Der hochwassersichere Ausbau des Mühlbachs geht in die nächste Runde: Im Herbst starten die Kanalarbeiten in der Talstraße. Deshalb werden diese nun nach einem entsprechenden Ratsbeschluss ausgeschrieben. Dominik Dirnbach vom Ingenieurbüro Reckmann stellte die Planung in der jüngsten Ratssitzung vor: „Der Beginn ist voraussichtlich im Oktober und die Arbeiten dauern bis Sommer 2021.“

Ab hier in der Talstraße beginnt im Oktober der Kanalausbau. Der dunkle Asphalt vorne zeigt, wo die Grube war, in der die Kanaldurchpressung unter dem Friedhof ankam.
Ab hier in der Talstraße beginnt im Oktober der Kanalausbau. Der dunkle Asphalt vorne zeigt, wo die Grube war, in der die Kanaldurchpressung unter dem Friedhof ankam. | Bild: Löffler, Ramona

Er sprach von einer „anspruchsvollen technischen Maßnahme“, denn der Kanalausbau muss abschnittsweise stattfinden. Es sei eine umfangreiche Baugrunduntersuchung notwendig gewesen, da es dort unterschiedliche Bodenschichten gebe. Die Bohrkerne seien jedoch nur Momentaufnahmen. „Wir sehen erst alles genau, wenn es offen ist“, sagte er. Die Baugruben werden teilweise sehr tief sein, laut Sitzungsvorlage zum Beispiel acht Meter im Bereich der Einmündung zur Jahnstraße. Deshalb müssten spezielle Vorkehrungen zum Abstützen getroffen werden. Der Kanal werde ab dem Bereich Wiesenstraße nach oben geführt und schließlich mit nur wenigen Zentimetern Überdeckung durch die Fahrbahn in das Becken im Fuchsweg geführt.

Kleine Bauabschnitte von fünf bis zehn Meter

Es komme hinzu, dass viele Kabel und Leitungen im Boden liegen. „Es wird da sehr eng in der Straße zugehen“, fasste Bürgermeister Matthias Weckbach zusammen. Die Bauabschnitte sollen fünf bis zehn Meter lang sein. „Die Bagger müssen von beiden Seiten drankommen“, erläuterte Dirnbach auf eine Rückfrage von Petra Haberstroh (Freie Wähler).

Die Arbeiten werden dort starten, wo der zurückliegende Bauabschnitt geendet hat: Am Friedhof. Dort kam die Durchpressung des Kanals unter dem Friedhof von der B 34 aus in einer großen Grube an. Von dort geht es nun ab Oktober stückweise durch die Talstraße bis zum Hochwasserrückhaltebecken im Fuchsweg weiter. Die Arbeiten an diesem neuen Becken laufen derzeit.

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Angst vor Rissen an Häusern

Von mehreren Seiten wurde Sorge nach Schäden an den umliegenden Gebäuden laut. Ortsbaumeister Ralf Volber sagte auf eine Rückfrage in der Bürgerfrageviertelstunde, dass ein Sachverständiger alle Gebäude angeschaut habe, damit später eine Beurteilung möglich sei. Weckbach erklärte zudem: „Alles ist so ausgetüftelt, dass nichts passieren dürfte.“ Alwin Honstetter (CDU) erkundigte sich trotzdem nochmal nach den Gräben sowie der Auffüllung und ob diese so gemacht würden, dass die Standfestigkeit der umliegenden Häuser während und nach den Bauarbeiten gewährleistet sei.

Eike Reckmann vom Ingenieurbüro Reckmann sagte, dass die Straße aufgrund der Langzeitsetzung Schaden nehmen könnte. Weckbach ergänzte, dass es etliche Herausforderungen gebe: „Wir haben uns viele Gedanken zum Setzungsverhalten gemacht.“ Im Hinblick auf die verschiedenen Grubentiefen sagte er: „Wo der Kanal direkt unter der Straße ist, lässt sich eine Setzung nicht vermeiden.“ Dazu nannte er als Beispiel, dass es in der Nähe des Strandbads so eine Straße gebe, bei der das der Fall sei. „Wir werden die Talstraße dauerhaft alle 15 bis 20 Jahre auf 80 bis 90 Metern richten müssen.“

Baustelle teilweise straßenbreit

Auch die Vollsperrung und inwieweit Fußgänger an der Baustelle vorbeilaufen könnten, kam auf. Alessandro Ribaudo (CDU) wies darauf hin, dass dort ein Schulweg sei. Bürgermeister Matthias Weckbach sagte jedoch, dass ein Durchkommen nicht immer möglich sein werde. „Der Kanal wird 2,10 Meter breit. Wir brauchen an vielen Stellen die komplette Straßenbreite“, sagte er.

Wie die Gesamtkosten aussehen

Ribaudo sprach schließlich auch noch die Kosten an. Vor ein paar Jahren war der komplette hochwassersichere Ausbau des Mühlbachs mit 5,7 Millionen Euro beziffert. Jetzt liege die Schätzung für die Gesamtmaßnahme plus Regenrückhaltebecken bei 6,9 Millionen Euro, so Weckbach. Davon entfallen rund 2,6 Millionen Euro auf den Fuchsweg. Der DSL-Ausbau sowie der Damm am Becken seien nun jedoch zusätzlich dabei.

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Die Höhe der Zuschüsse liege bei 65 bis 68 Prozent. Weckbach sagte, er hoffe, dass die Baupreise, die in den vergangenen Jahren gestiegen sei, sich nun rückläufig entwickeln.

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