Mal so richtig eintauchen in die Welt der Äpfel – beim Besuch der Apfelplantagen von Uwe und Diana Specht in Ludwigshafen war das möglich. Der Obstbauer und seine Frau machten bereits zum dritten Mal beim Sommerferienprogramm der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen mit.

Für die vorangemeldeten Gäste – es waren Familien von Enkeln bis zu den Großeltern – hatte Uwe Specht sechs Großkisten an seinen Traktor gehängt. Normalerweise landen in einer Kiste 300 Kilogramm Äpfel, erzählte er.

Landwirt Uwe Specht (graues T-Shirt) erzählte den Gästen des Ferienprogramms viel über die Pflege und Ernte der Äpfel. Mit dem Erntezügle ging es anschließend durch die Apfelplantagen, wo jeder ein paar Äpfel pflücken durfte.
Landwirt Uwe Specht (graues T-Shirt) erzählte den Gästen des Ferienprogramms viel über die Pflege und Ernte der Äpfel. Mit dem Erntezügle ging es anschließend durch die Apfelplantagen, wo jeder ein paar Äpfel pflücken durfte. | Bild: Claudia Ladwig

Nun nahmen also aufgeregte Kinder und einige Erwachsene Platz und fuhren den Blütenweg hinauf. Nach ein paar Minuten war das erste Ziel erreicht. Mit wunderbarem Blick auf den Bodensee versammelten sich die Gäste um den Fachmann, der ihnen einen kleinen Einblick ins Thema Apfel verschaffte und auf jede Frage eine Antwort wusste. Die ersten Apfelsorten wurden bereits geerntet. Der Obstbauer erklärte, jede Sorte würde zwei bis drei Mal überpflückt.

Die Gäste des Ferienprogramms genossen den Fahrspaß und die tolle Aussicht auf das Seeende ebenso wie die Apfelverkostung. Sie erhielten viele interessante Einblicke in die Arbeit der Obstbauern.
Die Gäste des Ferienprogramms genossen den Fahrspaß und die tolle Aussicht auf das Seeende ebenso wie die Apfelverkostung. Sie erhielten viele interessante Einblicke in die Arbeit der Obstbauern. | Bild: Claudia Ladwig

Im Tafelobstbereich geschehe dies alles in Handarbeit. „Die Pflücker haben die Aufgabe, nur die reifen Früchte zu pflücken.“ Er zeigte anhand einer Schablone, wie groß ein Apfel als Tafelobst sein muss: Zwischen 60 und 90 Millimeter Durchmesser darf er haben. Kleinere oder größere würden zu Saft verarbeitet.

Uwe Specht wies darauf hin, dass ein Apfel mit Stiel gepflückt werden müsse, sonst gebe es eine Verletzung in der Frucht und die Haltbarkeit könne beeinträchtigt werden. „Äpfel müssen sehr sorgsam behandelt werden – wie rohe Eier“, machte er klar.

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Die Erwachsenen fragten, ob er schon etwas zum Ernteertrag sagen könne. Mengenmäßig sei dieses Jahr relativ normal, so Specht. Der Blütenfrost im April habe bei manchen Sorten aber einen größeren Schaden angerichtet, da gebe es nun viel Saftware.

Specht hatte ein paar Äpfel dabei, die die Kriterien für erstklassiges Obst nicht erfüllten: Mal war es eine Deformation, der Apfel war also nicht gleichmäßig gewachsen, mal war eine Berostung vorhanden, die mehr als zwei Quadratzentimeter maß. „Geschmacklich gibt es keinerlei Beeinträchtigung. Das ist eine rein optische Geschichte“, betonte er. Die Kinder waren auch beeindruckt, als er ihnen einen Apfel mit Sonnenbrand zeigte.

Uwe Specht (im grauen T-Shirt) ging auf alle Fragen der Gäste ein. Er zeigte, wie groß die Äpfel sein müssen, um den Vorgaben für Tafelobst zu entsprechen. Die Kinder und Erwachsenen lernten in den anderthalb Stunden viel Neues rund um die Lieblingsfrucht der Deutschen.
Uwe Specht (im grauen T-Shirt) ging auf alle Fragen der Gäste ein. Er zeigte, wie groß die Äpfel sein müssen, um den Vorgaben für Tafelobst zu entsprechen. Die Kinder und Erwachsenen lernten in den anderthalb Stunden viel Neues rund um die Lieblingsfrucht der Deutschen. | Bild: Claudia Ladwig

Ein Vater wollte wissen, wie alt die Plantagen seien. „Unsere älteste ist 32 Jahre alt, 15 bis 20 Jahre sind normal.“ Die Besucher erfuhren, wie Bäume veredelt werden, dass 100 Äpfel pro Baum optimal sind und ein Baum ab dem fünften Jahr den vollen Ertrag bringt. Nach den vielen Informationen war der Wissensdurst gestillt.

Vor allem die Kinder griffen dann beherzt bei den Apfelschnitzen zu, die Uwe Specht ihnen anbot. Vier Sorten wurden verkostet: Mit Gala und Elstar kamen erst zwei lagerfähige Apfelsorten auf den Teller, dann folgten Alkmene und Delbar.

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Dieser Zwischenstopp gefiel Cleo, sechs Jahre alt, und Caitlin, sieben Jahre alt, aus Bodman besonders. Dem achtjährigen Henri schmeckten die Äpfel auch, aber die Fahrt im Erntezügle genoss er noch mehr.

Sie hätte für ihn noch länger dauern können. In den engen Fahrgassen der Apfelplantagen unter den Hagelschutznetzen hatten die Kinder viel Spaß. Am Ende der Rundfahrt durfte jeder Gast noch ein paar Äpfel pflücken und sich damit eine greifbare Erinnerung mit nach Hause nehmen.

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