Der 9. Juli 2020 hallt nach. Zu einem Vorfall im Strandbad Ludwigshafen an diesem Tag, der in ein Hausverbot für vier Damen gemündet hat, gibt es Schilderungen und ein Gerichtsurteil, die Bademeister Noel Weber sehr verwundern. Die Darstellungen einer der vier Damen in einer eidesstattlichen Versicherung versteht er nicht. Er habe nie die Gelegenheit erhalten, sich vor Gericht zu äußern. Er habe nur eine schriftliche Stellungnahme für die Gemeinde abgeben sollen. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat ein Hausverbot aufgehoben, wie der SÜDKURIER Anfang der Woche berichtet hat. Weber hatte dieses ausgesprochen und die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen hatte es sogar auf Bodman ausgeweitet.

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Die Anschuldigungen treffen ihn

„Ich will nicht nachtreten“, betont der 23-Jährige, der seit fünf Jahren jeden Sommer als Bademeister arbeitet. Es habe ihn nur sehr getroffen, wie alles ausgegangen sei und welche Anschuldigungen gegen ihn vorgebracht worden seien. „Ich bin da, um den Leuten zu helfen“, sagt er. Die vier Damen seien seit vielen Jahren Stammgäste.

Am betreffenden Tag hätten sich andere Besucher bei ihm über ihr Verhalten beschwert und ihn gebeten, etwas zu sagen und sie auf die Regeln hinzuweisen. „Ich habe mir die Regeln nicht ausgedacht“, ergänzt er. „Man kann mal einen schlechten Tag haben, aber man kann immer über alles reden.“

Polizei zur Unterstützung

Noel Weber erzählt, dass er mehrfach bei den Damen gewesen sei und sie zuerst normal gebeten habe, sich nicht so auszubreiten. Dabei sei er sogar beleidigt worden. So etwas sei er aber von zahlreichen Badegästen gewöhnt und lasse es für gewöhnlich abprallen. Erst später sei er etwas lauter geworden und habe schließlich die Polizei zur Unterstützung gerufen. Andere Gäste hätten sich dann bei ihm bedankt.

Er fügt hinzu, dass in diesem Sommer wegen verschiedener Vorfälle mit Besuchern innerhalb kurzer Zeit 30 Hausverbote ausgesprochen werden mussten. Ein Badegast habe ihn sogar geschlagen – deshalb laufe momentan ein Gerichtsverfahren.

Nachtrag der Redaktion: Der Anwalt weist korrekterweise darauf hin, dass die schriftliche Stellungnahme, die Noel Weber unstrittig abgegeben hat, der Äußerung vor Gericht entspreche. Der Hinweis, dass es in manchen Verfahren so ablaufen kann und die Beteiligten nicht vor Ort aussagen, sondern lediglich Stellungnahmen oder eine eidesstattliche Versicherung abgeben, fehlte leider in dem Artikel.

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