Das geplante Ferienresort und der vorhabenbezogene Bebauungsplan Sonnenbühl, der in Arbeit ist, sorgen für viele Diskussionen in Ludwigshafen. Im Rat kam das Projekt gut an, doch einige Bürger haben in den vergangenen Wochen Unterschriften dagegen gesammelt. Alexander Sonnenmoser steht zwischen diesem Lob der einen Seite und der Kritik der anderen Seite. Der Ludwigshafener ist der Bauherr in spe und bemängelt seinerseits, wie negativ das Vorhaben dargestellt wird.

Sonnenmoser lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten in Ludwigshafen und ist bereits seit zehn Jahren Ferienwohnungsvermieter. Nun möchten er und seine Familie das Resort bauen, das den Namen „Lunido – Chalets & Suites Bodensee“ erhalten soll. Lunido setze sich laut Sonnenmoser aus Lu für Ludwigshafen und nido, dem italienischen Wort für Nest, zusammen.

Das Ferienresort Sonnenbühl soll auf der Fläche über dem Kreisel entstehen, die von der Bergstraße umschlungen wird. Dieses Luftbild entstand im März 2021. Im Neubaugebiet Haiden hat sich inzwischen einiges getan.
Das Ferienresort Sonnenbühl soll auf der Fläche über dem Kreisel entstehen, die von der Bergstraße umschlungen wird. Dieses Luftbild entstand im März 2021. Im Neubaugebiet Haiden hat sich inzwischen einiges getan. | Bild: Gerhard Plessing

Was Sonnenmoser genau plant

Knapp zusammengefasst, geht es um ein großes Hauptgebäude mit 30 Appartements in verschiedenen Größen sowie Tagescafé und 14 kleinen Häusern (Chalets) auf dem Areal Sonnenbühl oberhalb von Ludwigshafen in der Kurve an der Bergstraße neben dem Neubaugebiet Haiden. Diese sollen jeweils mit Sauna und Kamin ausgestattet sein, um das ganze Jahr vermietet werden zu können. Ein zentraler Wellness-Bereich solle im Hauptgebäude eingerichtet werden.

Einen Teil wollen er und seine Frau selbst betreiben, einen anderen Teil verkaufen, erzählt Sonnenmoser. „Es soll auf keinen Fall eine Rollladensiedlung werden. Da braucht niemand Angst zu haben“, versichert er.

Sonnenmoser hat bereits eine Internetseite für Lunido eingerichtet. Dort läuft ein Countdown herunter, da das Ferienresort im Sommer 2023 eröffnen soll, sofern alles klappt. In der Projektbeschreibung steht dort unter anderem: „Großzügige Chalets und Suiten, Fitness, Sauna, Schwimmteich, Bar, Minimarkt und Tagescafé – ganzjährig geöffnet.“

Der Blick von Bodman auf den Bereich: Auf der Fläche in der Mitte schräg über dem Kreisverkehr soll das Ferienressort Sonnenbühl entstehen. Die Bergstraße führt links im Bogen um Sonnenbühl herum.
Der Blick von Bodman auf den Bereich: Auf der Fläche in der Mitte schräg über dem Kreisverkehr soll das Ferienressort Sonnenbühl entstehen. Die Bergstraße führt links im Bogen um Sonnenbühl herum. | Bild: Löffler, Ramona

„Wir waren immer sehr transparent gegenüber der Gemeinde.“

Er betont, das Resort sei gut durchdacht. Daher bedauert er, dass es nun Einwohner gebe, die alles in Frage stellen würden. Das Konzept sei noch so wie es im September 2020 vorgestellt worden sei. Es sei nur anfangs nicht geplant gewesen, einen Schwimmteich anzulegen. „Wir waren immer sehr transparent gegenüber der Gemeinde.“ Er hebt hervor, dass der Gemeinderat der Planung zugestimmt habe.

Sonnenmoser wehrt sich auch gegen die negative Wahrnehmung, die mit dem Wort Investor verbunden ist: „Unsere Familie wohnt seit über 20 Jahren im Ort und wir sind in Vereinen engagiert. Wir sind nicht der typische Investor. Wir leben hier – hier ist unser Lebensmittelpunkt.“ Es gehe keinesfalls um schnelles Geld, betont Sonnenmoser, der sich als Immobilien-Projektentwickler weitergebildet hat. Außerdem ergänzt er: „Wir wollen kein elitäres Resort schaffen.“

Zusammenarbeit mit lokalen Partnern

Gäste und Einwohner sollen miteinander verbunden sein. Das Tagescafé sei für alle offen und es solle eine Zusammenarbeit mit lokalen Partnern bei den Lebensmitteln oder beim Fahrradverleih geben. Dabei gehe es um den Schutz der lokalen Wirtschaft und auch um die Weiterentwicklung des Orts. „Ich glaube, wir machen ein einmaliges Konzept – ein Leuchtturmprojekt“, sagt Sonnenmoser. Er weist auf die positiven Effekte für Bodman-Ludwigshafen hin: neue Arbeitsplätze, die Einbindung lokaler Partner und Einnahmen durch Steuer sowie Kurtaxe. Die vorhandene Infrastruktur im Ort gäbe es ohne den Tourismus nicht, so Sonnenmoser.

