Büsingen Kunst am Holzrugel: Galerie zeigt Werke eines besonderen Kunstprojekts

Die Alte Schmiede in Büsingen zeigt zu Kunstwerken verarbeitete Holzrugel. Interessierte Hobbykünstler und auch viele Schüler hatten mitgemacht. Die Ausstellung ist mit ihren Werken eine Feier der Individualität der Menschen.

"Jeder Mensch ist ein Künstler" – mit diesem Zitat des berühmten deutschen Aktionskünstlers Josef Beuys eröffnete der Büsinger Bürgermeister Markus Möll in der Galerie "Alte Schmiede" die Ausstellung "Holzrugel-Invasion". Zu der Vernissage kamen knapp 100 Besucher. Ein 20-köpfiger Chor der Grundschule Büsingen trat mit zwei Liedern auf. Der Galerist Rolf Neuweiler dankte Ueli Güntert, der aus heimischem Wald Stämme besorgt hatte, und dem Frauenfelder Holzbildhauer Markus Frei für das fachgerechte Zuschneiden der Holzscheiben. Über 40 Kunstschaffende hatten den Holzrügeln in den vergangenen Wochen neue Gestalt verliehen.

Neben ambitionierten jungen Künstler der Grundschule Büsingen und der Malschule Frauenfeld beteiligten sich auch Aktive aus jeder Altersschicht von beidseits der Landesgrenze. Markus Möll bezeichnete die Vorgabe von Rolf Neuweiler als einfach, aber genial: "Bearbeite den Holzrugel nach deinen eigenen Vorstellungen mit den Materialien, die du willst". Die Künstler ließen ihrer Phantasie freien Lauf. Es wurde geschliffen, geschnitzt, gemalt, geklebt und mit Nägeln gearbeitet, und es kamen unterschiedliche Materialien zum Einsatz, wie Wolle, Nägel, Ton – und sogar alte Uhren wurden Bestandteil eines Kunstwerks.

Der Büsinger Schüler Ben Wacker hat ein Schachbrett aufgemalt, weil er ein leidenschaftlicher Schachspieler ist. Die zehnjährige Sophia Knobloch klebte einen Papiermond auf und malte ihre eigene, in der Phantasie entstandene Galaxie dazu. Stolz zeigte ihre Schulkameradin Vivien Wigger dem Bürgermeister ihren Rugel, der in der Galerie ganz oben hing. Für Markus Möll ist die Gestalt des Baumes mit seinen Wurzeln, dem aufsteigenden Stamm und der zum Himmel stehenden Krone ein Sinnbild für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. "Bäume spiegeln durch ihre Gestalt und ihr Wachstum die Entwicklung der Menschen", so Möll. Die bearbeiteten Holzrugel symbolisieren mit der individuellen Struktur der Jahresringe und den durchzogenen Trockenrissen die Einzigartigkeit jedes einzelnen Künstlers. Kein Holzrugel gleicht dem anderen, jeder ist ein Unikat. "Ich hatte eine Höllenfreude, als ich die Vielfalt der Kunstwerke gesehen habe", schwärmte Rolf Neuweiler. Die Ausstellung "zeigt die Vielfalt der Menschen, von denen jeder etwas anders ist". Kunst und Kreativität ist aber auch eine Form von Kommunikation, die beim Austausch zwischen Kunstschaffenden und Betrachter zum Ausdruck kam.

Die Ausstellung in der Galerie Alte Schmiede dauert bis zum 25. Juni und ist samstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

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