen die Schüler hochmotiviert im Fach Musik eine Musiksoftware.

Außerdem erstellt die Schule ein Medienentwicklungskonzept, um die Zuschüsse des Digitalpakts abzurufen. Bürgermeister Alois Fritschi rechnet mit einem Zuschuss von mindestens 90 000 Euro. "Wir stehen voll und ganz hinter dem Konzept der Schule. Bis der Zuschuss bewilligt ist, werden die Mittel dafür aus dem Schulbudget kommen", beteuerte er den Rückhalt des Schulträgers bei der Digitalisierung.

Das Glasfaserkabel liegt schon in der Schule. Die Schulleitung hofft, dass man im Herbst ans schnelle Netz kann.