Man müsse immer vorsichtig kalkulieren. Das betonte Kämmerer Klaus Lindenmayer, der kurz vor dem Ruhestand steht, in der jüngsten Gemeinderatssitzung bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2019. Das vergangene Jahr sei bei vorsichtiger Kalkulation ein gutes für die Gemeinde gewesen. Statt der geplanten 1,1 Millionen Euro konnten dem Investitionshaushalt 2,08 Millionen Euro zugeführt werden. Das habe hauptsächlich an höheren Einnahmen bei der Grund- und Gewerbesteuer (971.400 Euro) gelegen, hieß es bereits in der Sitzungsvorlage.

Im Durchschnitt mehr

Die Nettoinvestitionsrate pro Einwohner lag bei rund 389 Euro und damit etwas über dem Durchschnitt der vergangenen neun Jahre. Über- und außerplanmäßige Ausgaben gab es zum Beispiel bei Flüchtlingsunterkünften aufgrund der Unterhaltung oder der Nichtbelegungsabgabe (166.300 Euro) sowie der Unterhaltung von Gemeindestraßen (48.700 Euro).

Der Gesamthaushalt umfasste bereinigt rund 23,4 Millionen Euro. Davon entfielen 16,4 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und sieben Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. 2019 war das letzte Jahr nach dem kameralen System. Auf der Ausgabenseite standen dieselben Beträge.

Mehr Geld fließt in die Rücklage

Da es zum Jahreswechsel die Umstellung auf die Doppik gab, wurden keine Haushaltsreste gebildet. Außerdem gab es Mehreinnahmen und eine Verschiebung von Maßnahmen auf das Jahr 2020, so dass der Allgemeinen Rücklage statt der veranschlagten 519.000 Euro rund 2,3 Millionen Euro zugeführt werden konnten.

Im Vermögenshaushalt gab es ebenfalls zusätzliche Ausgaben, zum Beispiel für den Anbau des Kindergartens Bodman (216.500 Euro) oder beim Kanalbau im Neubaugebiet Haiden (183.600 Euro). Mehreinnahmen kamen zum Beispiel durch Ausgleichsmaßnahmen im Haiden (326.600 Euro) rein. Einsparungen waren unter anderem beim Tiefbau im Haiden (174.600 Euro) möglich.

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Auf eine Frage von Alessandro Ribaudo (CDU) zu Ausgaben für ärztliche Untersuchungen konnte Bettina Donath von der Gemeindeverwaltung eine Antwort geben: Es habe sich dabei um eine Gefährdungsbewertung der Arbeitsplätze gehandelt, also Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement. Bürgermeister Matthias Weckbach erklärte zu einer Frage nach den Personalkosten, dass an Schulen und Kindergärten die Kosten aufgrund der Betreuungsvorgaben hoch seien.

Ein positiver Aspekt

Ribaudo lenkte die Aufmerksamkeit noch auf etwas Positives: Die Netto-Pro-Kopf-Verschuldung (Schulden minus Rücklage) lag bei minus 425,92 Euro. Brutto sind es plus 275 Euro. Vor zehn Jahren waren es aber noch 554 Euro, also deutlich mehr als jetzt.

Der Rat stellte mit seinem Beschluss am Ende das Ergebnis der Jahresrechnung fest und stimmte den außerplanmäßigen Ausgaben zu.

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