Konzertbesuche in der Büsinger Bergkirche St. Michael – seien es Darbietungen von Quartett, Trio, Duo, oder wie zuletzt eine Konzertstunde des weltbekannten Cellisten Juris Teichmanis mit Werken für Cello-Solo – sind ja allemal musikalische Erlebnisse der besonderen Art. Pfarrer Jürgen Ringling hieß die Konzertbesucher im über eintausend Jahre alten Gotteshaus herzlich willkommen und freute sich, dass trotz Regenwetters so viele den Aufstieg nach St. Michael nicht gescheut hatten und sich den Genuss von Teichmanis' Cello-Spiel nicht entgehen lassen wollten.

Der aus einer lettischen Musikerfamilie stammende und in Freiburg geborene Teichmanis ist ein gefragter Solist und Kammermusiker, seine Konzertreisen führen ihn durch die ganze Welt. Zudem ist er auch künstlerischer Leiter des Festivals Bach pur in Freiburg. Mit vier Sätzen aus Johann Sebastian Bachs Suite Nr.1 G-Dur eröffnete er denn auch die Konzertstunde. Ihnen folgte – wie Teichmanis wortspielerisch bemerkte – Büsing in der Büsinger Bergkirche, eine von dem Freiburger Komponisten und Musikprofessor Otfried Büsing Juris Teichmanis gewidmete Komposition: Diferencias 1 bis 6. Damit spannte er, wie angekündigt, den Bogen von der historischen Aufführungspraxis hin zur zeitgenössischen Literatur. Fortgesetzt wurde diese mit Max Regers Suite G-Dur op. 131c Nr.1. Dies spielte Teichmanis einerseits zum Gedenken an Regers 100. Todestag, war andererseits aber auch eine Art Geständnis, dass er inzwischen Max Regers Werke kennen und lieben gelernt habe. Dass Juris Teichmanis aber nach wie vor ein großer Bach-Liebhaber ist, zeigte er mit seinem das Konzert beschließende Programmteil, Bachs Suite Nr.2 d-moll, mit meisterhaftem Spiel auf seinem Violoncello von Ersen Aycan.