Auswärtige müssen die Kurtaxe zahlen, aber sie kann auch Auswirkungen für die Einheimischen haben: Der Gemeinderat hat nun über die Erhöhung ab Januar 2021 diskutiert. Die Meinungen gingen darüber auseinander, welcher Betrag gerechtfertigt ist, was das für Bodman-Ludwigshafen bedeutet und welche Alternativen es gäbe.

Klar war: Es wird eine Erhöhung der Kurtaxe geben, die zuletzt 2017 geändert wurde. Sandra Domogalla, Leiterin der Touristinformation, erläuterte die Änderungen bei den Beiträgen zur Echt Bodensee Card und dem Anteil des Bodo-Verkehrsverbundes, auf denen die vorgeschlagene Kurtaxe-Anhebung auf drei Euro in der Hauptsaison und zwei Euro in der Nebensaison fußt. Bisher waren es 2,50 und 1,50 Euro, also 50 Cent weniger. Bodman-Ludwigshafen sei am ehesten mit Sipplingen vergleichbar. „Deshalb ist unser Vorschlag, uns Sipplingen anzupassen“, sagte sie.

Michael Koch (CDU) stellte direkt den Antrag, in der Hauptsaison nur auf 2,80 statt drei Euro zu gehen. „Wir müssen nicht den Ruf haben, eine teure Kurtaxe zu erheben“, argumentierte er. Dietmar Specht (CDU) schloss sich an: „Der Sprung wäre zu hoch.“

Geld notwendig für die Infrastruktur

Bürgermeister Matthias Weckbach entgegnete, dass Sipplingen trotz der Höhe der Kurtaxe immer noch Gäste habe. Er erklärte, dass er für die drei Euro plädiere, „weil die Belastungen aus dem Tourismus groß sind“. Er nannte die angestrebte Erweiterung des Weilerkapellen-Parkplatzes in Bodman sowie den anvisierten Bau eines Multifunktionsgebäudes als Beispiele für Investitionen in die Infrastruktur für den Tourismus. „Der Tourismus ist wichtig für uns. Er bringt Wertschöpfung, aber er ist nicht verträglich“, sagte Weckbach im Hinblick auf die Massen an Tagestouristen in diesem Sommer, die nächstes Jahr sicherlich mehr würden. Es werde investiert, um die Belastungen schrittweise reduzieren zu können.

„Der allgemeine Steuerzahler könnte fragen, warum wir nicht die gesamten 4,39 Euro von den Touristen holen“, so Weckbach weiter, da dies der Betrag ist, der insgesamt an Abgaben an die DBT und andere fällig werde. Die Kurtaxe decke dies nicht vollständig ab, doch er fände es übertrieben, die 4,39 Euro pro Tag pro Gast zu nehmen, die länger in der Gemeinde verweilen.

Drei Euro und keine Zusatzbelastung für die Bürger

Michael Koch schlug vor, lieber die Parkgebühren in der Gemeinde zu erhöhen, anstatt einen solchen Sprung nach oben bei der Kurtaxe zu machen. Denn so könnten die Kosten durch die Tagesgäste reingeholt werden, ohne die Dauergäste zu belasten, sagte er. Claudia Brackmeyer (SPD) sprach sich dagegen aus: „Das würde dann auch die Einheimischen treffen.“

Petra Haberstroh (Freie Wähler) warf noch ein, dass auch viele andere Gemeinden 2021 die Kurtaxe erhöhen. Sie war für die Höhe von drei Euro. Kurt Schmidt (SPD) ebenfalls. Der Antrag auf 2,80 Euro scheiterte in der Abstimmung. Die Mehrheit sprach sich schließlich für drei Euro in der Hauptsaison und zwei Euro in der Nebensaison aus.