Von Freitagabend bis Samstagnachmittag war in Eigeltingen immer wieder das Martinshorn zu hören, und Feuerwehrfahrzeuge waren überall im Dorf zu sehen. Beim Berufsfeuerwehrtag erlebten Mitglieder Jugendfeuerwehr 24 Stunden lang bei Übungseinsätzen wie es ist, aktiver Feuerwehrmann zu sein.

20 Betreuer machen mit

Im Einsatz waren aber nicht die ehrenamtlichen Retter der Abteilungsfeuerwehren sondern die über vierzig Jugendlichen der Jugendfeuerwehr mit dem 20 Mann starken Betreuerteam. Viele davon waren selbst in der Jugendfeuerwehr.

Beim Berufsfeuerwehrtag erlebten die Jugendlichen den echten Feuerwehralltag mit unangekündigten Einsätzen. Dabei mussten sie auch auf der Eigeltinger Leitstelle entscheiden, welche Gruppen und Fahrzeuge sie in den Einsatz schicken.

Von Tierrettung bis Großbrand

„Unser herzlicher Dank gilt den Eltern, die uns immer so toll unterstützen“, freute sich Jugendwart Frank Gommeringer. So ging es beispielsweise eine Stunde nach Beginn des Feuerwehrtages zur Tierrettungs-Übung auf den Spielplatz bei Familie Reimer.

Norman Reimer ist 17 Jahre und nun erstmals im Betreuerteam und der Einsatzabteilung aktiv: „Als Betreuer ist der Berufsfeuerwehrtag viel anstrengender! Wir müssen ja immer einen Blick auf die Kinder haben“, sagt er.

Mitglieder der Jugendfeuerwehr üben bei einem Probe-Einsatz, wie man Löschwasser aus einem offenen Gewässer entnimmt.
Mitglieder der Jugendfeuerwehr üben bei einem Probe-Einsatz, wie man Löschwasser aus einem offenen Gewässer entnimmt. | Bild: Susanne Schön

Auch bei Betreuerin Natascha Glück gab es einen Übungseinsatz: „Leider war es zu warm, so dass das Trockeneis den Flächenbrand nicht so überzeugend darstellte“, bedauerte sie. Zum letzten Einsatz der Nacht ging es zu einem simulierten Verkehrsunfall-Einsatz nach Heudorf.

Übungseinsatz um sechs Uhr morgens

„Es war klar, dass der Einsatz um sechs Uhr am Morgen einer mit dir ist“, begrüßte Raphael Löffler (sechs Jahre) seinen Vater. Auch bei diesem simulierten Verkehrsunfall in Guggenhausen ging es um das richtige Ausleuchten und den Umgang mit dem Spreizer, mit dem die Feuerwehr in Unfallautos eingeklemmte Verletzte befreit.

Nach dem Frühstück ging es dann zum dritten Verkehrsunfall-Szenario. Und wie man Wasser über ein Hindernis legt, zeigten die Jugendlichen beim Einsatz auf dem Schulspielplatz.

Gute Ausbildung und hohe Konzentration

Zum simulierten Großbrand beim Bauernhof von Theo Martin rückten alle aus. Ebenso bei der Gebäudevollbrand-Übung im ehemaligen Saeco-Gebäude und beim Rathaus. Hier wartete Bürgermeister Alois Fritschi auf die Nachwuchsfeuerwehrmänner. „Hier wird gleichzeitig tolle Jugendarbeit geleistet und der Nachwuchs für die Feuerwehr herangezogen“, erklärte er stolz.

Bei diesen drei Einsätzen zeigte sich besonders eindrücklich, wie gut die Jugendlichen ausgebildet sind. Beeindruckend war auch die gute Zusammenarbeit und Konzentration nicht nur während der Einsätze. Während die Einen ihren Einsatz hatten, lernten die Anderen zum Beispiel, wie man Knoten macht und wo man welchen Knoten einsetzt. Ebenso machten sich die Jugendlichen mit der Beladung der Fahrzeuge vertraut.

Die Jugendlichen stellten sich mit Betreuern zum Gruppenbild auf.
Die Jugendlichen stellten sich mit Betreuern zum Gruppenbild auf. | Bild: Susanne Schön

Felix Sorg von der Jugendfeuerwehr war bei mehreren Großeinsätzen der Einsatzleiter: „Einsatzleiter sein ist cool!“ Doch es geht nicht nur um Spaß. So lernen die Jugendlichen auch gleich die Strukturen der Feuerwehr kennen. Dadurch wird ihnen auch bewusst, warum die Feuerwehr im Ernstfall klare Kommandostrukturen und jeder seine Aufgabe hat, damit die Retter ihrem gemeinsamen Auftrag gerecht werden können.