In Büsingen ticken die Uhren bekanntlich etwas anders. Das ist auch an Fasnacht so. Die Büsinger Buurefasnacht wird dann gefeiert, wenn die meisten deutschen Narren ihre Fasnachtsklamotten bereits wieder im Speicher verstaut haben. Der Höhepunkt war der große Narrenumzug, den es seit 1949 gibt. Im Vorfeld hatten sich rund 70 Zünfte und Gruppen angemeldet und am Sonntagmittag waren dann über 3000 Narren und Besucher in dem 1300-Seelendorf am Rhein, wo wieder alle mitgemacht haben. Sogar Bürgermeister Markus Möll ließ es sich nicht nehmen, mit seiner Frau Sabine Fasnachtsplaketten zu verkaufen.

Da die Narrenzunft Hobelgeiß zur Narrenvereinigung Hegau-Bodensee gehört, kamen die meisten Zünfte aus dem östlichen Südwesten Deutschlands. Eberhard Döring von der Narrenzunft Hobelgeiß führte mit der großen Glocke den Umzug durch die gesperrte Ortsdurchfahrt bei frühlingshaftem Wetter an, lautstark folgten ihm die Hohentwiel Burgteufel aus Singen. Auf der Umzugsstrecke wurde einiges geboten. Die Erzinger Wildsäu warfen junge Mädchen ins Konfettibad, die Schönauer Hexen drangen mit der Hexenleiter in die oberen Stockwerke der Häuser ein und die Schnaitbach Hexen zeigten, was eine Hexenpyramide ist. Einige auswärtige Gruppen wie die Burghexen Tryberg, die bereits am Vortag beim Umzug in Thayngen waren, bewiesen großes Durchhaltevermögen. Die weitest angereiste Gruppe war eine Narrenzunft aus Auggen im Markgräflerland. Wiederum sehr wenige Teilnehmer kamen aus der Schweiz. Das lag sicherlich daran, dass zur gleichen Zeit in Neuhausen am Rheinfall ein großer Fasnachtsumzug stattfand.

Den Schluss machte allerdings mit dem Partywagen der Grenzgänger aus dem "Chläggi" und dem Klettgau ein grenzüberschreitendes Projekt. Nach dem einstündigen Umzug versammelten sich die Narren noch zur Austrinkete und mit Einbruch der Dämmerung nahm auch die Büsinger Buurefasnacht ihr Ende.

Die Buurefasnacht hat in Büsingen eine lange Tradition. Sie wird vom Fußballclub Büsingen organisiert, wobei der 22-jährige Nicolas Höfer erstmals als Präsident dem Organisationskomitee vorstand. Bereits am Samstag herrschte ein reges närrisches Treiben im Dorf. Am Nachmittag gab es im Bürgerhaus die Fasnacht für Kinder und am Abend kamen dann die Erwachsenen auf ihre Kosten. Schon früh füllte sich das beheizten Zelt beim alten Feuerwehrmagazin, wo die Narrenzunft ihre Geissenparty feierte und DJ Luca Plumari für eine ausgelassene Stimmung sorgte.

Die Buurefasnacht

Der Ursprung liegt beim Konzil von Benevent, als im Jahr 1091 der Beginn der Fastenzeit um sechs Tage vorverlegt wurde, weil man die Sonntage herausnahm. Die fehlenden Tage wurden angefügt. Die "Alte Fasnacht" blieb nur teilweise, wie in Büsingen, erhalten.