Musikalische Höhepunkte sind zweifelsohne alle Konzerte, die vom Vorsitzenden der "Freunde der Bergkirche zu Büsingen", Michael Psczolla, übers Jahr verteilt organisiert werden. Auch jetzt wieder scheute eine stattliche Schar Konzertbesucher den Weg zur Bergkirche St. Michael nicht: unter dem Motto Concert-non-classic haben die drei aus Russland stammenden und schon seit 20 Jahren in der Schweiz lebenden großartigen Musiker Igor Morosow (Gesang), Sergey Mushtakoff (Balalaika) und Oleg Lips (Akkordeon) ein Konzert gegeben. Das Programm, untertitelt mit "Concert ä la russe", bestand aus geistlichen Werken aus Ost- und Westeuropa, kombiniert mit bekannten russischen Volksliedern sowie Arien aus Oper und Operette.

Mit einem Unser Vater-Lied aus dem russischen Mittelalter eröffnete der langjährige erste Bariton des Bolschoj-Theaters in Moskau, Igor Morosow, die Konzertstunde in der Bergkirche auf beeindruckende Weise. Begleitet wurde er von dem in Schaffhausen lebenden Sergey Mushtakoff auf der Balalaika. Zudem führte er humorvoll durchs Programm, wobei Korrekturen von Kollege Oleg Lips nicht fehlten. Doch was die instrumentale Zusammenarbeit betraf, gab's absolut keine Disharmonie, denn ein jeder ist auf seinem Instrument ein mehrfach ausgezeichneter Profi.

Das kam auch beim nicht alltäglichen, jedoch vortrefflich zusammengestellten Programm zur Geltung. So folgten dem Eröffnungslied zwei Ave Maria-Lieder, das eine aus der Feder von J. S. Bach, das andere von Franz Schubert. Danach folgte ein Abstecher in die nicht weniger gefühlvolle und leidenschaftlich geprägte russische Volksliederwelt. Zurückgekehrt nach Westeuropa, gab's bei Georges Bizets "Carmen" einen fantastischen Potpourri-Aufenthalt, welcher von Igor Morosow mit einem großartigen Torero-Auftritt beendet wurde. Beendet war damit das als charmanter Ohrenschmaus der besonderen Art angekündigte Konzert. Doch der lang anhaltende Applaus des begeisterten Publikums forderte Zugaben. Diese wurden von den Musikern gerne gewährt, denn wie sie bekundeten, war der Auftritt im altehrwürdigen Kirchenraum ein besonderes Privileg.