Das Bürgerunternehmen Solarcomplex ist mit seinen Projekten längst überregional bekannt und hat schon lange eine Vorreiterrolle beim Umstieg auf erneuerbare Energien übernommen. Über die Besonderheiten des Bioenergiedorfs Büsingen informierte sich der Landesverband des Wirtschaftsrats der CDU Baden-Württemberg direkt vor Ort. Solarcomplex-Geschäftsführer Bene Müller zeigte der kleinen Delegation die Anlagen.

Gestartet war das Unternehmen mit dem ersten Bioenergiedorf in Mauenheim im Jahr 2006. "Dort haben wir erstmals Wärme aus der Biogasanlage in die nächste Ortschaft transportiert", so Müller. In Büsingen sei die Situation jedoch anders, da der Ort rechtlich zur Schweiz gehört. "Hier gilt das Erneuerbare-Energien-Gesetz daher nicht." Eine Biogasanlage gibt es hier nicht, Solarcomplex hat stattdessen in Büsingen eine Kollektoranlage mit 1000 Quadratmeter Kollektorfläche installiert. 110 Kunden sind an das Netz in Büsingen angeschlossen. Eine Anschlussgebühr mussten sie jedoch nicht zahlen.

Äußerst zufrieden sei das Unternehmen mit den aufgestellten Vakuum-Glasröhren-Kollektoren. Diese stammen von dem Unternehmen Ritter – das neben Schokolade auch Solarkollektoren produziert. "Da sie ohne Glykol, also nur mit Wasser, betrieben werden, bringen sie im Sommer mehr Wärme", erklärt Müller. Die Jahresbilanz von mehr als 500 Kilowattstunden pro Quadratmeter Kollektorfläche entspreche exakt den Simulationen.

Jürgen Erling, Landesbeauftragter des Wirtschaftsrates aus Singen, wollte wissen, wie Solarcomplex zu der Idee der Bundesregierung steht, zukünftig auch Solaranlagen auf Dächern von Mietwohnungen zu fördern, um den Strom direkt zu den Mietern zu bringen. "Das würden wir sehr begrüßen", antwortete Müller. "Strom, der mittels Kollektoren auf Mietshäusern geerntet wird, sollte den Mietern zur Verfügung gestellt werden. Wir würden dies dann ebenfalls auf unseren Gebäuden umsetzen."