Eigentlich sei es wirklich schade, dass es nur ein Waldfest im Jahr gibt. Das stellten die Besucher des Waldtheaters am Wochenende fest. Einer davon ist Robert Gommeringer und er träumt von spontanen Frühschoppen oder Feierabendhocks. Der Waldfestplatz zeigte sich am Wochenende von seiner besten Seite. Die Bäume spendeten wohltuenden Schatten und sorgten für die unverwechselbare Stimmung. Dank der Bühne können nun auch die Verpflegungshütten untergebracht werden und es muss etwas weniger Infrastruktur transportiert werden.

Verein als Teil des Dorflebens

Arbeit macht das Waldfest trotzdem. Doch die Festbesucher können gleich zweifach etwas Gutes tun. Zum einen sich selbst. Und zum anderen kann der Musikverein mit den Einnahmen seinen ehrenamtlichen Beitrag für die Dorfkultur sowie die Jugendarbeit fortsetzen. „Das Waldfest ist nicht nur Einnahmequelle“, erklärt der Vorsitzende Jürgen Winter. Es sei auch ein wichtiger Termin im Veranstaltungskalender vieler Eigeltinger und anderen Gästen. Als Treffpunkt unter Freunden sei es nicht mehr wegzudenken.

Auch der Waldfestsonntag ist gut besucht. Das gute Wetter und der "Tag der Blasmusik" locken sie auf den Waldfestplatz. Bild: Susanne Schön
Auch der Waldfestsonntag ist gut besucht. Das gute Wetter und der "Tag der Blasmusik" locken sie auf den Waldfestplatz. Bild: Susanne Schön

Etabliert hat sich auch das Waldtheater. Dieses wird von der Jungmusik ausgerichtet. Nadine Muffler, Maike und Simone Windmüller, Selina und Philipp Nickl sowie Adrian Tress gehören zum bewährten Schauspielensemble. Neu dazu kam Timo Lattner. Neu war auch die Wahl des Stücks. „Wir wollen einmal etwas Neues machen und das Publikum mit einbinden“, verriet Marijana Senger, die mit Melitta Uhl seit Pfingsten die Jugendlichen bei den Vorbereitungen und Proben unterstützte. Diese dankte auch den Eltern für ihr Verständnis und die Mitarbeit bei Kostümen und Requisite. Beim Krimi „Mörderische Auslese“ von Mischa Martini konnten die Zuschauer mitermitteln. Vor dem vierten Akt konnten sie ihre Verdächtigen in die Lostrommel werfen. Gewonnen hat Hubert Hirt, der einen Korb voll leckerer Kleinigkeiten bekam.

Simone Windmüller, Selina Nickl, Nadine Muffler, Philipp Nickl und Maike Windmüller (von links) brauchen die Zuschauer als Ermittlungs-Helfer in dem Mordfall.
Simone Windmüller, Selina Nickl, Nadine Muffler, Philipp Nickl und Maike Windmüller (von links) brauchen die Zuschauer als Ermittlungs-Helfer in dem Mordfall.

Das Stück selbst traf auch den Geschmack der Zuschauer und bot den jungen Laienschauspielern reichlich Raum zur Verwirklichung. Die Windmüllerschwestern genossen sichtlich, die feinen Seitenhiebe die sie als konkurrierende Sommelier und Weinkönigin leben durften. Nadine Muffler überzeugte als trauende und sehr attraktive Witwe. Adrian Tress war die Rolle des Kriminalbeamten auf den Leib geschnitten. Und Selina Nickl als seine eher ungewollte, neunmalkluge Assistentin sorgte für reichlich Lacher. Nur kurz war der Auftritt von Philipp Nickl, der in den ersten fünf Minuten gekonnt gestorben ist. Und Neuzugang Timo Lattner fügte sich als Öko-Student harmonisch in das Geschehen ein.

Musik und entspannte Atmosphäre

Der kurze Gewitterschauer am Sonntagmorgen sorgte dafür, dass der Waldfestplatz nicht staubte. Zum Waldfest strahlte dann wieder die Sonne vom Himmel. Der Tag der Blasmusik startete morgens mit dem Frühschoppen. Es spielte der Musikverein Friedingen auf und am nachmittag übernahm der Musikverein Mahlspüren im Hegau die Bühne. Neben dem musikalischen Rahmenprogramm lockten auch in diesem Jahr als besondere Spezialität die frischen Grillhähnchen im Vertikalgrill.

Die Besucher des Waldtheaters sind in diesem Jahr zum Mitmachen aufgefordert. Gebannt verfolgen sie die Ereignisse auf der Bühne.
Die Besucher des Waldtheaters sind in diesem Jahr zum Mitmachen aufgefordert. Gebannt verfolgen sie die Ereignisse auf der Bühne.

Der Waldfestsonntag war auch in diesem Jahr bei jung und alt beliebt. Egal ob als Familie, Paar, Gruppe oder alleine strömten die Besucher zum Waldfestplatz. „Hier bleibt man nicht lange alleine und trifft immer Freunde“, wusste beispielsweise Anton Tress. Auch ehemalige Eigeltinger und befreundete Musiker zieht es immer wieder hier her. Jürgen Winter zog eine positive Festbilanz. Er dankten den vielen Helfern, die das Waldfest erst gelingen lassen.