Es ist ein kleines Baugebiet mit rund elf Wohneinheiten und noch dazu in schwieriger Randlage am Hang, doch die Diskussion im Gemeinderat war groß. Im Fokus stand in der Sitzung kürzlich vor allem die Frage, ob Schiltbühl II, für das ein Stück Wald abgeholzt wird, eine Sackgasse haben soll oder einen Durchstich zwischen den vorhandenen Straßen „Im Bettental“ und „Zum Stettelberg“.

Ein Bürger ergriff bereits zum Beginn der Sitzung das Wort, um für Schiltbühl II eine durchgehende Straße anzuregen. Er als Anlieger habe Bedenken, weil die jetzige Straße sehr schmal sei. Er verwies auf die Müllabfuhr, Gegenverkehr und den Rettungsdienst. Bürgermeister Matthias Weckbach antwortete, er habe dazu bereits einige Rückmeldungen von Bürgern erhalten. Die Sackgasse sei in der Offenlage in den Unterlagen gewesen, aber er könne es sich auch anders vorstellen und sei sogar selbst für eine durchgehende Straße.

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Thorsten Reber von der Meixner Stadtentwicklung GmbH stellte die aktuelle Planung für das Baugebiet anhand einer Präsentation vor. Er betonte, der Eingriff in den Wald werde auf das Minimum beschränkt. Zudem sei bereits alles mit der zuständigen Forstbehörde abgestimmt. Entsprechende Hangsicherungsmaßnahmen wegen Starkregenereignissen seien vorgesehen. Ein weiterer Hinweis von Reber: Preisgünstiger oder geförderter Wohnraum sei in diesem kleinen Baugebiet nicht möglich.

Zur Straße erklärte Reber nochmal die Optionen: Eine Sackgasse mit Wendemöglichkeit oder einen Straßen-Durchstich. Laut der Sitzungsvorlage nutzt die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen für Schiltbühl II den befristet geltenden Paragrafen 13b des Baugesetzbuchs, der für die Erleichterung der Schaffung von neuem Wohnraum geschaffen worden ist.

In diesem Bereich soll das Baugebiet Schiltbühl II entstehen. Dafür werden Wald und Hang entsprechend abgetragen.
In diesem Bereich soll das Baugebiet Schiltbühl II entstehen. Dafür werden Wald und Hang entsprechend abgetragen. | Bild: Löffler, Ramona

Bedenken wegen Wasserablauf bei Starkregen

Petra Haberstroh von den Freien Wählern sprach den Höhenversatz im Geländeverlauf an. Sie machte sich wegen Starkregen und dem Wasserablauf Sorgen. Sie hatte daher zur Straßenlage nähere Fragen, die Reber jedoch nicht beantworten konnte, da das Büro Reckmann die betreffende Planung mache. Er selbst setze nur das Baurecht um, sagte er. Die Rätin wünschte sich auf jeden Fall, die Entwässerungssituation nochmal näher zu betrachten und zu prüfen. Weckbach erklärte allerdings, dass dies schon untersucht worden sei und dort gar nicht so viel Wasser hinablaufe. Er konnte ihre Bedenken nicht ganz nachvollziehen.

Weckbach erläuterte, wie wichtig es sei, in dieser Sitzung über den Straßenverlauf zu entscheiden. „Erst dann kann es mit dem Bebauungsplan weitergehen“, sagte er. Es könnten sonst keine Gebäudehöhen festgelegt werden. Außerdem betonte er: „Ich bin ein Fan der durchgezogenen Straße, weil es am Bettental eh schmal ist.“ Bei der durchgezogenen Straße lägen die Kosten bei rund 300.000 Euro. Im Fall der Sackgasse wären es 150.000 Euro.

Räte bevorzugen den Straßen-Durchstich

CDU-Gemeinderat Alwin Honstetter plädierte ebenfalls für den Durchstich: „Ich bin der Meinung, dass wir unabhängig von den Kosten eine Durchgangsstraße machen müssen.“ Er wies auf das Gefahrenpotenzial hin, das Thema der Bürgerfrageviertelstunde gewesen war. Zudem betonte er, die Verwaltung wisse, wo es Probleme beim Wasserablauf gebe: „Da muss etwas getan werden.“ Die Anwohner hätten bereits Vorkehrungen getroffen, aber die Gemeinde sei noch in der Pflicht.

Auch weitere Räte waren für die durchgehende Straße. Michael Koch (CDU) und Esther Moll schlossen sich ebenfalls an. Die Müllabfuhr müsse sogar rückwärts die derzeitige Sackgasse hochfahren, weil es nicht anders gehe. Das sei gefährlich und könnte mit der Durchgangsstraße anders werden, lautete ein Hinweis.

Schließlich fiel die einstimmige Ratsentscheidung, die Straße durchzuziehen. Nun geht es mit der genauen Planung des Straßenverlaufs weiter. Mit dieser könnten dann laut Sitzungsvorlage auch die Firsthöhen der Gebäude festgelegt werden.

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