"Hier sieht man Sachen und trifft Leute, die man sonst nirgendwo findet", sagt Ursula Acar, die schon seit Jahren aus Schaffhausen in die Alte Schmiede kommt. So ging es ihr nun wieder bei der Vernissage einer neuen Ausstellung. Sie war eine von rund 30 Kunstinteressierten bei der Eröffnung der Schau "Skulptur und Bild", der ersten von sieben Ausstellungen, die der die der Büsinger Galerist Rolf Neuweiler in diesem Jahr anbietet. Die 62-jährige Künstlerin Heidi Lenz zeigt 23 abstrakte Bilder mit landschaftlichem Hintergrund und neun Skulpturen aus Marmorstein und Holz.

Christine Steiger aus Steckborn hielt die Laudatio. Sie sei weder keine Künstlerin noch Kunstkritikerin, doch ihr gefielen die Werke ihrer geschätzten Freundin, die unbeirrt und konzentriert ohne Blendwerk ihren Weg gehe, sagte Steiger. Die Werke lassen freie Interpretation zu, da die Künstlerin bewusst keinen theoretischen Hintergrund und auch keine Kletterhilfe in den Kunsthimmel bietet. "Wenn ich vor den Werken von Heidi Lenz stehe, scheint die Welt kurz innezuhalten und die Zeit stehen zu bleiben", bemerkte Steiger. Sie genießt es, wenn man in einer von Informationen überflutenden Zeit eine Einladung zum Innehalten und Selberdenken, quasi Zeit geschenkt bekommt. Mit dem Zitat "In Wahrheit spiegelt die Kunst den Betrachter" von Oscar Wilde eröffnete sie die Ausstellung.

"Die Malerei ist wie ein Instrument, das mir die Tür zu meinem Inneren öffnet", bemerkt Heidi Lenz, die mit ihren Bildern niemandem etwas verständlich machen will. Sie wünscht sich vielmehr, dass die Betrachter je nach Gemütszustand eigene Bilder und Verbindungen entstehen lassen. So kann die Farbe Rot beispielsweise von der zarten Rose über das Feuer bis hin zum Blut verschiedenste Bedeutungen bekommen. Die Besucher kamen schnell mit der Künstlerin ins Gespräch. Für Lenz bedeutet Künstlerin zu sein schließlich auch, Verbindungen und Diskussionen einzugehen. "Man ist gefordert, großzügig zu sein und anderes Denken zu akzeptieren, da nirgends sonst die Meinungen so weit auseinandergehen wie bei der Kunst."

Die Ausstellung in der Galerie Alte Schmiede ist bis 2. April samstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr zu sehen