Ein seltenes Schauspiel konnten die Zuschauer der diesjährigen Jahresübung der Feuerwehrabteilung Eigeltingen verfolgen: einen Unwettereinsatz bei strahlendem Sonnenschein. Feuerwehrfrau Regina Glatt war an diesem Tag nicht nur Einsatzleiterin, sie hatte auch die Übung vorbereitet. Dafür bekam sie von allen Seiten großes Lob. Sehr realistisch türmten sich dicke meterlange Baumstämme auf einem Auto und auf dem befestigten Weg auf dem Festplatz bei der Lochmühle.

Neben den anderen Zuschauernn gab es auch – realen Bedingungen entsprechend – Fahrzeughalter, die ihre Fahrzeuge hinter der Absperrung parkten. Einige Besucher der Lochmühle nutzten die Gelegenheit für beeindruckende Selfies und drückten ihre Nasen schon fast an die Scheiben des eingeklemmten Autos. Der am Boden liegenden Person wollte allerdings niemand helfen. Für die Einsatzkräfte ist dies zu ihrem Bedauern nicht nur bei einer Übung so, sondern auch im Ernstfall.

Viel Lob bei der Übungsbesprechung

Gestartet ist die Übung mit der Annahme, dass ein Blitz in ein kleineres Gebäude eingeschlagen hat. Diesen Teil der Übung übernahmen die Angehörigen der Jugendfeuerwehr, die die Leistungsspange abgelegt hatten. Unterstützt wurden sie dabei von den Atemschutzträgern. Nachdem dieser Teil der Übung abgeschlossen war, konnten vor allem die jüngsten Zuschauer einmal selbst ein Strahlrohr in die Hand nehmen und den Wasserdruck spüren. Viel Lob gab es bei der Übungsbesprechung für die gekonnte Einbindung der Jugendlichen von Andreas Maier, Kommandant der Feuerwehr Steißlingen.

Maier betonte auch, wie entscheidend die Abwägung im Ernstfall bei diesem Szenario ist – ob die Feuerwehrangehörigen überhaupt zum Einsatzort vorrücken. Denn es ist bei Sturm schon vorgekommen, dass auch Feuerwehrmänner von Bäumen erschlagen wurden. Es gilt auch nach dem Einsatz darauf zu achten, dass die Bäume und Äste mit Spannung aufliegen und sich teilweise unerwartete Wege suchen, nachdem die Motorsäge Entspannung brachte. Dies galt es auch bei der Übung zu bedenken.

Vorbildliche Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen

Eine Radfahrerin lag neben dem vom Blitz getroffenen Baum. Trotzdem galt es diesen zu sichern und dabei kam auch Technik zum Einsatz. Im Pkw saß eine Puppe, um eine Menschengefährdung auszuschließen. Trotzdem war es beeindruckend wie die Feuerwehrangehörigen auf engstem Raum einen Zugang mit ihrem hydraulischen Gerät schufen. Nachdem die Puppe aus dem Pkw gerettet war, wurde sie durch eine Jugendfeuerwehrlerin ersetzt und diese auf dem Spineboard an das Deutsche Rote Kreuz übergeben.

Bürgermeister Alois Fritschi lobte bei der Übungsbesprechung seine Feuerwehr: „Ich weiß, die Eigeltinger Abteilung kann es. Eigeltingen ist mit der Feuerwehr sehr zufrieden.“ Zeitgleich machte er, als stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins, Werbung für das Rote Kreuz. Richard Auer vom DRK erklärte die Aufgaben seiner Mitglieder an dieser Übung und lobte die Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen auf dieser Ebene.