Die Ungewissheit in der Corona-Pandemie löste eine große Diskussion zu den großen Festen von Bodman-Ludwigshafen im Gemeinderat aus: Sind das Hafenfest im Juni und das Seefest im August möglich? Wenn ja, in welcher Form? Oder muss gleich alles abgesagt werden? Eigentlich war der Beschlussvorschlag, zu entscheiden, dass beide Veranstaltungen nicht in der bisherigen Form geplant werden und stattfinden können.

Doch im Gremium entstand der Eindruck, dass es gleich eine Absage geben soll. Das stieß beim Thema Seefest auf Kritik, da dies im Gegensatz zum Hafenfest nicht von der Gemeinde sondern den Vereinen organisiert wird.

Planung eigentlich unmöglich

Sandra Domogalla, Leiterin der Touristinformation, erläuterte zunächst die Situation beim Hafenfest: „Normalerweise müssten wir jetzt planen und Bands buchen.“ Aber wenn dann später alles rückabgewickelt werden müsse, sei es unnötig jetzt Personalressourcen in die Planung zu stecken. Die unbekannten Faktoren seien die Impffortschritte und die Virusmutationen – es lasse sich nicht sagen, wie die Lage im Juni oder August zu den Festen sein werde und wie die Corona-Verordnungen dann aussehen. „Wir können uns nicht vorstellen, dass die Feste so wie bisher stattfinden“, sagte sie. Kleinere Veranstaltungen wie Führungen und Konzerte wären im Rahmen der Corona-Regeln möglich.

Meinungen gehen auseinander

Claudia Brackmeyer (SPD) und Christoph Leiz (Grüne) hielten es für richtig, die Feste abzusagen. Christian Pichler (CDU) sagte, es wäre falsch, den Vereinen beim Seefest die Absage vorzugeben: „Ich denke, die Vereine halten sich an die Corona-Vorgaben.“ Auch Alwin Honstetter argumentierte in diese Richtung. Man könne nicht einfach jetzt schon das Seefest absagen.

Auf Honstetters Rückfrage hin stellte Sandra Domogalla aber nochmal klar, dass kein Entschluss für eine Absage beider Feste gefordert war, sondern es darum ging, dass diese dann in anderer Form je nach Möglichkeiten und Vorgaben stattfinden sollen. Sie erklärte, dass beim Hafenfest eine Planung in der bisherigen Größenordnung keinen Sinn mache, da kein Besucherkonzept für so viele Menschen möglich sein werde.

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„Die Vereine sind sich ihrer Verantwortung bewusst“

Honstetter sprach sich dennoch dagegen aus, jetzt schon etwas abzusagen. In Bezug auf das Seefest sagte er, eine Absage sei auch in zwei bis drei Monaten noch nachholbar. „Die Vereine sind sich ihrer Verantwortung bewusst“, betonte er. Als sich Christoph Leiz noch nach den Besucherzahlen vergangener Jahre erkundigte, verwies Sandra Domogalla darauf, dass genau das das Problem sei: Es seien so viele Besucher, dass die dicht gedrängten Menschen nicht lenkbar seien.

Bürgermeisterstellvertreter Alessandro Ribaudo, der die Sitzung in Abwesenheit von Bürgermeister Matthias Weckbach leitete, schlug vor, beim Seefest noch alles offen zu lassen, aber beim früher gelegenen Hafenfest eine Entscheidung zu treffen. Nach langem Hin und Her sowie den Missverständnissen hielt sich das Gremium an den schriftlichen Beschlussvorschlag und entschied bei zwei Enthaltungen, dass die Feste nicht in der bisherigen Form stattfinden werden. Details seien noch festzulegen.