Der japanische Wirtschaftsprofessor Hiromi Enshu besichtigte mit 16 Studenten und Begleitpersonen Büsingens herausragenden Beitrag zum Klimaschutz. Eigentlich war ja das 2009 vom damaligen Bürgermeister Gunnar Lang zusammen mit der Firma Solarcomplex lancierte Projekt „Wärmeversorgung fürs Dorf mittels Hackschnitzelheizung“ ein höchst umstrittenes Vorhaben gewesen. Der Weg zur Realisierung war äußerst steinig und forderte von den Befürwortern großes Durchhaltevermögen. Nun, gut Ding will ja bekanntlich Weile haben. Im März 2012 fand an der Herblinger Straße der Spatenstich fürs Gebäude der Bioheizanlage statt, bereits im Spätherbst konnte mit der Wärmelieferung begonnen werden. Im Frühjahr 2013 wurde die 1000 Quadratmeter große Solarkollektoren-Fläche erstellt. Das heißt, im Sommer bleibt der Ofen der Hackschnitzelheizung kalt, für warmes Wasser in den angeschlossenen Häusern sorgt die Solarthermie. Diese von der Firma Solarcomplex erstmals realisierte Kombination erntete großes Lob und wurde als beispielhaftes Werk bezeichnet. Büsingen war mit diesem herausragenden Beitrag zum Klimaschutz zum Vorposten der deutschen Energiewende geworden.

Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) organisiert im Rahmen des EU-Projektes Bio-Vill für die Projektpartner eine Besichtigungsreise in Baden-Württemberg. Hierbei sollen etwa drei repräsentative Bioenergiedörfer besichtigt werden; dazu ausgewählt wurde auch Büsingen.

Die bei der Solarcomplex zuständige Leiterin Erlebnistour Erneuerbare Energie, Jutta Gaukler, hatte schon zahlreiche Besichtigungsgruppen durch die Büsinger Anlage geführt. Bei den aus Japan angereisten Interessenten bedurfte es allerdings einer Übersetzerin. Ausgerüstet mit Schreibblock und Kuli wurden von den Studenten eifrig wichtige Erklärungen festgehalten. Denn schließlich sollten sie ja von ihrer Europareise Erkenntnisse bezüglich Klimaschutz nach Hause mitbringen.