Wie sollen die Häuser auf dem leeren Grundstück an der B 34 zwischen Ortseingang und St. Anna-Kapelle aussehen? Diese Frage erörterte der Gemeinderat bereits in der zweiten Sitzung in Folge. Im Fokus standen dabei die Portalfunktion dieser Stelle für den Ort und die Auswirkungen auf das Ortsbild. Das Grundstück grenzt zur einen Seite an die Radolfzeller Straße (B 34) und zur anderen Seite an die Bahnhofstraße. Es ist wie ein Pfeil mit schiefer Spitze geschnitten. Es gibt zwei Vorentwurfsvarianten mit je drei Gebäuden – eine mit Flachdächern, eine mit Satteldächern. Die Mehrheit entschied sich schließlich für die letztgenannten.

Lange Debatte im Rat

Genau an diesen Dachformen gingen die Meinungen stark auseinander. Allen war aber bewusst, welche Signalwirkung dieses Grundstück hat. Denn mit den künftigen Häusern wird dann auf der rechten Straßenseite die Bebauung des Orts beginnen und den geschlossenen Ort anzeigen. Bürgermeister Matthias Weckbach sagte: „Die Ansicht vom See auf die Häuser ist wichtig, aber auch an der B 34, als Signal, dass man im Ort ist.“

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Michael Koch (CDU) gehörte zu denen, die keine Flachdächer wollen: „Ich kann mir das auf diesem Grundstück nicht vorstellen. Das wäre wie ein Fremdkörper am Ortseingang.“ Er sprach sich für Dachformen wie in der Umgebung aus. Petra Haberstroh (Freie Wähler) sagte von sich, dass sie zwar eine Verfechterin von Satteldächern sei, doch in diesem Fall gefalle ihr sogar auch die andere Version. Sie war trotzdem gegen das Flachdach: „Wichtig ist die Ansicht von der Straße und die ist gar nicht schön.“

Links an der Radolfzeller Straße (B34) in Ludwigshafen gibt es bereits Häuser, rechts hinter den Bäumen ist noch unbebaut, soll aber bebaut werden. Das Grundstück hat Signal- und Portalfunktion, weil es dann am Ortseingang Bebauung auf beiden Seiten geben wird und den geschlossenen Ort für die Verkehrsteilnehmer anzeigt.
Links an der Radolfzeller Straße (B34) in Ludwigshafen gibt es bereits Häuser, rechts hinter den Bäumen ist noch unbebaut, soll aber bebaut werden. Das Grundstück hat Signal- und Portalfunktion, weil es dann am Ortseingang Bebauung auf beiden Seiten geben wird und den geschlossenen Ort für die Verkehrsteilnehmer anzeigt. | Bild: Löffler, Ramona

Die meisten wollen Satteldächer

Auch Alwin Honstetter (CDU) sprach sich klar für Satteldächer aus, „weil es harmonischer ins Ortsbild passt“. Christoph Leiz (Grüne) und Kurt Schmidt (SPD) ebenfalls. „Für viele beginnt der Ort dort“, sagte Schmidt. Claudia Brackmeyer (SPD) ergänzte: „Flachdächer sind auch für die Hinterlieger nie schön.“ In diesem Fall wären dies alle, die am Hang wohnen. Dietmar Specht (CDU) konnte sich allerdings vorstellen, dass die Flachdächer begrünt gut aussehen könnten.

Weckbach fügte hinzu, dass Flachdächer mehr Gestaltung bei Hausform und Fenstern Richtung See zulassen würden. Der Bauherr sei für beide Formen offen. Bei der Abstimmung waren von den anwesenden Ratsmitgliedern neun für Satteldächer und vier dagegen.

Was lange währt...

Die Bebauung dieses Grundstücks hat den Gemeinderat inzwischen 20 Jahre beschäftigt. Da die Fläche verkauft ist und der Rat nun diesen Aspekt entschieden hat, sind wichtige Schritte zur tatsächlichen Bebauung geschafft. Wann der tatsächliche Bauantrag vorliegt oder es wirklich losgehen könnte, ist noch unklar.

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