Viele Vereine holen zurzeit ihre Hauptversammlungen nach, die lange Zeit coronabedingt nicht durchgeführt werden konnten. Auch Oliver Thum, Vorsitzender des Touristik-Fördervereins Ludwigshafen (TFV), und sein Vorstandsteam hatten eingeladen. Einige Mitglieder und Bürgermeister Matthias Weckbach kamen im Zollhaus zusammen.

Thum, der seit zehn Jahren im Amt ist, stellte fest, die Pandemie habe nicht nur negative Einflüsse gehabt, sondern auch Potenziale offengelegt. „Die Digitalisierung, nicht nur in der Industrie, auch in der Tourismusbranche, hat einen weiteren Schub bekommen. Der Deutschland-Urlaub hat wieder einen gewissen Wert erhalten und die Urlaubssaison wird dadurch erweitert. Ich sehe hier für uns als Gemeinde eine gute Chance, die effektive Urlaubszeit auszuweiten.“

Veranstaltungen kommen gut an

Gästebegrüßungsfahrten und Lenk-Führungen, „Guats Nächtle“-Gummibären sowie ein kostenloser Belegungskalender für Gastgeber die im Verein sind, und die Teilnahme am Sommerferienprogramm waren Aufgaben der vergangenen Monate.

Ebenso erhielten und erhalten die Männer, die beim Projekt Waldeslust die Wanderwege rund um die Gemeinde in Schuss halten, Proviant und der Verein ist mit einem Stand beim Genusswandern dabei. Im nächsten Jahr sollen die Aktionen wieder durchgeführt werden. „Warum ändern, was gut ankommt?“, fragte Thum.

Er berichtete, dass der TFV eine 360-Grad-Kamera angeschafft habe, um Aufnahmen zum Beispiel von Wohnungen zu machen. „Auch Drohnenflüge beziehungsweise Luft-Aufnahmen bieten wir inzwischen an.“ Außerdem hat der Verein neue Sonnenschirme beschafft. Der Vorsitzende sagte: „Ziel sind sechs Schirme. Gegen eine geringe Leihgebühr stellen wir diese auch anderen Vereinen der Gemeinde zur Verfügung.“ Für 2022 hofft Thum wieder auf zwei Frühschoppen und zwei Grillabende.

Aufregung um Parkgebühren und Verbote

Sandra Domogalla berichtete aus Sicht des Amts für Tourismus, Kultur und Marketing (TKM). Sie erwähnte zwei große Aufreger-Themen der vergangenen Saison: die neuen Parkgebühren und das Lager- und Badeverbot in den Uferanlagen. Die Parkgebühren hätten zu erheblichen Beschwerden geführt, jetzt wolle man Hinweisschilder anbringen, wo Besucher im Ort günstiger parken könnten als direkt am See.

Stelen weisen in den Uferparks von Bodman-Ludwigshafen auf die geltenden Regeln hin. Das Lager- und Badeverbot war laut Sandra Domogalla eines der großen Aufreger-Themen der vergangenen Saison.
Stelen weisen in den Uferparks von Bodman-Ludwigshafen auf die geltenden Regeln hin. Das Lager- und Badeverbot war laut Sandra Domogalla eines der großen Aufreger-Themen der vergangenen Saison. | Bild: Ramona Löffler

„Das müssen wir auf der Homepage deutlicher darstellen und anders kommunizieren. Wir müssen andere Anreisemöglichkeiten einfacher darstellen und für den Gast aufbereiten“, so Domogalla selbstkritisch. Sie erwähnte das Ein-Euro-Ticket, das eher für Einheimische interessant sei, denn der Übernachtungsgast habe ja seine Gästekarte.

Parkleitsystem soll Situation verbessern

Die Ausschreibung für das Parkleitsystem ist beendet. Zur nächsten Saison wird es Anzeigetafeln geben, die freie Plätze angeben. „Die Anzeigen werden mit der Webseite verknüpft, man sieht dann schon von zuhause, wie die Parksituation ist“, sagte Domogalla. Der Weilerkapellen-Parkplatz und das Multifunktionsgebäude werden über den Winter gebaut und stehen dann auch zur Verfügung.

Ein weiteres Thema war der Internet-Auftritt: Die Seite der Gemeinde und des Tourismus-Amtes solle bald vereint sein. Sandra Domogalla erklärte: „Viele Punkte betreffen Bürger und Gäste gleichermaßen, viele Prozesse in der Gemeindeverwaltung müssen überdacht werden. Nach dem Online-Zugangsgesetz müssen Webseiten barrierefrei sein. Das ist nicht einfach, aber wir sind guten Mutes, dass wir diesen Herbst etwas richtig Tolles mit vielen neuen Funktionen haben.“

Man könne jedoch nicht alles nur digital anbieten. Einen aktuellen Ortsplan in Papierform bereitzustellen sei beispielsweise wegen stetiger Änderungen durch Bauvorhaben schwierig. Daher gebe es immer nur kleine Auflagen.

„Möglichst weit weg vom Zentrum“

Bürgermeister Matthias Weckbach erinnerte an die Lage im Sommer 2020. „Das Wetter war gut, keiner wusste, was kommt. Viele Touristen waren am See, Einheimische fühlten sich unwohl.“ Man habe sich zwischen werben und abhalten bewegt, weil die hiesige Infrastruktur einem solchen Ansturm nicht gewachsen war. Das sollte 2021 anders werden.

Im vergangenen Jahr wurde das Handy-Parken eingeführt, Parkplätze werden laufend erweitert. Das neue Parkleitsystem und ein digitales Parkraummanagement ohne Schranken sind künftig über die MDM-Plattform (Internetangebot des Mobilitäts-Daten-Marktplatzes) in Echtzeit ausspielbar. „Ich glaube, dass sich so 70 Prozent des Parksuchverkehrs vermeiden lassen. Der Rest fährt immer. Wir wollen, dass Leute möglichst weit weg vom Zentrum parken“, so Weckbach.

„Wir müssen uns positionieren“

Es gebe in der Bürgerschaft häufig ein Problem mit der Akzeptanz des Tourismus, das sei ein großes Thema. „Aber das Angebot, das wir haben, geht nur mit Tourismus“, machte er deutlich. Bezogen auf das Lagerverbot in den Uferanlagen seien die Erfahrungen am Ende ganz in Ordnung gewesen, bilanzierte er. Es habe lediglich zwei Zwischenfälle mit renitenten Gästen gegeben, alle übrigen habe man zum Waschplatz oder Strandbad lenken können.

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Das Vorstands-Team und der Bürgermeister waren sich abschließend einig, dass Wandern, Radfahren und Reisen per Wohnmobil im Urlaub am See nicht mehr wegzudenken seien. „Wir müssen uns positionieren, das sind richtige Zugpferde, damit können wir punkten“, lautete das Fazit.