Bodman-Ludwigshafen – Isabella Scherer, 14, und Celina Frölich, 13, sind Freundinnen. Sie treiben auch gemeinsam Sport – und das mit großem Erfolg. Dass sie mit der Jugendsportmedaille in Bronze geehrt wurden, freut die beiden Mädchen. Noch größer sei die Freude allerdings direkt nach einem gewonnenen Wettkampf, verraten sie. Sie sind zwei der von der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen geehrten Sportler der Jahre 2017 bis 2019.

Schon mit vier Jahren kam Isabella zur Leichtathletik beim TSV Bodman. In der vierten Klasse überzeugte sie dann auch Celina von der Sportart. Normalerweise trainieren die Teenager zweimal pro Woche Leichtathletik auf dem Sportplatz in Bodman und dazu zweimal wöchentlich Handball in Steißlingen. Hinzu kommen Spiele oder Auswahltraining an den Wochenenden.

Sich in der Pandemie fit halten

Davon können sie momentan nur träumen. „Wir versuchen uns zuhause fit zu halten. Ich gehe joggen und mache Kraftübungen, um meine Defizite auszugleichen. Gleichgewichtstraining ist zum Beispiel für Handball ganz wichtig“, erklärt Celina. Isabella sagt, sie stelle sich eigene Workouts zusammen und trainiere auch gemeinsam mit ihrer Schwester. „Aber im normalen Training ist es ein ganz anderes Gefühl“, stellt sie fest.

Ihnen gefällt die Vielseitigkeit der Leichtathletik und dass man selbst entscheiden kann, welche Disziplin man ausführt. So sei ihre Stärke eher das Werfen, während Celina sehr erfolgreich beim Sprinten und Springen sei, erzählt Isabella. Dadurch sind sie auch keine Konkurrentinnen, wenn sie an Wettkämpfen teilnehmen. „Man kämpft allein, aber es ist immer jemand da, der einen unterstützt und zuschaut“, bestätigt Isabella. Dann beobachtet Celina, wie Isabella die Kugel stößt, Diskus oder Speer wirft und Isabella feuert die Freundin beim 75-Meter-Sprint und beim Sprung an.

Gehören zu den Aktiven, die sich über Sportlerehrung-Medaillen freuen dürfen: die Leichtathletinnen Celina Frölich (links) und Isabella Scherer.
Gehören zu den Aktiven, die sich über Sportlerehrung-Medaillen freuen dürfen: die Leichtathletinnen Celina Frölich (links) und Isabella Scherer. | Bild: Claudia Ladwig

Trotz der vielen Trainingseinheiten bleibt beiden Mädchen noch Zeit für andere Hobbies und Freundschaften. Ganz wichtig sind ihre Familien. Isabella sagt: „Meine Mutter fährt, coacht und unterstützt mich.“ Auch Celina erklärt: „Meine Mutter unterstützt mich immer und macht mir Mut, wenn ich mal nicht so erfolgreich bin.“

Auf der anderen Seeseite trainiert der Turner Janis Weber. Er hat schon immer viel Zeit in der Turnhalle verbracht. Seine Eltern waren im Turnverein aktiv, so kam er automatisch dazu. An seinen ersten Wettkampf erinnert sich der 28-Jährige nicht mehr genau: „Das muss in der Grundschule gewesen sein. Auf jeden Fall ist es schon sehr lange her.“ Fußball habe ihm auch Spaß gemacht, aber sein Talent liege beim Turnen.

Turnen in der ersten Liga

Von Zizenhausen fuhr er schon relativ früh mit seinem älteren Bruder Pascal nach Ludwigshafen, um dort zu turnen. Das Niveau war hoch, sie trainierten auch in Singen und Schaffhausen. Was ihm am Geräteturnen gefällt? Da sprudelt es aus ihm heraus: „Die Vielfalt. Jedes der sechs Geräte ist anders. Die Beanspruchung des Körpers, die Bewegungen sind unterschiedlich. Jeder hat seine Lieblingsgeräte. Meine sind Ringe und Pferd.“

Das Tolle am Turnen sei, dass man es fast überall ausüben könne und in der Halle immer Anschluss finde. Die meisten seiner Freunde sind ebenfalls Turner.

Das könnte Sie auch interessieren

In Russland, wo er nach dem Abitur ein Jahr lebte, gebe es nicht so ein Vereinsleben wir hier. Doch in Heilbronn, wo er studierte, habe er direkt im Turnverein angefangen und Kontakte geknüpft. Mit der Mannschaft war er in der Zeit sogar in der ersten Bundesliga.

In Ludwigshafen hat er eine Saison mit der TG Bodensee in der Oberliga geturnt. „Mannschaftswettkämpfe sind super, das ist ein toller Ansporn“, sagt er. Auch als Einzelwettkämpfer war er erfolgreich: Vor zwei Jahren startete er für den TV Ludwigshafen beim Deutschland-Cup und holte den neunten Platz. Inzwischen stünden Wettkämpfe für ihn nicht mehr im Vordergrund. „Wenn es mein Ziel wäre, neue Elemente zu lernen, müsste ich öfter als zweimal die Woche trainieren, sonst wäre die Verletzungsgefahr viel zu groß.“

Immer wieder aufstehen und weitermachen: Was man von erfolgreichen Sportlern lernen kann

Ein sportliches Vorbild habe er nie gehabt, doch ihm gefalle die Einstellung vieler Sportler, immer am Ball zu bleiben, auch wenn es mal schwierig sei. „Das hilft in allen Lebenslagen“, ist sich Weber sicher. Zum Beispiel in dieser Zeit, in der die Hallen seit Monaten für die Vereine gesperrt sind.

Da hält sich der Vater eines zweijährigen Sohnes neben seiner Arbeit als Teamleiter Controlling zuhause fit, geht mit seiner Frau joggen und genießt die Familienzeit. Über die Anerkennung, die ihm mit der Medaille zuteil wird, freut er sich. „Ich fühle mich im wahrsten Sinne geehrt. Es ist meine erste Medaille von Bodman-Ludwigshafen.“