Büsingen Büsingen feiert 50 Jahre Staatsvertrag

Für die deutsche Exklave ist es ein Grund zum Feiern: Seit 50 Jahren gibt es den Staatsvertrag. Dazu gibt es jetzt ein neues Buch und eine Fotoausstellung.

150 Besucher begrüßte Bürgermeister Markus Möll im Bürgerhaus. Denn es gab etwas zu feiern: 50 Jahre Staatsvertrag. Gäste aus der Hochrheingemeinde, aus Schaffhausen und der Umgebung waren zur Auftaktveranstaltung der Feiern gekommen. Gleichzeitig eröffnete Möll eine Fotoausstellung mit Bildern der Schaffhauser Fotografen Bruno und Eric Bührer aus der jüngeren Geschichte Büsingens. Zudem stellte die Gemeinde ein Buch vor, das die 50 Jahre Revue passieren lässt, die Gegenwart beschreibt, aber auch einen Ausblick in die Zukunft wagt.

Möll betonte aber auch, dass es an der Zeit sei, den Staatsvertrag in einigen Positionen zu ergänzen oder zu erneuern, um das tägliche Leben der Einwohner Büsingens zu erleichtern. Am dringlichsten nannte Möll eine fiskalpolitische Lösung durch eine Änderung des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland und Schweiz. Büsinger sollten, weil sie im Schweizer Wirtschaftsgebiet leben, nach Schweizer Steuerrecht besteuert werden. Möll gibt sich keinen Illusionen hin: Die Verhandlungen, die zum jetzt geltenden Staatsvertrag führten, haben 20 Jahre gedauert.

Diese Dauer von 20 Jahren erwähnte auch Kreisarchivar Wolfgang Kramer, der nicht nur einen Beitrag zum Buch beisteuerte. Er hielt im Bürgersaal einen Vortrag. Sein Thema: Die vielen Bücher, Dissertationen, Aufsätze, die über die Gemeinde am Hochrhein erschienen sind. Am Schluss seiner Rede machte Kramer den nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag, die Büsinger könnten doch eine Außenstelle einer Hochschule einrichten, die sich mit juristischen und staatsrechtlichen Fragen beschäftigt.

Der Schaffhauser Historiker Andreas Schiendorfer, der das neue Buch über Büsingen betreut, stellte die in den Gängen des Bürgerhauses ausgestellten Fotografien vor. Schiendorfer meinte, die Fotografien von Bruno und Eric Bührer, die alle für Zeitungsreportagen entstanden sind, widersprächen ganz klar der nur vermeintlich richtigen Erkenntnis: „Es gibt nichts älteres, als die Zeitung von gestern.“

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