Die Eigeltinger Familien bekommen einen Naturkindergarten ins Osternest gelegt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierten die Leiterin des Kindergarten Löwenzahn, Nicole Preisendörfer, ihre Stellvertreterin Patrizia Herrmann sowie die Leitung der Außengruppe Naturkindergarten, Ria Schulz, über die Pläne.

Am Mittwoch gab es außerdem eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern. Vorgestellt wurden jeweils die Natur-Erzieherinnen, der Treffpunkt und die Räumlichkeiten des Naturkindergartens, Öffnungszeiten und Tagesablauf, die pädagogische Arbeit, Ausstattung und Ausrüstung der Kinder und der Notfallplan für besondere Gefahren.

Mindestalter ist zwei Jahre

Der stellvertretende Hauptamtsleiter Thomas Kech freute sich in der Ratssitzung darüber, dass sich sowohl Eltern als auch Erzieherinnen für den Naturkindergarten interessieren. Er wird die fünfte Gruppe des Kindergartens Löwenzahn sein.

Alle Kinder, die am 23. März mindestens zwei Jahre alt sind, können bis zu diesem Datum angemeldet werden. Es sind bereits 17 Anmeldungen eingegangen. Die Waldkindergarten-Gruppe wird aus 20 Kindern, einer Vollzeitkraft und zwei Teilzeitkräften bestehen. Von 7.30 Uhr bis maximal 13 Uhr sind die Kinder betreut.

Konzept und Notfallplan sind fertig

Das Konzept des Waldkindergartens kommt bei den Eltern gut an. Ria Schulz ist seit Januar im Kindergarten Löwenzahn aktiv und lernte Kolleginnen, Eltern und Kinder kennen. Zudem entwickelte sie Tagesablauf, pädagogisches Konzept und Notfallplan.

Dabei arbeitete sie auch die Wünsche der Eltern ein, die diese anonym in einen Briefkasten einwerfen konnten. So werden auch die Kinder des Naturkindergartens auf die Schule vorbereitet, betonte Ria Schulz und sagte auch die Teilnahme am Bildungshaus zu. Diese besondere Zusammenarbeit von Schule und Kindergärten ermöglicht einen leichteren Übergang für die Kinder.

„Es schafft mehr Identifikation“

Warum es gut ist, sich Notfallplan und Konzept selbst zu erarbeiten, erklärte Bürgermeister Alois Fritschi so: „Es schafft mehr Identifikation und man setzt sich mit den örtlichen Gegebenheiten auseinander.“ So wird die Außengruppe bei extremen Wetterlagen den Bewegungsraum des Kindergartens Löwenzahn nutzen. Der Treffpunkt wurde vergrößert. Die Parkplätze werden geschottert und es wird ein Wartehäuschen geben. Dann laufen Erzieherinnen und Kinder gemeinsam zu ihrem Domizil.

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„Das ist kein Bauwagen sondern ein wunderschöner Kindergartenwagen„, erklärte die stellvertretende Kämmerin Karin Lütte. Auch die offizielle Bezeichnung „Aufenthalts- und Sozial-Container mit überdachtem Wartebereich“, die im Baugesuch steht, wird dem mobilen Gebäude nicht gerecht. Hier sollen die Kinder und Erzieherinnen sich ausruhen können, sich eventuell mal aufwärmen und spielen.

Hinter viele Meilensteine der Naturkindergarten-Gründung konnte Thomas Kech bereits einen Haken machen: Der Gründungsbeschluss war im Juli, der Standort ist gewählt, Personal wurde gefunden, es gab eine positive Standortprüfung und der Wagen wird Mitte April geliefert.

Kindergärten in Eigeltingen

Eigeltingen hat drei Kindergärten: Zwei kirchliche in Honstetten und Heudorf sowie den kommunalen Kindergarten Löwenzahn in Eigeltingen. Es gibt überall auch eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren. Die Betreuung der Kleinsten wird zudem über den Tagesmütterverein geleistet.

Nach dem Kindergarten gehen die Grundschüler aller Ortsteile nach Eigeltingen zur Schule. Die Gemeinschaftsschule geht bis zur zehnten Klasse und bereitet auch auf die gymnasiale Weiterführung der Schulkarriere vor.

2018 erstellte erstmals die Gemeindeverwaltung den Kindergartenbedarfsplan nicht selbst, sondern ein externes Büro. Martin Joos von der Kommunalentwicklung erläuterte die Planungen in einer Gemeinderatssitzung. Die Datenerhebung und Entwicklungsmöglichkeiten wurden und werden von der Kommune nun umgesetzt.

Die Kindergärten sind wie erhoben alle gut ausgelastet. Manchmal fehlen auch schon Plätze. Darum wurde jetzt zum einen der Naturkindergarten als kurzfristige Lösung geschaffen. Und des weiteren steht vor allem die Erweiterung des kommunalen Kindergartens auf der Agenda des Gemeinderats. Der Kindergarten Honstetten wurde im vergangenen Jahr saniert und vergrößert. In Heudorf sind die Möglichkeiten einer Erweiterung an bisherigen Standort nur schwer umsetzbar.