Ein Bauvorhaben in Bodman schlägt Wellen. Anwohner meldeten sich in der Bürgerfrageviertelstunde des Gemeinderats zum Gebiet Steinäcker in Bodman zu Wort, da ein Bauherr dort auf einem Doppelgrundstück am Hang zwei Mehrfamilienhäuser bauen möchte, das untere größer als das obere (siehe Kasten). Die künftigen Nachbarn wären zwar nicht generell dagegen, kritisierten aber die Dimensionen. „Ich habe einen Schreck bekommen, als ich die Pläne gesehen habe“, sagte einer der Anwohner. Was geplant sei, sei viel zu groß für das Gebiet. Er wolle die Bebauung nicht verhindern, aber es sollte eine saubere Lösung für alle gefunden werden.

In einem Punkt herrscht Einigkeit

Genau in diese Richtung ging dann die Diskussion im Gremium. Auch die Gemeinderäte waren der Meinung, dass vor allem das untere der beiden am Hang geplanten Gebäude nicht zur Umgebung passe. Michael Koch (CDU) nutzte ähnliche Worte wie der Anwohner zuvor – er sei erschrocken gewesen: „Wir wollten hier mal Ein- bis Zweifamilienhäuser. Solche Baukörper waren nie vorgesehen.“ An anderer Stelle seien nur Mehrfamilienhäuser entstanden, weil eine Ausschreibung für Reihenhäuser kein Ergebnis gebracht habe.

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Koch fand es gut, dass das Gespräch gesucht werden sollte. Er wollte gerne eine einvernehmliche Lösung. Bürgermeisterstellvertreter Alessandro Ribaudo, der die Sitzung leitete, fasste zusammen: „Wir sind uns einig, dass wir nichts verhindern, sondern eine Lösung suchen wollen.“

Debatte um Maximalzahl der Wohnungen

Trotz Einigkeit im Allgemeinen entbrannte in Bezug auf eine angedachte Änderung des Bebauungsplans Steinäcker eine Diskussion über die erlaubte Anzahl von Wohneinheiten pro Gebäude. Für Michael Koch war diese Anzahl nicht das größte Kriterium – die Kubatur des Gebäudes sei entscheidend. Er sieht allgemein auch eher den Bedarf an kleinen Wohnungen. Claudia Brackmeyer (SPD) schloss sich Kochs Gedanken an, keine Beschränkung auf maximal drei Wohneinheiten zu haben. Sie wollte es lieber offen lassen.

Petra Haberstroh (Freie Wähler) befürchtete jedoch, dass es Probleme geben könnte, wenn die Vorgaben zu schwammig wären. Sie sah eine Bebauungsplanänderung als sinnvoll an, wenn es weitere Grundstücke gebe, bei denen eine solche Situation entstehen könnte. Trotzdem fand sie Gespräche mit dem Bauherren gut. Alwin Honstetter (CDU) war ebenfalls für ein Gespräch.

Wo es ein zeitliches Problem gibt

Hauptamtsleiter Stefan Burger erinnerte die Räte daran, dass schon früher ein Thema gewesen sei, wie viele Wohneinheiten im Gebiet Steinäcker pro Gebäude verträglich seien. Er wies auch darauf hin, dass es zeitlich mit allen Abläufen und der Öffentlichkeitsbeteiligung einer Bebauungsplan-Änderung vor der Sommerpause nicht möglich wäre, eine maximal erlaubte Anzahl von Wohneinheiten im Bebauungsplan festzuschreiben.

Es stand daher im Raum, den vorhandenen Bauantrag um ein Jahr zurückzustellen und in Ruhe mit den Bauherren zu sprechen, um das Baugesuch anzupassen. Es könnte auf jeden Fall ein Bebauungsplan-Änderungsverfahren angestoßen und bei Bedarf wieder abgebrochen werden, so Burger.

Um die Bebauung dieses Doppelgrundstücks im Gebiet Steinäcker in Bodman gab es eine Debatte im Gemeinderat.
Um die Bebauung dieses Doppelgrundstücks im Gebiet Steinäcker in Bodman gab es eine Debatte im Gemeinderat. | Bild: Löffler, Ramona

Da der Rat noch im Februar eine Entscheidung zu dem Baugesuch treffen müsste, damit es nicht automatisch als bewilligt gilt, erkundigte sich Petra Haberstroh, ob in diesem Zeitrahmen nicht eine Lösung gefunden werden könnte. Laut Stefan Burger wäre es aber zeitlich viel zu knapp. Auch für Michael Kochs Idee, noch eine weitere Sitzung für eine Entscheidung in den Februar einzuschieben, sah Burger zu wenig Zeit für die Vorbereitung für alle Seiten.

Der schwierige Weg zum Mehrheitsbeschluss

Stefan Burger schlug vor, mit einer Maximalanzahl von drei Wohneinheiten pro Haus in die Anhörung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens zu gehen. „Der Rat kann später immer noch nachsteuern“, sagte er. Für das Verfahren brauche es aber eine klare Vorgabe. Koch beantragte daraufhin vier erlaubte Wohneinheiten, da er kleinere und bezahlbare Wohnungen möchte. Die Abstimmung für drei scheiterte, vier erhielt ebenfalls zu wenig Ja-Stimmen.

Somit war die Bebauungsplan-Änderung eigentlich abgelehnt, aber das Thema noch nicht beendet. Denn ein Vorschlag für eine bestimmte Grundflächenanzahl pro Gebäude und eine Neugestaltung der Baugrenzen für eine verträgliche Gebietsentwicklung erhielt zwölf Ja-Stimmen und ein Nein. Der Beschluss für die Rückstellung des Bauantrags um ein Jahr fiel einstimmig.

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