Die Gemeinde saniert in den kommenden Jahren die Kanäle. Damit setzt sie als eine der größten Flächengemeinden des Landkreises die Eigenkontroll-Verordnung etappenweise um. Die Abwasserkanäle werden nun nach und nach befahren. Anhand dessen werden die Schäden dokumentiert und Sanierungspläne erarbeitet.

Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vor der Sommerpause, als erstes die Kanalsanierungsmaßnahmen, die in der Sitzung zuvor vorgestellt wurden, ausschreiben zu lassen. Nachdem die Sanierungsarbeiten in der Liptinger Straße in Honstetten im Zeitplan liegen, beschloss das Gremium, die Inspektion und Reinigung der Kanäle in Honstetten ebenfalls auszuschreiben.

Kosten für drei Ortsteile

Die Befahrung begann in Heudorf. Denn dort kam es vor drei Jahren zu etlichen Starkregenereignissen, die die Keller mit Wasser volllaufen ließen. Vom dortigen Sanierungsplan nimmt die Gemeinde nun den zweiten Bauabschnitt in Angriff. Die Ergebnisse der Befahrung in Reute und Rorgenwies sollen danach umgesetzt werden. Die Verwaltung rechnet dabei mit Kosten von rund 360 000 Euro.

Darum sollen die Maßnahmen auf zwei Jahre verteilt werden. In Honstetten rechnet man mit 43 000 Euro für die Kanalbefahrung. Da der Haushalt noch nicht beschlossen ist, werden die Ausschreibungen vorbehaltlich erfolgen.

Geld für Pflichtaufgaben der Gemeinde

Das rollierende System wird dann in Homberg-Münchhöf und Eigeltingen fortgesetzt. Die Eigenkontroll-Verordnung muss umgesetzt werden und kostet eine Gemeinde, in der es lange Wegstrecken zu überwinden gilt, viel Geld: „Das Geld ist vergraben. Die meisten Bürger sehen die Investition nicht“, erklärte Bürgermeister Alois Fritschi. Und trotzdem sei das Geld nicht zum Fenster hinausgeworfen, sondern unabdingbar, um die Pflichtaufgaben der Gemeinde zu bewältigen.

Ein Beispiel für Kanäle in Eigeltingen: Diese hier sind an der Kreuzung der Oskar-Bauhardt-Straße zur Straße „Untere Platt“.
Ein Beispiel für Kanäle in Eigeltingen: Diese hier sind an der Kreuzung der Oskar-Bauhardt-Straße zur Straße „Untere Platt“. | Bild: Susanne Schön

Da die Abwasserkanäle in jedem Ortsteil etwa gleich alt sind, seien auch überall etwa die gleichen Kosten zu erwarten (siehe Infokasten). Damit werde vor allem der Ortsteil Eigeltingen eine Herausforderung für den Gemeindehaushalt sein. Es gilt zum einen die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Oberflächen- und Schmutzwasser umzusetzen und zum anderen Verschmutzung des Grundwassers zu verhindern, indem dieses erst in die Natur kommt, wenn die Kläranlage Gefahrstoffe herausgefiltert hat.

Bedeutung der Infrastruktur

Der Erhalt und die Verbesserung der Infrastruktur kostet die Gemeinde Eigeltingen viel Geld. Hier gehören die Pflege der Kanäle, der Erhalt der Straßen und auch der Aufbau des interkommunalen Glasfasernetzes dazu. In der Sitzung wurden auch die Kindergartenentwicklung und das Radwegenetz sowie eine Parkordnung angesprochen. Die Infrastruktur ist wichtig, damit Familien bleiben und Unternehmen sich ansiedeln.