Das Jahreskonzert des Musikvereins Honstetten zeigte die Verbundenheit von Musikern untereinander, auch vereinsübergreifend, sowie die tiefe Verwurzelung des Musikvereins mit Honstetten. Das Konzert konnte durchaus als Hommage an einen seiner Musiker gesehen werden: Wolfgang Braun. Denn wer schafft es schon, auf 70 Jahre als aktiver Musiker zurückzublicken?

Es wurde aber auch klar, dass für Wolfgang Braun mehr dazugehört, als bei seinem Musikverein auf der Bühne Musik zu machen. Er prägte das Vereinsleben auch als Dirigent und Gründer der Jugendkapelle. Dazu kommt noch sein Arbeitseinsatz als Tiefbauer insbesondere bei den Arbeiten auf dem Festplatz.

Wolfgang Braun dirigierte sein Lieblingsstück "Mein Heimatland" beim Jahreskonzert des Musikvereins Honstetten selbst. Der Jubilar war 14 Jahre Dirigent des Musikvereins, bevor er den Taktstock an seinen Schwiegersohn weitergab. Bilder: Susanne Schön
Wolfgang Braun dirigierte sein Lieblingsstück "Mein Heimatland" beim Jahreskonzert des Musikvereins Honstetten selbst. Der Jubilar war 14 Jahre Dirigent des Musikvereins, bevor er den Taktstock an seinen Schwiegersohn weitergab. Bild: Susanne Schön

Musik von seinen Anfängen als Musiker bis heute hatte Dirigent David Johannes zusammengestellt. Ausnahmsweise übergab er sogar den Taktstock, damit der Geehrte sein Lieblingsstück "Mein Heimatland" selbst dirigieren konnte. Die erste Moderation der Stücke übernahm sein Urenkel Noah mit ihm. Dann folgten Kinder und Enkel, die im Zusammenhang mit de Stücken immer interessantes über Welt-, Sport- und Musikgeschichte sowie wichtige Etappen des Honstetter Musikvereins zu berichten wussten.

Die gewählten Stücke entsprachen zwar nicht unbedingt dem Musikgeschmack von Wolfgang Braun, der seit 1982 mit der Mindersdorfer Bauernkapelle gerne Polkas und Märsche spielt. Und auch die gewohnten klassischen Stücke fehlten. Doch lassen sich die gespielten Stücke gut für die Festsaison als Repertoireerweiterung nutzen. Zumal Renate Braun und Ramona Bach beim Helene Fischer-Hitmix sogar sangen.

Die meisten Gäste beim Jahreskonzert des MV Honstetten in der Tudoburghalle kamen aus Honstetten. Es waren aber auch musikalische Wegbegleiter von Wolfgang Braun aus der ganzen Region dabei. Bild: Susanne Schön
Die meisten Gäste beim Jahreskonzert des MV Honstetten in der Tudoburghalle kamen aus Honstetten. Es waren aber auch musikalische Wegbegleiter von Wolfgang Braun aus der ganzen Region dabei. Bild: Susanne Schön

Die Stückwahl kann man schon als gewagt bezeichnen, denn bei einem Medley von Amy Whinehouse-Songs, mit Blasmusik umgesetzt, fehlt irgendwie deren charakteristische Stimme. Und doch gelang es den Honstettern wieder, Blasmusik auf höchstem Niveau zu spielen.

Dabei beeindruckte das Gesamtorchester in seiner Harmonie ebenso wie das Spiel der Register miteinander und die herausragende Leistung der Solisten. Gerne ging man mit den Musikern auf die besondere Zeitreise, wie sich im begeisterten Applaus immer wieder zeigte.

Noah Bach eröffnet den Moderationsreigen als Urenkel von Wolfgang Bach (rechts) beim Jahreskonzert zu dessen Ehren. Bild: Susanne Schön
Noah Bach eröffnet den Moderationsreigen als Urenkel von Wolfgang Bach (rechts) beim Jahreskonzert zu dessen Ehren. Bild: Susanne Schön

Mit Bravour bewältigte auch Stefan Wolpert sein erstes Konzert als Vorsitzender. Mit jugendlichem Elan und großer Authentizität führte er beispielsweise durch die Ehrungen. Darunter war das Jungmusikerleistungsabzeichen in Silber, welches Pascal Schwanz von Verbandspräsident Johannes Steppacher überreicht wurde. Der junge Musiker glänzte an diesem Abend mit Soli bei Youngstars und Musikverein.

Daniel Braun wurde für zehnjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Marcel Kähler und Carina Bach sind seit 20 Jahren dabei und auch im Vorstand aktiv. Stefan und Andreas Müllerleile sowie Thorsten Braun übernahmen in ihren 30 Jahren in ebenfalls in der Vorstandsarbeit Verantwortung. Die goldene Ehrennadel war darum mehr als verdient. Sie sind nun auch Ehrenmitglieder. Wolfgang Braun trägt jetzt die Ehrennadel in Diamant mit Jahreszahl und Ehrenbrief. Er befand: "Es gibt nichts Schöneres als anderen eine Freude mit Musik zu machen."