Eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes bringt Gemeinden wie Bodman-Ludwigshafen bei der Nachverdichtung und der Schaffung von Bauland in Schwierigkeiten. Gemäß Paragraf 33a seien Streuobstwiesen nun ab einer Größe von 1500 Quadratmetern automatisch geschützt, erläuterte Bürgermeister Matthias Weckbach in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Somit fielen an verschiedenen Stellen Flächen weg, auf denen eines Tages Wohnraum hätte entstehen können. Dies betrifft unter anderem rund 3000 Quadratmeter innerhalb von Ludwigshafen, um die es bereits Bebauung gibt, wie beispielsweise an der Schorenstraße. Auch 6000 Quadratmeter am Ortsausgang von Ludwigshafen in Richtung Stockach, wo die Gemeinde bereits ein künftiges Baugebiet im Auge hat, sind nun geschützt.

Flächenausgleich soll möglich werden

„Ich will auf den Gemeindetag zugehen“, kündigte Weckbach an. Es könne nicht gewollt sein, Flächen, die rundherum schon mit Kanälen und Ähnlichem erschlossen seien, zu schützen, während dann im Außenbereich erst neue Flächen bebaubar gemacht werden müssten. Er findet, dass es eine Möglichkeit geben müsse, Areale eins zu eins ausgleichen zu dürfen.

Weckbach sagte, er habe bereits Gemeindeförster Alexander Fischer gebeten zu schauen, wo es Bereiche gebe, die als mögliche Ausgleichsflächen in Frage kämen. Diese sollen dann jetzt schon mit Bäumen bepflanzt werden, da es rund 20 Jahre dauere, bis alles entsprechend gewachsen sein werde.

Aber was genau ist eigentlich eine Streuobstwiese?

Paragraf 33a des Bundesnaturschutzgesetzes verweist auf die Definition im Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz: „Streuobstbestände sind eine historisch gewachsene Form des extensiven Obstbaus, bei dem großteils starkwüchsige, hochstämmige und großkronige Obstbäume in weiträumigen Abständen stehen.“ Häufig seien Streuobstbestände aus verschiedenen Arten, Sorten und Größen zusammengesetzt. Der Einzelbaum sei auf solchen Wiesen stets erkennbar.

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