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Zur Kritik an der Gebäudehöhe von knapp 17 Metern, um die es in der Unterschriftensammlung (siehe Text unten) unter anderem geht, sagt Sonnenmoser, das Gasthaus Adler habe mehr als 16 Meter Höhe und das Sonnenbühl-Areal befinde sich im absoluten Außenbereich. Das große Hauptgebäude habe laut Sonnenmoser sogar einen Vorteil: Es schaffe eine gewisse Lärmdämmung zum Neubaugebiet hin. Außerdem solle ein begrüntes Flachdach dafür sorgen, dass es sich am Hang integriere.

Oberhalb des Kreisverkehrs soll das Ferienresort Sonnenbühl entstehen. Anwohner und Bauherren im benachbarten Haiden (rechts) kritisieren, dass das Hauptgebäude im Sonnenbühl (links) doppelt so hoch wie die Wohnhäuser im Haiden wäre.
Oberhalb des Kreisverkehrs soll das Ferienresort Sonnenbühl entstehen. Anwohner und Bauherren im benachbarten Haiden (rechts) kritisieren, dass das Hauptgebäude im Sonnenbühl (links) doppelt so hoch wie die Wohnhäuser im Haiden wäre. | Bild: Löffler, Ramona

Mit dem begrünten Dach werde das, was durch die Gebäude an Grünfläche wegfalle, ausgeglichen. Zum Vorwurf von Lärm, der durch die Besucher des Tagescafés verursacht würde, sagt er: „Wir wollen keinen Lärm, weil wir Gäste haben.“

Ein anderer Kritikpunkt von Einwohnern ist, dass es große Unterschiede zwischen dem Bebauungsplanentwurf Sonnenbühl und dem benachbarten Neubaugebiet gebe. Daher weist Sonnenmoser auf vergleichbare Unterschiede in anderen Bereichen im Ort hin. Er und seine Familie wohnen in einem Gebiet, in dem eine geringere Bebauung auf dem Grundstück durch die Grundflächenzahl (GRZ) erlaubt gewesen sei, während im benachbarten Areal mehr als das Doppelte möglich sei.

Und wie geht es nun weiter?

Die Offenlage des Bebauungsplanentwurfs Sonnenbühl ist beendet. Die Unterschriften-Sammler haben ihre Einwendungen abgegeben. Bald wägt der Gemeinderat in einer Sitzung die eingegangenen Rückmeldungen ab und entscheidet dann, wie es mit dem Bebauungsplan weitergeht.

Früheres Vorhaben auf der Fläche und die gemischte Resonanz zum Sonnenbühl

  • Das Sonnenbühl: Die aktuellen Pläne sind nicht die ersten für die Fläche an der Bergstraße in Ludwigshafen. Dort gab es bereits vor rund 14 Jahren Pläne für ein Hotel. Ein Bebauungsplan war sogar schon ausgearbeitet, doch dann scheiterte es, da der Investor den städtebaulichen Vertrag nicht unterzeichnen wollte. Im Jahr 2017 sollte das Hotelprojekt mit einem neuen Investor wieder aufleben, doch auch daraus wurde nichts, wie der SÜDKURIER damals berichtete. Dann kam schließlich Alexander Sonnenmoser, der nun seit rund 20 Jahren mit seiner Familie in Ludwigshafen lebt, und ein Ferienresort mit dem Namen „Lunido – Chalets & Suites Bodensee“ bauen möchte.
  • Kritik von Einwohnern: Der Ludwigshafener Rolf Wagner bemängelte bereits im vergangenen Jahr verschiedene Aspekte der neuen Planung für das Sonnenbühl, zum Beispiel, dass vor der Erstellung eines Bebauungsplans erst der Flächennutzungsplan geändert werden müsse, da sich das Gebiet in einem Grünzug im Außenbereich befinde. Er kritisiert unter anderem auch eine Überschreitung der Lärm- und Immissionsgrenzwerte. In einem Schreiben an die Gemeinde rügt er zudem den gesamten Verfahrensablauf. Im Mai kam weitere Kritik auf, da Jörg Dreinhöfer und Wilma Schmidt aus Ludwigshafen unter anderem gegen die Höhe des Hauptgebäudes im geplanten Ferienresort sind. Sie brachten ihre Argumente im Rat zu Sprache und begannen dann eine Unterschriftensammlung zu diesem und weiteren Punkten. Sie teilten inzwischen mit, dass sie 116 Unterschriften gesammelt hätten – so viele Bürger haben Ausdrucke derselben Stellungnahme einzeln unterzeichnet, die nun alle bei der Gemeindeverwaltung vorliegen. Es seien etwa 100 Unterschriften aus Ludwigshafen und die anderen aus den umliegenden Orten. In Bodman hätten sie keine Unterschriften gesammelt. Und sie hätten die Sammlung nur aufgrund des Fristablaufs für Rückmeldungen während der Offenlage des Bebauungsplanentwurfs beendet.
  • Zustimmung im Rat: In Gemeinderatssitzungen in Bodman-Ludwigshafen gab es zwar einige Fragen zu den Plänen für das Sonnenbühl, aber alle waren dem Vorhaben gegenüber positiv eingestellt. Alessandro Ribaudo (CDU) sagte in einer Sitzung im Januar: „Wir sind seit fast 20 Jahren an dem Projekt dran und sind froh, dass es jetzt kommt. Wir unterstützen es.“ Es folgte die Aus- beziehungsweise Überarbeitung des Bebauungsplanentwurfs nach einem einstimmigen Ratsbeschluss. Zudem stimmte das Gremium später auch dem Entwurf und dessen Offenlage zu, die im Juni zu Ende ging. Bald ist das Ferienresort erneut Thema im Gemeinderat. (löf)