Naturschützer aus Hegau und Baar haben kürzlich die erste Regionalgruppe des bundesweit aktiven Umweltverbandes Naturschutzinitiative (NI) gegründet. 14 Teilnehmer trafen sich im Eigeltinger Ortsteil Honstetten unter Einhaltung der Corona-Vorschriften, um sich kennenzulernen und die Voraussetzungen für eine solche Gründung zu klären. Die Bundes-und Landesvorsitzenden der NI, Harry und Gabriele Neumann, stellten den bundesweit agierenden Verband vor.

Artensterben an erster Stelle

Im gemeinsamen Gespräch zeigte sich schnell, dass zwar jeder seinen eigenen Schwerpunkt hat, dass aber allen der Schutz der Natur am Herzen liegt. Alle waren sich schnell einig, dass die Diskussionen um den Klimawandel nur ein kleiner Aspekt dessen ist, was den Planeten Erde an seine Belastungsgrenzen treibe.

An erster Stelle stehe das Artensterben, gefolgt von gestörten Stoffkreisläufen bei Stickstoff und Phosphor sowie die Folgen von geänderter Landnutzung. Erst dann käme das Klima sowie die Versauerung des Ozeans, die überbordende Nutzung von Süßwasser und zum Schluss das Ozonloch. Darum ist dem Umweltverband für seine politische Arbeit zum Wohle der Natur auch die Erhebung der Grundlagen wichtig, wie Vogelzählungen und das Dokumentieren der Pflanzenarten in Wiesen.

Jeder Einzelne kann mithelfen

Der eine interessiert sich für Störche, andere für Bienen und Manuela Martin für Igel. „Mir ist wichtig, dass jeder Einzelne weiß, wie er mit seinem Verhalten mithelfen kann“, sagt sie. Dazu zähle für sie gezielte Information aller Generationen.

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Die liefert der Verein Naturschutzinitiative mit Broschüren, seinem Jahresprogramm und der Umweltbildung, die allen die Kostbarkeit der Natur nahe bringen soll. Manuela Martin rief zudem auf, lieber bessere Produkte zu kaufen und dafür etwas mehr zu bezahlen, als Billigprodukte zu konsumieren, die uns alle letzten Endes teuer zu stehen kommen.

Kies- und Maiswüsten statt Natur

Sprecherin der neuen Regionalgruppe für den Hegau ist Michael Quetting und für die Baar Klaus Meilhammer. Letzterer verfolgt schon lange den Landschaftsverbrauch in seiner Heimat: „Vermeintlicher Klimaschutz ist vielen wichtiger, Artenschutz spielt keine Rolle.“ Er bedauert, dass Klimaschutz zur Ideologie verkommen sei. Natur würde für Industrie geopfert und statt lebendiger Natur gäbe es Kies- und Maiswüsten.

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Auch Barbara Mayer hatte viel zu berichten. Sie ist Bioland-Obstbäuerin in Wahlwies und ganz nah an den Stoffkreisläufen dran. „Es hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Der Mensch geht schlecht mit der Natur um.“ Natur kommuniziere anders, leiser. Darum brauche sie Fürsprecher wie die NI, die deutlich aussprechen, wo es hakt. Sie erzählte beispielsweise, dass die Äpfel heute immer mit einer leichten Schutzschicht bedeckt seinen, die durch die Luftverschmutzung komme.

Vernünftig mit Ressourcen umgehen

„Sie leben hier in einer wundervollen Gegend“, schwärmte das Ehepaar Gabriele und Harry Neumann. Sie seien hier wandern gewesen und die Natur habe sie begeistert. Trotzdem haben sie auch schon Ansatzpunkte für die Arbeit der Naturschutzinitiative gesehen. „Es darf kein Greenwashing auf Kosten der Umwelt geben.“

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Dies kam nicht nur beim Thema Energie auf den Tisch. Man war sich einig: an erster Stelle muss auch hier der vernünftige Umgang mit Ressourcen stehen und vor allem das Energiesparen. So erklärte Markus Bihler, bei dem das Treffen stattfand: „Beim Thema Energie ist Technik gefragt. Zudem müssen wir keine Strom-Exporteure werden.“ Bei der Solarenergie seien beispielsweise noch viele Hausdächer oder Parkplätze in der Region ungenutzt.

Der Umweltverband Naturschutzinitiative

  • Die Naturschutzinitiative (NI) agiert bundesweit. Vorsitzender ist Harry Neumann, Stellvertreter sind Ulrich Althauser und Sylke Müller-Althauser. Gabriele Neumann und Konstantin Müller gehören als Naturwissenschaftler dem Landes- und Bundesvorstand an. Regionalgruppen gibt es in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und der Region Hegau-Baar. Die Geschäftsstelle ist im Westerwald.
  • Satzung: In der Satzung steht als Vereinszweck für alle Landesvertretungen „der überparteiliche und wirtschaftlich unabhängige Naturschutz sowie die Landschaftspflege, insbesondere der Schutz bedrohter Tierarten, die Erhaltung und Entwicklung von Lebensräumen für Tiere und Menschen samt einem tragfähigen Lebensraumverbund, die Förderung von Eigendynamik in der Natur und von sich neu entwickelnder Wildnis sowie der Schutz unserer Landschaften, des Landschaftsbildes sowie deren Ästhetik und Kulturgüter. Dazu werden neue Naturschutzkonzepte und Verbindungen der unterschiedlichen Disziplinen besonders gefördert.“
  • Neue Regionalgruppe: Die Gruppe Hegau-Baar will sich für den Schutz von Landschaften, Wäldern, Wildtieren und Lebensräumen einsetzen.
  • Mehr Informationen über den Verein NI: http://www.naturschutz-initiative.de