Der Musikverein Honstetten wurde bereits 1895 gegründet und doch lautet das Motto des Jahreskonzerts "70 Jahre – ein Streifzug". So alt ist das weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte mehrtägige Herbstfest auch nicht, es wird dieses Jahr zum 48. Mal ausgerichtet.

Nein, bei dem Jahreskonzert des Musikverein Honstetten am Samstag, 13. April (19.30 Uhr) in der Honstetter Tudoburghalle geht es um einen anderen Anlass, den kaum ein Musiker je erreicht: Seit 70 Jahren ist der 81-jährige Wolfgang Braun bereits aktiver Musiker in seinem Musikverein. Er hat acht Dirigenten und acht Vorstände im Musikverein Honstetten erlebt.

Über die Ortsgrenzen hinaus bekannt

Wolfgang Braun ist weit über die Grenzen Honstettens bekannt. Der Tiefbauunternehmer hat viele Talente, doch die Musik spielte in seinem Leben immer eine besondere Rolle. Zudem schlägt sein Herz für sein Heimatdorf. So baute er rechtzeitig seine Fahrzeughalle, dass die Wasserburger Talgeister vor zwei Jahren darin ihren 40. Geburtstag mit einem mehrtägigen Narrentreffen feiern konnten.

Sein erstes Instrument war eine Mandoline, die der eigene Opa gebaut hatte. Das zweite Instrument war das Flügelhorn, welches er heute noch spielt. Akkordeon zu spielen begann er mit elf Jahren. Sein Opa nahm ihn zu Musikproben mit und besorgte ihm schon früh seinen Musikerausweis. "Das war damals nicht so üblich", erinnert sich Wolfgang Braun.

Mehrere Instrumente in mehreren Ensembles

Dem begeisterten Musiker reichte das Musizieren in Verein nicht. Er machte Tanzmusik, spielte mit den "Teddys" und der Tannbergmusik. Heute kennen ihn viele von der Mindersdorfer Bauernkapelle. Er spielt Flügelhorn, Trompete, Saxophon, E-Gitarre und sogar Kontrabass.

Ende der 60er Jahre baute Braun eine Jugendkapelle auf. Viele seiner ehemaligen Schüler werden beim Jahreskonzert mit ihm auf der Bühne sitzen, denn seine Begeisterung für Blasmusik ist ansteckend.

Der Verbandspräsident Ulrich Kiezca (links) ehrte Wolfgang Braun vor zehn Jahren schon einmal für dessen 60-jähriges Engagement. Archivbild: Susanne Schön
Der Verbandspräsident Ulrich Kiezca (links) ehrte Wolfgang Braun vor zehn Jahren schon einmal für dessen 60-jähriges Engagement. | Bild: Susanne Schön

Und seine Unterrichtsmethoden blieben im Gedächtnis. So wurde unter anderem im Auto bei der Fahrt zum Auftritt geprobt. 1971 übernahm er für zehn Jahre den Dirigentenstab. Er gilt als tatkräftiger Unterstützer bei der Umgestaltung des Festplatzes. Seine Material- und Stundenspenden trugen erheblich zum Gelingen bei.

Botschafter für Honstetten und die Blasmusik

Man darf gespannt sein, welche Ehrung sich der Blasmusikverband Hegau-Bodensee einfallen lässt: Bereits vor zehn Jahren musste der Präsident bekennen: "Für solch langjährige aktive Mitgliedschaft gibt es in unserem Verband gar keine Ehrung mehr."

Vielleicht kann Braun dieses Mal verraten, was er vor hat, wenn er Rentner wird. Denn vor zehn Jahren lachte das Publikum bei der Vorstellung, dass er sich einmal zur Ruhe setzt, so herzlich, dass man seine Pläne nicht hören konnte. Ein Botschafter für Honstetten und die Blasmusik wird er wohl immer bleiben.