Carina Schweizer wurde am 2. November 1936 in Genua geboren, wo ihr Vater Hugo Eckert Lehrer an der Deutschen Schule war. "Daher auch der typische italienische Name, der "die Hübsche" bedeutet", betont die Jubilarin. Durch die Kriegswirren kam die Familie 1937 nach Büsingen. Obwohl der Vater an der Büsinger Volksschule angestellt war, wurde er schon bald in den Krieg eingezogen. Carina Schweizer konnte die Schule in Schaffhausen besuchen.

"In Deutschland ist damals nichts Richtiges gelaufen", erinnert sich Carina Schweizer. Da der Unterricht der Realschule mit der Kaufmännischen Schule zusammengefasst war, lernte das junge Mädchen schon früh Maschinenschreiben, Buchhaltung und Stenographie. 1954 wollte sie eine Bürolehre bei der Schaffhauser Kantonalbank machen. "Für eine Staatsbank gab es als Deutsche keine Arbeitsbewilligung für Ausländer, obwohl es genügend Arbeit gab, wurden die Schweizer bevorzugt", bemerkte die Jubilarin, die dann in der Buchbinderei der Schaffhauser Nachrichten landete. Durch ihre kaufmännischen Grundkenntnisse wurde sie schon bald in der Administration und der Redaktion eingesetzt, wo sie Interesse am Schreiben fand. Nach der Hochzeit mit dem Büsinger Ernst Schweizer bekam sie die deutsch-schweizer Doppelbürgerschaft. Das Paar baute 1957 im Strandbadweg ein Haus, indem heute die Tochter Bettina mit ihrer Familie wohnt.

Carina Schweizer beendete ihre Festanstellung machte gelegentlich noch Ferienaushilfen und arbeitete als freie Korrespondentin. Sie berichtete über alles, was in der Enklave Büsingen lief. Sie schreibt mittlerweile seit über 60 Jahren für die Schaffhauser Nachrichten und über 50 Jahre für den SÜDKURIER. "Ich bin früher eigentlich nicht gerne in den Ausgang gegangen und habe auf diese Weise interessante Menschen kennengelernt, denen ich sonst nie begegnet wäre", bemerkt Carina Schweizer. Ein schwerer Schicksalsschlag traf sie im Jahr 1980, als die Familie bei Henggart einen schweren Autounfall hatte. Dabei kam der Ehemann ums Leben und sie lag mehrere Monate im Koma. Auch die Tochter Bettina wurde schwer verletzt. In den folgenden Jahren engagierte sie sich noch mehr für das Gemeindewohl, was ihr sicherlich half, ihren Schicksalsschlag zu verkraften. Carina Schweizer war die erste Frau im Büsinger Gemeinderat, in dem sie 20 Jahre ihren sicheren Platz hatte. Sie hatte den Frauenverein im Ort gegründet, war Obfrau der Dorfvereinspräsidenten und hat die Stiftung zum Erhalt der Bergkirche gegründet.

Als sie aus dem Gemeinderat ausschied, wurde sie zur Büsinger Ehrenbürgerin ernannt. Die knapp 80-Jährige steht auch noch heute mit beiden Beinen mitten im Leben. Sie will noch so lange für die beiden Zeitungen schreiben, wie es ihr Freude macht und es die Gesundheit erlaubt. Viel Freude bereiten ihr die drei Enkelkinder. Die sympathische und bescheidene Jubilarin bittet darum, eventuelle Geburtstagsgeschenke als Geldspende der Büsinger Bergkirche zukommen zu lassen.

Zur Person

Carina Schweizer engagiert sich sehr für die über 1000 Jahre alte Büsinger Bergkirche St. Michael. Im vergangenen Jahr war sie auch die OK-Präsidentin beim 925-Jahr Jubiläum der Gemeinde Büsingen. Beim damaligen Festakt wurde sie vom Gailinger Bürgermeister Heinz Brennenstuhl als „Leuchtturm für alle engagierten Bürger“ bezeichnet. Carina Schweizer ist zudem für die Schaffhauser Nachrichten und den SÜDKURIER die Büsinger Lokalkorrespondentin. Der Festakt anlässlich ihres 80. Geburtstages findet am Samstag, 5. November, 14 Uhr, in der Büsinger Bergkirche statt.