Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen sieht sich in der Pflicht, Schulabgängern in der Corona-Krise eine Perspektive zu bieten. Denn viele Betriebe böten dieses Jahr keine Ausbildungsplätze an. Zwar gibt es derzeit ein großes Loch im Haushalt, aber der Gemeinderat hat nun in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, ein bis zwei zusätzliche Ausbildungsplätze ab Herbst einzurichten. Es gab allerdings eine Diskussion um die Anzahl und die Arbeitsbereiche.

Viele Azubis hätten gerade keine Chance unterzukommen, sagte Bürgermeister Matthias Weckbach. Deshalb wolle die Gemeinde einen gesellschaftlichen Beitrag leisten: „Wir können später zwar nicht übernehmen, aber wir können ausbilden.“ Er wolle deshalb gerne neue Ausbildungsplätze einrichten und nannte dies „ein wichtiges Signal“. In der Sitzungsvorlage waren als Ideen die Ausbildungszweige Verwaltung, praxisorientierte Ausbildung zum Erzieher (Pia) und Tourismus genannt.

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Michael Koch (CDU) warf die Frage auf, ob das von der Kapazität und dem Platz in der Verwaltung machbar wäre. Er fand den Erziehungsbereich eher sinnvoll und sprach sich für maximal zwei Ausbildungsstellen aus. Matthias Weckbach räumte ein, dass es ein Kraftakt wäre, aber dass die Gemeinde regelmäßig sehr gute Azubis habe. Er schlug Stellen in Verwaltung und Erziehung vor.

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Ein Einwand von Alessandro Ribaudo (CDU) war, dass die Anzahl der Ausbildungsplätze maximal ein oder zwei sein sollte. Er wies darauf hin, dass der Rat kurz zuvor über die schwierige Haushaltslage gesprochen habe: „Wir haben auch eine Verantwortung den Finanzen gegenüber.“ Er sagte, er sehe den größten Bedarf für weitere Kräfte im Erziehung-Bereich, da dort am ehesten mit Krankheitsausfällen zu rechnen sei. Auch Kurt Schmidt (SPD) sprach sich den Pia-Ausbildungsplatz aus. Esther Moll (Freie Wähler) merkte aber an, dass ein Pia-Azubi keine Krankheitsvertretung machen dürfe. Letztendlich fiel die Entscheidung für bis zu zwei Ausbildungsplätze einstimmig.