Pro-Biene bewegt auch Eigeltingen. So hatte das Ehepaar Theo und Ursula Martin in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats im Namen des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) um weitere Informationen für die Bürger im Amtsblatt gebeten. Das bloße Abdrucken des Volksbegehrens sei irreführend. Bürgermeister Alois Fritschi sagte zu, das Thema in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung zu nehmen. 

Die Kommunen müssten das Volksbegehren ohne Veränderungen und Kommentare veröffentlichen, erläuterte der Bürgermeister, als er sein Versprechen einhielt. Auch die mitgebrachten Broschüren zur Information des Gemeinderats dürften nicht im Amtsblatt eingelegt werden. Allerdings würde die Gemeinde auf der Internetseite verschiedene Links veröffentlichen, damit sich die Bürger informieren könnten.

Alois Fritschi, Leiter der Gemeindeverwaltung und Vorsitzender des Gemeinderats, teilt die Bedenken der Bauern: „Die Auflagen, die dem Volksbegehren folgen würden, würden auch für Bio-Bauern das Aus bedeuten.“ In der Gemeinderatssitzung verdeutlichte Gemeinderätin Katja Hertell: „Pro Biene sind Landwirte schon immer. Gerade im Obstbau.“ Denn die bestäubenden Insekten seien ein wichtiger Anteil bei der Agrarproduktion.

Katja Hertell freute sich, dass durch das Volksbegehren eine gesellschaftsweite Diskussion entstehe. Doch viele Forderungen des Volksbegehrens machten die Landwirte handlungsunfähig. Dann würde sich nicht nur die Landschaft verändern. Lebensmittel gäbe es nur noch aus dem Ausland, die dort zu dortigen Bedingungen produziert wurden. „Ich bitte alle, sich eingehend zu informieren“, sagte sie.

Auch Bianca Duventäster, Vorsitzende des Bezirksimkervereins Stockach, setzt mehr auf Kommunikation als auf Konfrontation, denn „Insekten und Pflanzen brauchen einander“. Auch die Imker machen die Erfahrung, dass die Menschen lieber billige Produkte kaufen, statt den Imker vor Ort zu unterstützen. Auf die Anmerkung von Ortsvorsteher Harald Roth, dass das Volksbegehren auch in Bayern für Aufregung gesorgt habe, bemerkte Alois Fritschi: „Die haben jetzt Standards, die bei uns schon gelten.“