In Sachen Kinderbetreuung besteht in der Gemeinde Eigeltingen Handlungsbedarf. Diese Erkenntnis beruht auf einer exakten Bedarfsermittlung. Die Gemeinde hatte sie auf den Weg gebracht, nachdem Anfang Juni Martin Joos die Arbeiten der Kommunalentwicklungen zur Kindergartenbedarfsplanung dem Gemeinderat vorgestellt hatte. Da eine solche Planung immer von Unwägbarkeiten begleitet ist, entschloss sich die Gemeinde, den Betreuungsbedarf möglichst exakt zu bestimmen, um ein differenziertes und passgenaues Betreuungsangebot aufstellen zu können. Das Ergebnis in kurzen Worten: "Es wird bald zu Engpässen kommen."

Bürgermeister Fritschi betonte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats: "Das Kindertagesbetreuungsgesetz verpflichtet die Kommunen zu einer örtlichen Bedarfsplanung für die vorschulischen Betreuungsangebote. Das ist kein 'nice to have', sondern eine Pflichtaufgabe." Darum ging die Verwaltung auch gleich mögliche Lösungsansätze an, um es erst gar nicht zu einem Engpass kommen zu lassen.

Erweiterung in Heudorf scheidet aus

In der Gemeinde gibt es drei Kindergärten: die beiden katholischen in Heudorf und Honstetten sowie den kommunalen in Eigeltingen. Der stellvertretende Hauptamtsleiter Thomas Kech stellte die vorläufigen Ergebnisse vor. Zuerst wurde ein Ausbau in Heudorf geprüft. Doch stünden Kosten von 100 000 Euro zehn Kindergartenplätzen gegenüber, die sich nicht in ein vernünftiges, kindgerechtes Konzept einbinden ließen. Der Bürgermeister erklärte, die Erweiterung des Standorts mache nur Sinn, wenn die gesamte Wohnung im Obergeschoss zur Verfügung stünde und nicht nur ein Zimmer. Gemeinderat Manfred Schwanz ging sogar noch weiter und regte einen kompletten Neubau an, statt nur teure Flickschusterei zu betreiben.

Somit rückte Honstetten in den Fokus der Aufmerksamkeit. Hier werden die Kosten mit 230 000 Euro für 22 Kindergartenplätze pro einzelnem Platz zwar nicht günstiger, aber es ergibt sich ein stimmigeres Gesamtkonzept. Planer Alexander Stemmer erläuterte den Gemeinderäten die Pläne für Umbaumaßnahmen auf zwei Stockwerken. "Kostentreiber sind die Sanitäranlagen im Erdgeschoss." Diese sind nicht nur alt, sondern entsprechen auch nicht den Richtlinien, die für Kindergärten gelten. "Die Leitungen sind bis auf die Grundleitungen desolat", erklärte Stemmer. Sie müssten in Handarbeit freigelegt werden, sodass eine Kostenschätzung schwer sei. Diese Arbeiten könnten auch ohne Umbau jederzeit anfallen.

Ausbau soll so bald wie möglich beginnen

Im Obergeschoss soll der bisher nicht offiziell genutzte Chor- und Krabbelgruppenraum zum Gruppenraum für eine 22 Kinder umfassende Gruppe umgebaut werden. Ein Teil des Leiterbüros ist als Ruheraum geplant. Und auch im bestehenden Gruppenraum soll ein Ruheraum geschaffen werden. Im Untergeschoss werden nicht nur die Sanitäranlagen komplett umgestaltet. Der bisherige Lagerraum soll zudem um Aufenthalts- und Besprechungsraum erweitert werden.

Die Arbeiten werden in der Sommerpause ausgeschrieben und baldmöglichst umgesetzt. Während der Arbeiten wird die Tudoburghalle zum Kindergarten. Der Lagerraum der Narrenzunft wird zudem nicht mehr als solcher nutzbar sein. Förderanträge laufen. Es ist aber noch nicht klar, in welcher Höhe sie gewährt werden.