Nach 30 Jahren künstlerischen Schaffens hat René Gehringer aus Langwiesen im Büsinger Bürgerhaus mit "Malerei und Skulpturen" seine erste öffentliche Ausstellung. "Ich habe alles, was mich bewegt und beschäftigt, gemalt, geschweißt und gegossen", erläutert der Autodidakt. Als Ausgleich zum Beruf begann der Karrosseriespengler vor rund 30 Jahren mit dem Malen von Aquarellen und Acrylbildern. Mittlerweile hat er über 1000 Bilder gemalt. In den 1990er Jahren fertigte er mit Schweißbrenner und Draht für seine Privatgalerie "Steelart" zudem Skulpturen aus Stahl, die Gehringers Faszination für die griechische Mythologie, aber auch seine gesellschaftskritische Haltung ausdrücken.

Nach einfühlsamen Klavierklängen von Robbin Jin hielt Jurga Wüger die Laudatio. Sie wurde auf René Gehringer aufmerksam, als sie vor einem Jahr erfuhr, dass sieben seiner Skulpturen bei der Kunstausstellung "Arte Binningen" aus 800 Bewerbungen aufgenommen wurden. Jurga Wüger bezeichnete die Büsinger Ausstellung als Geburtsstunde eines begabten Künstlers, der schon lange malen könne, aber erst jetzt das Laufen lerne. "Ich habe es nie versucht, nie gebraucht, nie gemacht und hatte auch keine Zeit dafür", habe der Künstler auf ihre Frage geantwortet, weshalb er bisher die Öffentlichkeit gescheut habe.

Bei der Vernissage seiner ersten Ausstellung scheute René Gehringer keinesfalls die Öffentlichkeit und gab sich als Künstler mit einer geballten Ausdruckskraft zu erkennen. Bild: Thomas Güntert
Bei der Vernissage seiner ersten Ausstellung scheute René Gehringer keinesfalls die Öffentlichkeit und gab sich als Künstler mit einer geballten Ausdruckskraft zu erkennen. | Bild: Thomas Güntert

Joachim Weiss vom Kunstforum Büsingen begrüßte rund 30 Besucher zur Vernissage. Sie wurden auch von den Skulpturen "Der Neidgenosse" oder "Medusa" empfangen, letztere verfärbte ihre Augen blau, sobald sich etwas bewegte. In der besonderen Galerie des Kunstforums ist die Ausstellung mit 38 Bildern und 30 Skulpturen aus der Zeit zwischen 1995 und 2017 eine umfangreiche Retrospektive. Ausgeklügelte, spannende Farbkombinationen auf großformatiger Leinwand, mal surreal, real oder auch abstrakt. Zudem sind Werke dabei, die der Weltraumkunst oder der Pin-up-Malerei zugeordnet werden können. Gesichtslose Wesen mit menschlichen Körpern ordnet der Künstler in den Bereich Seelenleben ein.

René Gehringer malte in den letzten 30 Jahren über 1000 Bilder und schaffte zahlreiche Skulpturen aus Stahl. Im Bürgerhaus Büsingen gibt es nun seine erste öffentlich zugängliche Kunstausstellung. Bild: Thomas Güntert
René Gehringer malte in den letzten 30 Jahren über 1000 Bilder und schaffte zahlreiche Skulpturen aus Stahl. Im Bürgerhaus Büsingen gibt es nun seine erste öffentlich zugängliche Kunstausstellung. | Bild: Thomas Güntert

"Ich tauche in eine andere Welt ein, wenn ich den Brenner in der Hand habe oder vor der Leinwand stehe", zitierte die Laudatorin den unscheinbaren Künstler, in dem eine geballte Ausdruckskraft stecke. Jurga Wüger bezeichnete die Skulptur "Straßenkehrer" und das Ölbild auf Hartfaser mit dem sonderbaren Namen "Die Zuständigen auf der Suche nach den Verantwortlichen" als ihre Lieblingswerke und animierte die Besucher, der eigenen Fantasie freien Lauf zu geben. "Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone" bezeichnete Jurga Wüger ihren roten Faden durch diese Ausstellung.

Die Ausstellung "Malerei und Skulpturen" ist montags bis freitags 8.30 bis 12 Uhr, donnerstags nur von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Spezielle Termine können mit Joachim Weiss, Telefon (079) 544 99 62 vereinbart werden.