Langen Atem beweisen die Narren in Büsingen. Kaum ist Aschermittwoch Vergangenheit und im Hegau werden die Narrenbändel wieder eingesammelt, machen sich die die Aktiven der Büsinger Hobelgeiß-Zunft auf, um den Narrenbaum zu stellen. Ab 18 Uhr beginnt heute Abend mit einem Fest auf dem Büsinger Bürgerhausplatz die Buurefasnet und damit die fünfte Jahreszeit für die Traditionalisten der alten Fasnet. "Als Buurefasnet bezeichnet man im Alemannischen die alte Bauernfasnacht, die erst am Sonntag nach dem Aschermittwoch gefeiert wird", erklärt Hobelgeiß-Zunftmeister Stephan Burmeister. Für alle anderen Narren ist die Büsinger Buurefasnet Gelegenheit, das närrische Treiben auf die Spitze zu treiben. Traditionell packen die Hobelwaldholzer der Büsinger Narrenzunft Hobelgeiß gemeinsam mit der Narrengesellschaft Schaffhausen an, um den Baum in die Vertikale zu hieven. "Anschliessend gibt's gemütliches Brötle am Feuer mit Cervelat und Stockbrot", kündigt Burmeister an. Mit im Boot ist auch der Büsinger Fußballclub bei der Organisation von Buurefasnet und großem Umzug am Sonntag ab 14 Uhr.

Ein neues Angebot wollen Andaleya Gwerder und Anja Heller vom Creadoo-Team Büsingen in diesem Jahr realisieren und die Büsinger Milchzentrale zum Narrennest der Wikinger werden lassen. Abends ab 18 Uhr soll in den kommenden Tagen die wilde Sause steigen, wie die Organisatoren ankündigen. Seit fünf Jahren verkaufen sie im kleinen Laden Handarbeiten und regionale Produkte. "Niemals hätten wir gedacht, dass aus unserer kleinen Idee etwas so Großartiges entstehen könnte", freut sich Gwerder über treue Kunden. Mit ihnen, so wie Besuchern aus nah und fern, wollen sie die Büsinger Fasnet bereichern.

Die Hobelgeiß am Start

Am Samstag, 17. Februar, steht die Büsinger Fasnet ab 14 Uhr ganz im Zeichen der Kinder. Zum Kinderball im Bürgersaal wird ein kurzweiliges Kinderprogramm mit närrischen Spielen präsentiert. Um 20 Uhr beginnt die große Party des FC Büsingen am Bürgerhausplatz. Die Geissen-Party startet pünktlich um 20.11 Uhr im beheizten Festzelt gegenüber dem alten Feuerwehrmagazin.

Viele Besucher lockt traditionell der große Umzug nach Büsingen an den Hochrhein. Los geht es am Sonntag, 18. Februar, um 14 Uhr. Über 70 Gruppen – zum Teil von weit her – werden zum Umzug erwartet. Über 2000 Hästräger werden dabei sein und unzählige Besucher säumen den Straßenrand. Besonders aktiv sind in diesem Jahr wieder allerlei Hexengruppen. Mit dabei sind neben der Büsinger Hobelgeiss-Zunft unter anderem die Hohenhewenteufel, die Herrenberger Ruß-Hexe ausm Gäu, die Heilsberghexen aus Gottmadingen, die Hegauer Wolf-Hexen, die Donaueschinger Schlosshexen, die Füür-Deifel aus Dürra. Dazu werden neben den Hegauer Narren viele Zünfte aus dem benachbarten Schwarzwald erwartet.

Büsinger FC wieder dabei

"Me muess debii gsi sii", zitiert FCB-Präsident Elias Meier das immerkehrende Motto der närrischen Veranstaltung. Schweizer und schwäbisch-alemannische Fasnachtstraditionen ergeben hier eine Mischung, die den Büsinger Umzug besonders auszeichnet. Und nicht zuletzt die liebevoll gestaltete Sujetwagen sorgen ebenso für Höhepunkte, wie die vielen original Schweizer Guggenmusiken. Ab 18 Uhr findet die Buurefasnet mit der ebenso traditionellen "Uuslumpete" ihr Ende. Dann verschwindet die Hobelgeiss wieder von der Bildfläche. Der Sage nach soll sie im Hobelwald, der auf Büsinger Gemarkung zur Stadt Schaffhausen gehört, einst ihr Unwesen getrieben haben.

Die Programmübersicht

  • Donnerstag, 15. Februar: Ab 18 Uhr Narrenbaumstellen. Anschließend Narrenmusik und Umtrunk am Rathausplatz.
  • Samstag, 17. Februar: Ab 14 Uhr Kinderball im Rathaus. Um 20 Uhr startet die Fasnachts-Schlagerparty im FCB-Zelt am Rathaus, um 20.11 Uhr die Geissenparty im beheizten Festzelt gegenüber dem alten Feuerwehrmagazin.
  • Sonntag, 18. Februar: Ab 14 Uhr findet der traditionelle Umzug statt. Veranstalter sind Narrenzunft Hobelgeiss und FC Büsingen. (bie)