Der scheidende Kreisbrandmeister Carsten Sorg konnte noch der Gemeinde Eigeltingen in der jüngsten Ratssitzung für ihren Feuerwehrbedarfsplan gratulieren. Er gab zu, man sei im Landratsamt skeptisch gewesen, ob es der Gemeinde gelinge, einen solchen selbst herzustellen.

Doch der stellvertretende Hauptamtsleiter Thomas Kech hatte sich tief in die Materie eingearbeitet und bekam auch von Bürgermeister Alois Fritschi und den Gemeinderäten Lob dafür. Der Feuerwehrbedarfsplan ist eine gesetzlich verankerte Pflichtaufgabe der Kommunen.

Feuerwehr Eigeltingen ist leistungsfähig

Im Feuerwehrbedarfsplan werden zum einen Daten zur Struktur der Gemeinde und der Feuerwehr gesammelt, mit denen dann zum anderen die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr bewertet wird. „Daraus ergibt sich eine individuelle Bewertung des örtlichen Risikos“, erklärte Thomas Kech seine zusammenfassende Darstellung des Feuerwehrbedarfsplans.

Er präsentierte die wichtigsten Aussagen dem Gemeinderat. Darin fasste er beispielsweise Brandeinsätze, Technische Hilfeleistung und Gefahrstoffeinsätze zusammen. Überall sah er die Voraussetzungen erfüllt an und fügte die weitergehende Unterstützungen an, zum Beispiel die Drehleiter aus Stockach oder den ABC-Zug aus Konstanz.

Die Feuerwehrabteilung Eigeltingen zeigte bei ihrer Jahresübung die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr. Das interessierte viele Zuschauer.
Die Feuerwehrabteilung Eigeltingen zeigte bei ihrer Jahresübung die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr. Das interessierte viele Zuschauer.

Einig waren sich alle, dass die Abteilungsstruktur der Schlagkraft in der Flächengemeinde mit vielen Einzelhöfen am besten dient. Schwieriger war die Sicht bei den Gerätehäusern. „Alle Gerätehäuser weisen funktionstechnische Mängel auf“, steht im Plan. Doch sei deren Behebung schwer bis nicht machbar.

In Eigeltingen seien sie gegebenenfalls bei altersbedingten Sanierungen des Gerätehauses möglich.

Schwarz-Weiß-Trennung ist Grundvoraussetzung

Während mancher Gemeinderat darin einen Wunsch der Feuerwehrmänner sah, stellte Kreisbrandmeister Carsten Sorg klar, dass die sogenannte Schwarz-Weiß Trennung, also die räumliche und einrichtungstechnische Trennung zwischen Einsatz- und Sozialbereich, vorgeschrieben sei und der Sicherheit von Feuerwehrangehörigen und deren Familien diene. Denn im Einsatz würden die Feuerwehrangehörigen kontaminiert und trügen aktuell die Gefahrenstoffe in ihr Zuhause.

2018 übten alle Abteilungen gemeinsam auf dem Gereuthof. Die Versorgung mit Löschwasser war eines der wichtigsten Themen. Links im Bild sieht man das Fahrzeug der Abteilung Honstetten, es wird bald ersatzbeschafft.
2018 übten alle Abteilungen gemeinsam auf dem Gereuthof. Die Versorgung mit Löschwasser war eines der wichtigsten Themen. Links im Bild sieht man das Fahrzeug der Abteilung Honstetten, es wird bald ersatzbeschafft.

Der Ersatzbeschaffungsstau sei mit der Beschaffung der Fahrzeuge für Reute und Honstetten lediglich entschärft, so die Verwaltung. Die Fahrzeuge von Homberg und Rorgenwies wurden gebraucht beschafft und seien ebenfalls am Ende ihrer theoretischen Nutzungsdauer.

Zudem würden die Fahrzeuge in Eigeltingen und Heudorf zeitig folgen. Während auch hier manche Räte auf die Finanzen verwiesen und von Wunschdenken sprachen, erklärte Carsten Sorg, dass die Intervalle der Ersatzbeschaffung mit den neuen Fahrzeugen kürzer würden.

Feuerwehrfahrzeuge sind in die Jahre gekommen

Nur der sehr guten Pflege durch die Feuerwehrkameraden sei es zu verdanken, dass in Eigeltingen die Fahrzeuge noch nutzbar seien. Es seien die ältesten Feuerwehrfahrzeuge im Landkreis.

Die Anschaffung eines Gerätewagens wird nahegelegt, zumal der Schlauchwagen vom Bund langsam auch in die Jahre kommt. Durch flexible Beladungsmöglichkeiten wäre dann auch die Löschwasserversorgung sichergestellt.

Gerade in heißen Sommern sind Flächenbrände eine wichtige Aufgabe, Löschen arbeiten alle Abteilungen zusammen.
Gerade in heißen Sommern sind Flächenbrände eine wichtige Aufgabe, Löschen arbeiten alle Abteilungen zusammen.

Zudem wurde die externe Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel angeregt sowie die Anpassung der Stundensätze für Gerätewarte und die Anpassung an die Vorgaben des Landratsamtes.

Kritisch sei die Löschwasserversorgung. So gebe es Höfe, die nicht an die öffentliche Versorgung angeschlossen sind. Erfreuliches gab es auch. So sei theoretisch pro Abteilung eine Gruppe mit allen erforderlichen Funktionen tagesverfügbar.

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